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Wissenschaftliches Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar

Wissenschaftliches Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar

Brauchst du als Wissenschaftler*in eine ORCID ID (Open Researcher and Contributor ID)? Was bringt dir ein Google-Scholar-Profil für deine akademische Karriere? Kurz gesagt: Wie funktioniert Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar?

Wenn du dir diese Fragen stellst, findest du in diesem Blogartikel kurze, knackige Erklärungen dazu,

  • was eine ORCID ID ist und wozu du sie brauchst,
  • wozu Google Scholar gut ist und wie du dein eigenes Profil erstellst,
  • sowie meine persönliche Einschätzung dazu, wie du beides für dein wissenschaftliches Selbstmarketing am besten nutzt.

Also, lass uns gleich loslegen und als erstes einen Blick auf die lebenslange Wissenschaftler*innen-Nummer werfen.

Was ist ORCID?

ORCID ist die Abkürzung für Open Researcher and Contributor ID. Obwohl es doppelt gemoppelt ist, von der ORCID ID zu sprechen, hat es sich etabliert und ich behalte das ebenfalls in diesem Blogartikel so bei.

Es handelt sich um einen alphanumerischen Code, der dich als Wissenschaftler*in eindeutig identifizierbar und auffindbar machen soll. Unabhängig von Namensvarianten, Namenswechseln (durch Heirat) oder unterschiedlichen (internationalen) Schreibweisen.

Die 16 Zahlen sind in vier Blöcke unterteilt und durch Bindestriche voneinander getrennt, also z.B. 0000-0012-3456-1234. Deine ORCID ID kannst du ein Leben lang nutzen, denn sie ist unabhängig von Arbeitgebern und Forschungseinrichtungen.

ORCID existiert weltweit. Seit 2012 können sich Wissenschaftler*innen registrieren. Im Moment (Stand: 29.11.2022) existieren laut Statistik-Website von ORCID 15,5 Mio. Live ORCID IDs.

Wozu brauchst du eine ORCID ID?

Kurz gesagt brauchst du eine ORCID ID, um dir und den Verlagen das Leben leichter zu machen.

Deine Publikationen sind dir eindeutig zugeordnet. 37 verschiedene Publikationstypen (Bücher, Buchkapitel, Dissertationen, Poster, Konferenzbeiträge, etc.) können in deinem Profil hinterlegt werden.

Du kannst Publikationen selbstständig eintragen. Oder (und hier kommen wir zum Punkt, der dir das Leben leichter macht) deine Publikationsliste wird automatisch aktualisiert. Das minimiert den Verwaltungsaufwand für dich.

Voraussetzung dafür ist, dass du trusted parties wie Scopus, CrossRef und DataCite die automatische Aktualisierung erlaubst.

Viele Verlage verlangen bereits bei der Einreichung von Manuskripten die Angabe deiner ORCID ID.

In Deutschland engagiert sich das ORCID Deutschland Konsortium (DFG-Projekt) für die Implementierung von ORCID an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Laut Website gibt es aktuell 213.000 registrierte IDs in Deutschland. 84 Forschungseinrichtungen sind zurzeit Mitglied des Konsortiums. Darunter die Charité Berlin und die WWU Münster.

So nutzt du ORCID für dein wissenschaftliches Selbstmarketing

ORCID bietet dir die Möglichkeit, deine Publikationen online zu präsentieren, auch wenn du keine eigene Website hast. Und selbst wenn du eine Website hast, kannst du auf dein ORCID-Profil verlinken. Dort wird die Liste (teilweise) automatisch aktuell gehalten.

Das macht Eindruck und wirkt professionell. Immer mehr Wissenschaftler*innen und Forschungseinrichtungen nutzen ORCID. Sie schätzen daher deine ORCID-Seite als digitale Anlaufstelle, um einen Überblick über deine Publikationen zu bekommen.

Dabei bist du international sichtbar und auffindbar.

Interessant ist ORCID vor allem für CV-Wissenschaftler*innen und Akademische Networker*innen, denen es um das „online gefunden werden“ und die Präsentation ihres akademischen Werdegangs geht.

Wozu Google Scholar da ist

Google Scholar ist eine akademische Suchmaschine, parallel zum „normalen“ Google. Wissenschaftler*innen, Studierende und ähnliche Zielgruppen können mit Google Scholar gezielt wissenschaftliche Dokumente und Quellen recherchieren.

Die Suchergebnisse verweisen vorrangig auf Zeitschriftenartikel, aber auch auf Bücher, technische Berichte, Seminararbeiten, Präsentationen, Konferenzvorträge, Abstracts und Preprints. Nicht wenige Quellen sind frei zugänglich und im Volltext verfügbar. Andere führen zu kostenpflichtigen Angeboten von Verlagen und Fachgesellschaften.

Wenn du Google Scholar von einem Hochschul-Rechner aus nutzt oder einen VPN-Zugang hast, kannst du von Google Scholar aus sogar auf die Artikel der elektronischen Zeitschriften deiner Hochschul-Bibliothek zugreifen.

Das Ranking der Suchergebnisse basiert wie beim normalen Google auf Algorithmen. Die Relevanz wird also nicht von Expert*innen beurteilt, sondern anhand bestimmter Google-Scholar-Kriterien.

Dazu zählen

  • Verfügbarkeit des Volltextes
  • Quelle
  • Häufigkeit der Zitationen
  • Publikationsdatum

Eine Tatsache, die nicht selten für entsprechende Kritik sorgt.

So erstellst du dein Google-Scholar-Profil

Jetzt hast du einen groben Überblick, welche Informationen Google Scholar anzeigt. Die logische Frage ist, warum du ein eigenes Google-Scholar-Profil haben solltest.

Die kurze Antwort: mit einem Google-Scholar-Profil kannst du die Suchmaschine mit Daten zu deinen Publikationen füttern. Veröffentlichungen ergänzen. Metadaten korrigieren. (Vieles wird schon automatisch ausgelesen, aber eben nicht alles korrekt.)

Nicht zu vergessen: mit einem öffentlichen Google-Scholar-Profil kannst du deine Sichtbarkeit erhöhen.

Achja und du kannst mit deinem Profil verfolgen, wer dich wo zitiert und bekommst bei Interesse eine E-Mail-Benachrichtigung darüber.

 

Eine kurze Anleitung

Ein Google-Scholar-Profil kannst du leicht erstellen, wenn du einen Google-Account besitzt. Also solltest du entweder bereits in deinen bestehenden Google-Account eingeloggt sein oder dir einen neuen Account anlegen.

Anschließend rufst du Google Scholar auf und kannst unter „Mein Profil“ deine akademische Zugehörigkeit und deine Interessengebiete ergänzen.

Google Scholar Oberfläche

 

Das Feld „Interessengebiete“ ist laut dieses Blogartikels von Prof. Peter Baumgartner besonders wichtig. Hier solltest du die richtigen Schlagwörter (Deutsch und Englisch) eingeben, die dein Forschungsthema beschreiben. So kann Google Scholar erste Artikel zu deinem Profil zuordnen.

 

Google Scholar - Mein Profil

 

Das Feld „Interessengebiete“ ist laut dieses Blogartikels von Prof. Peter Baumgartner besonders wichtig. Hier solltest du die richtigen Schlagwörter (Deutsch und Englisch) eingeben, die dein Forschungsthema beschreiben. So kann Google Scholar erste Artikel zu deinem Profil zuordnen.

Die Anleitung von Prof. Baumgartner ist bereits von 2014 und daher in den Details vermutlich nicht mehr ganz zutreffend. Aber das Prinzip ist ähnlich geblieben.

Im zweiten Schritt geht es um die Zuordnung deiner Artikel zu deinem Profil. Im dritten Schritt kannst du noch ein paar abschließende Einstellungen vornehmen.

Welche Bedeutung hat Google Scholar für dein Selbstmarketing?

Ich gehe davon aus, dass Google Scholar momentan bekannter ist als ORCID. Insbesondere bei Nicht-Wissenschaftlerinnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Fachjournalist*innen auf der Suche nach Expert*innen Google Scholar nutzen.

Ein gut gepflegtes Google-Scholar-Profil könnte dir daher mehr Sichtbarkeit innerhalb der akademisch interessierten Öffentlichkeit bringen.

Für dein Selbstmarketing mag es auch nicht unerheblich sein, falsche Zuordnungen zu korrigieren oder fehlende Angaben zur korrekten Zitation deiner Artikel zu ergänzen. Denn Google Scholar wird ohne Zweifel viel genutzt.

Du hast sogar die Möglichkeit, durch gezielte akademische Suchmaschinenoptimierung (Academic Search Engine Optimization – kurz: ASEO) deine Artikel noch besser auffindbar zu machen. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Blogartikel.

Alles in allem würde ich dir als Wissenschaftler*in sowohl eine ORCID ID als auch ein Google-Scholar-Profil empfehlen. Einmal eingerichtet hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen.

Anders als bei Social-Media-Kanälen musst du hier nicht täglich oder wöchentlich zusätzlichen Content erstellen. Beide Plattformen sind dazu da, deinen wissenschaftlichen Werdegang und den damit verbundenen wissenschaftlichen Output zu dokumentieren und zugänglich zu machen.

Verrate mir doch gerne in den Kommentaren, ob du Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar machst und welche Vorteile sich für dich daraus ergeben.

Wie viel Sichtbarkeit brauchen Wissenschaftler*innen?

Wie viel Sichtbarkeit brauchen Wissenschaftlerinnen

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wie viel Sichtbarkeit Wissenschaftler*innen brauchen? Welche Online-Profile sind die richtigen? Wo solltest du präsent sein? Wie viel Selbstmarketing ist genug?

Die Antworten auf diese Fragen sind nicht für jede*n gleich. Und komplex. Aber kurz gesagt ist deine Sichtbarkeit als Wissenschaftler*in immer von deinen beruflichen Zielen, deinem Workload, deiner Persönlichkeit und deiner Affinität zu digitalen Medien abhängig.

Und bestimmt auch von technischen und persönlichen Ressourcen.

4 Arten von Sichtbarkeit in der Wissenschaft

Damit es aber noch konkreter für dich wird, habe ich mir 4 Arten von Sichtbarkeit überlegt. Die vier Kategorien basieren auf meiner jahrelangen Workshop-Erfahrung mit Wissenschaftler*innen und der Analyse von hunderten Social-Media-Auftritten und Wissenschaftler*innenwebsites.

Entweder erkennst du dich bereits in einer dieser Kategorien wieder. Oder die Einteilung hilft dir dabei, dich zu entscheiden, wie viel Sichtbarkeit du als Wissenschaftler*in erreichen möchtest.

Bereit? Let’s go!

Übrigens, die Sichtbarkeit (aber auch die Arbeit (!)) steigt mit jeder Kategorie.

Also, wer möchtest du sein?

  • CV-Wissenschaftler*in

  • Akademische*r Networker*in

  • Wissenschaftskommunikator*in

  • Sciencefluencer*in

Notwendige Disclaimer: nichts ist in Stein gemeißelt

Ich erkläre dir gleich, welche typischen Merkmale jede Art von Sichtbarkeit hat. Bevor ich das tue, muss ich aber noch ein paar Dinge vorausschicken.

Kategorien dienen der Vereinfachung. Das ist super praktisch. Heißt aber auf der anderen Seite trotzdem nicht, dass sie nur so existieren dürfen, wie ich sie im Folgenden beschreibe. Im Gegenteil. Die 4 Arten von Sichtbarkeit gehen ineinander über. Es gibt keine scharfe Trennlinie.

Außerdem werden manche Merkmale auf dich gar nicht zutreffen. Oder du identifizierst dich zwar mit einer Kategorie, bist aber in dem sozialen Netzwerk, das für diese typisch sein soll, nicht vertreten. Daran ist nichts falsch. Sieh die Sichtbarkeitstypen eher als Inspiration statt als strenges Regelwerk.

Jetzt geht’s aber wirklich los! 

CV-Wissenschaftler*in

In meinen Workshops ist das die Sichtbarkeitsstufe, die die meisten Wissenschaftler*innen erreichen möchten. Sie wollen online gefunden werden. Und einen guten Eindruck hinterlassen, wenn jemand nach ihrem Namen sucht.

Regelmäßige Beiträge in den sozialen Netzwerken, Interaktion mit Follower*innen und aktive Wissenschaftskommunikation streben CV-Wissenschaftler*innen nicht an. Zeitmangel und das Fehlen interessanter Inhalte, über die sie schreiben könnten, geben sie dabei häufig als Gründe an.

Auf der Website (das kann die Uni-Website oder die persönliche Website sein) sollen vor allem die wissenschaftlichen Fakten über sie als Person zu finden sein. Deshalb sind ihnen der CV und die vollständige Publikationsliste wichtig.

Ihre Profile z. B. bei ORCID, Google Scholar, ResearchGate oder LinkedIn richten sie einmal ein und aktualisieren sie bei Bedarf. Der Aufwand für die Online-Sichtbarkeit soll sich in überschaubaren Grenzen halten. Alle wesentlichen Informationen zur wissenschaftlichen Person sollen Professor*innen, Gutachter*innen und Entscheider*innen trotzdem mit einer schnellen Google-Suche über sie finden.

 

Merkmale CV-Wissenschaftler*in

  • Zielgruppe: alle, Öffentlichkeit
  • keine aktive Wissenschaftskommunikation
  • Online-Profile als CV-Alternative
  • Fokus auf „Gefunden werden bei Bedarf“
  • keine eigenen Beiträge und Posts in Social Media
  • kein Interesse an Interaktion
  • bevorzugte Kanäle: ORCID, Google Scholar, ResearchGate, LinkedIn

Was das für die Sichtbarkeit bedeutet

Als CV-Wissenschaftler*in bist du sichtbar, wenn jemand namentlich nach dir im Internet sucht. Du wirst wahrscheinlich nicht von Journalist*innen aufgespürt werden, weil sie eine*n Expert*in zum Thema „biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien“ suchen.

Das könntest du theoretisch sogar sein. Aber vermutlich gibt es keine Texte, Statements, Beiträge, Tweets oder Interviews mit dir im Netz, in denen du dein Fachgebiet Wissenschaftslaien näher gebracht hast. Und entsprechende Keywords zu dir tauchen daher in einer Google-Recherche nicht auf.

Darüber hinaus bist du anderen Wissenschaftler*innen nicht als aktiv kommunizierende Wissenschaftler*in bekannt. Sichtbarkeit im Rahmen eines persönlichen Netzwerks und die damit verbundene Reichweite entstehen nicht.

Als CV-Wissenschaftler*in hast du die Basis dafür geschaffen, dass die Suchmaschine vernünftige Ergebnisse zu dir und deinem Werdegang ausspuckt. Ein Online-Scientist bist du damit aber noch nicht.

 

Akademische*r Networker*in

Akademische Networker*innen gehen einen Schritt weiter. Sie suchen online bewusst den Kontakt zu Fachkolleg*innen. Dazu nutzen sie bevorzugt Twitter oder LinkedIn.

Im Fokus steht der fachliche Austausch mit der Scientific Community, nicht unbedingt die aktive Wissenschaftskommunikation an die breite Öffentlichkeit.

Das Interesse von Akademischen Networker*innen ist nicht, Zielgruppen außerhalb der Wissenschaft mit ihrem Wissen zu entertainen. Vielmehr geht es darum, den eigenen wissenschaftlichen Wirkkreis zu erweitern.

Wenn sie kommunizieren (und das passiert meistens anlassbezogen), geht es um Artikel, Forschungsergebnisse, Konferenzteilnahmen, die Promotion, die Habilitation, interessante Beiträge in Kolloquien usw.

Hobbys und Interessen, die über die Wissenschaft hinaus gehen, werden selten kommuniziert. Beiträge und Online-Profile sollen vor allem Professionalität und Seriosität ausstrahlen.

Merkmale Akademische*r Networker*in

  • Zielgruppe: Scientific Community
  • keine Wissenschaftskommunikation an breite Öffentlichkeit
  • seriöse Online-Profile
  • Fokus auf Zitationen, Artikel, Konferenzteilnahmen, Promotion
  • Hobbys und Interessen neben der Wissenschaft bleiben oft außen vor
  • Interaktion nur zu bestimmten Anlässen
  • bevorzugte Kanäle: ORCID, Google Scholar, ResearchGate, Twitter, LinkedIn, Website mit Basisdaten

Was das für die Sichtbarkeit bedeutet

Als Akademische*r Networker*in interagierst du online mit anderen Menschen. Genau das führt zu Sichtbarkeit. Du wirst mit deinem Forschungsgebiet, deinen Veröffentlichungen und deinen Wissenschaftsthemen im Kreis deiner Peergroup sichtbar werden.

Und auch darüber hinaus. Du wirst neue Menschen kennenlernen. Natürlich vor allem aus der Scientific Community. Aber ebenso Wissenschaftsjournalist*innen oder Politiker*innen.

Das Prinzip ist (mehr oder weniger) einfach. Je aktiver du bist und mit je mehr Menschen du dich austauschst, desto größer ist deine Sichtbarkeit. Du solltest deinen Erfolg trotzdem weniger in blanken Zahlen messen (also an Follower*innen), sondern eher an der Qualität der Kontakte festmachen.

Wie fruchtbar ist der Austausch? Welche Ideen sind entstanden? An wen kannst du dich wenden? Auf wen kannst du dich verlassen?

 

4 Sichtbarkeitstypen in der Wissenschaft

Wissenschaftskommunikator*in

Wie der Name schon sagt kommunizieren Wissenschaftskommunikator*innen Wissenschaft. Vor allem an die breite Öffentlichkeit, wissenschaftsbegeisterte Laien oder Studierende.

Im Laufe der Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich Wissenschaftskommunikator*innen auch als solche verstehen. Es steckt Begeisterung, Spaß und Leidenschaft dahinter, wissenschaftliche Inhalte für externe Zielgruppen verständlich aufzubereiten.

Der Fokus liegt ganz klar auf dem Austausch mit dem Publikum. Daher veröffentlichen Wissenschaftskommunikator*innen regelmäßig Beiträge in den sozialen Medien. Sie kennen den Vibe ihres Netzwerks, stellen Fragen an ihre Follower*innen und bringen sich in Diskussionen auf  thematisch verwandten Kanälen ein.

Die Inhalte auf Twitter, Instagram, YouTube oder ihrem Blog sind gut vorbereitet. Oft haben Wissenschaftskommunikator*innen eigene ausgedachte Formate oder Kategorien, die sich regelmäßig wiederholen. Für Anfragen zu Interviews, Vorträgen oder als Gast in TV-Formaten sind sie häufig sehr offen.

Merkmale Wissenschaftskommunikator*in

  • Zielgruppe: breite Öffentlichkeit, wissenschaftsbegeisterte Laien, Studierende
  • kreative und aktive Wissenschaftskommunikation
  • aussagekräftige Online-Profile
  • Fokus auf Austausch mit Publikum
  • regelmäßige Beiträge und Posts in Social Media, oft mit eigenen Fotos & Grafiken
  • Interesse an Interviews, Vorträgen, TV-Formaten
  • bevorzugte Kanäle: Twitter, Instagram, YouTube, Blog

Was das für die Sichtbarkeit bedeutet

Wie viel Sichtbarkeit brauchen Wissenschaftler*innen? Das war die Ausgangsfrage dieses Blogartikels. Vielleicht ist dir bis hierhin schon Folgendes klar geworden: Sichtbarkeit ist eine Entscheidung. Wissenschaftskommunikator*innen entscheiden sich klar für Sichtbarkeit. Und die bekommen sie auch.

Bei soviel Einsatz kommt auch viel raus. Vielleicht nicht sofort, aber wer Ausdauer mitbringt, kreativ ist und sich online sympathisch und ansprechbar präsentiert, wird früher oder später gesehen.

Das kann in vorher ungeahnten Ausmaßen gipfeln. Presseanfragen, Moderationsjobs, Dozent*innen-Tätigkeiten, Einladungen in Gremien, Keynote-Vorträge, Kooperationen für neue Forschungsprojekte und so weiter. Mach dich auf Einiges gefasst!

 

Sciencefluencer*in

Ja, auch in der Wissenschaft gibt es Influencer*innen. Zwar wenige, aber es gibt sie. Die Sciencefluencer*innen sind selbst oft noch ziemlich jung (Mitte/Ende 20). Sie schaffen es, einer breiten Öffentlichkeit Wissenschaft als etwas Cooles und Spannendes zu vermitteln.

Und erreichen damit Zielgruppen, die sich für bestimmte Inhalte sonst nie interessiert hätten. Ich finde das sehr beeindruckend.

Von ihren „ernsthaften“ Wissenschaftskolleg*innen werden sie hin und wieder belächelt. Weil oftmals (vermeintlich?) der Lifestyle als Wissenschaftler*in mehr im Fokus steht als die tatsächliche Forschungsarbeit.

Sciencefluencer*innen nehmen ihren Job sehr ernst und stecken viel Zeit und Arbeit in ihre Beiträge. Der Community-Aufbau und die Community-Pflege haben hohe Priorität. Daher haben manche von ihnen mehrere Zehntausend oder Hunderttausende von Follower*innen.

Sciencefluencer*innen sind Vorbilder für junge Menschen und wecken unter Umständen den Wunsch, selbst einmal in die Forschung zu gehen.

Merkmale Sciencefluencer*in

  • Zielgruppe: breite Öffentlichkeit, junge Menschen
  • Wissenschaftskommunikation als 1. oder 2. berufliches Standbein
  • Fokus auf „Lifestyle als Wissenschaftler*in“ (oft mehr Persönlichkeit als Forschung)
  • regelmäßige Beiträge und Posts in Social Media
  • Ziel: Reichweite generieren, große Community aufbauen
  • Community-Aktionen, Gewinnspiele, Kooperationen
  • bevorzugte Kanäle: Instagram, YouTube, TikTok, Blog

 

Was das für die Sichtbarkeit bedeutet

Wenn wir Sichtbarkeit im Sinne von Reichweite definieren, dann hast du als Sciencefluencer*in den Gipfel der Sichtbarkeit erreicht. Mehr geht kaum. Auch hier warten Presseanfragen, Moderationsjobs, Einladungen als Rolemodel und Expert*in auf dich!

Du könntest dir als Sciencefluencer*in eine Karriere neben der Forschung aufbauen. Oder irgendwann das alles hauptberuflich machen.

Als Sciencefluencer*in steht du so oder so vor der Herausforderung, deine Sichtbarkeit und Reichweite verantwortungsvoll zu nutzen. Das darf (und sollte!) aber auch Spaß machen. Also, let’s go!

 

Twittern auf Konferenzen – So twitterst du professionell bei jeder Tagung

Twittern auf Konferenzen

Es ist Sommer. Und nach über zwei Jahren Pandemie finden hier und dort wieder wissenschaftliche Konferenzen und Tagungen statt.

Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie du das Twittern auf Konferenzen für dich nutzen kannst.

Spoiler an dieser Stelle: es gibt ein DAVOR, WÄHRENDDESSEN und DANACH.

In diesem Artikel erfährst du, wie du in jeder Phase deine Konferenzteilnahme optimal für deine Twitter-Aktivitäten nutzt. Los geht’s!

 

VOR der Konferenz – Recherche, Kaffee-Einladungen, Selbstmarketing

Also, das Gedanken machen beginnt idealerweise bereits ein paar Wochen vor der Konferenz.

]Deine erste Aufgabe besteht darin, den Konferenz-Hashtag zu recherchieren. Im besten Fall findest du den Hashtag leicht und schnell auf der Konferenz-Website.

Oder auf einem Flyer oder deiner Anmeldebestätigung. In diesem Fall: Hut ab für die Organisator*innen, die Twitter (und andere soziale Netzwerke) mitgedacht haben.

Ist an den genannten Stellen nichts zu finden, check Twitter selbst, um den Hashtag zu finden. Gib in die Twitter-Suche den Namen der Konferenz oder deren Akronym ein. Nicht selten ergänzt um die aktuelle Jahreszahl.

Du wirst teilnehmen – wer noch?

Kündige circa eine Woche bis drei Tage vorher deine Teilnahme an der Tagung über Twitter an. Nutze dabei den Konferenz-Hashtag. Frage in die Runde, wer von deinen Follower*innen auch dort sein wird.

Du kannst darüber hinaus offene oder ganz gezielte Einladungen zum Kaffee-Trinken aussprechen:

  • „Ich freue mich über Austausch in den Konferenz-Pausen. Wer hat Lust auf einen gemeinsamen Kaffee?“
  • Schön zu wissen @XYZ, dass du auch da sein wirst! Zeit für ein gemeinsames Mittagessen?

Dabei ist es nicht so wichtig, ob ihr euch bereits aus dem realen Leben kennt oder nicht. Im Grunde ist es die ideale Gelegenheit, gerade den Menschen zu einem persönlichen Treffen einzuladen, den du schon immer gerne kennenlernen wolltest.

Die freundliche Einladung wird kaum jemand schroff ablehnen. Außerdem nagelst du dein Gegenüber nicht fest. Sondern triffst eine lockere Verabredung, deren Details ihr noch einmal während der Konferenz klären könnt.

 

Ein wenig Selbstmarketing ist erlaubt

Wenn du auf der Konferenz einen Vortrag hältst, Teil einer Diskussionsrunde bist oder ein Poster präsentierst, kündige auch das über Twitter an.

Teile das Thema deines Beitrags und die Uhrzeit und den Raum. Erwähne, dass du dich über Zuhörer*innen freust und einen lebendigen Austausch.

Aber nenne nicht nur den Titel, sondern füttere deine Community durch kleine Happen (auch in mehreren Tweets) an, was sie im Vortrag erwartet. Welche spannende Frage wirst du beantworten? Welche Methode stellst du vor?

Oder frage deine Follower*innen vorab nach ihren Fragen zu deinem Thema. Die Fragen und Antworten kannst du mit in den Vortrag einbinden. So schaffst du Interaktion und Vorfreude.

 

Studiere das Programm und bereite Tweets vor

Während der Konferenz wirst du ziemlich beschäftigt sein. Wo bleibt da noch die Zeit, zu twittern?

[vc_column_text]Über bestimmte Erlebnisse und Eindrücke kannst du natürlich nur während der Veranstaltung twittern. Ein paar Posts lassen sich aber leicht vorbereiten und mit Hilfe von Social-Media-Tools automatisch veröffentlichen.

Schau ins Programm und plane ein paar Tweets vorab. Zum Beispiel darüber, bei welchen Vorträgen du im Publikum sitzen wirst.

Du kannst die Tweets auch im Entwurf-Modus speichern und dann live vor Ort noch einmal bearbeiten. Das hat den Vorteil, dass du Zeit beim Tippen sparst und eventuell schon den Twitter-Namen der*des Referent*in parat hast.

Glaub mir, es kann Gold wert sein, wenn vorne auf der Bühne geredet wird und du durch gute Vorbereitung schneller Tweets formulieren kannst.

 

WÄHREND der Konferenz – Statements, Zitate und Zwischenmenschliches

Sobald die Tagung stattfindet, besteht deine Aufgabe darin, live von der Veranstaltung zu berichten. Knackige Statements oder griffige Zitate aus Vorträgen in 280 Zeichen kommen häufig gut bei der Twitter-Community kann.

Hat ein*e Referent*in etwas besonders gut in einem Satz auf den Punkt gebracht, zitiere sie*ihn wortwörtlich.

Du kannst dich in einem Tweets auch bei der*dem Vortragenden für den wertvollen Input bedanken. Vor allem wirkungsvoll, wenn diese Person selbst bei Twitter ist. Ein Retweet ist dir so gut wie sicher.

 

Hashtag verfolgen, retweeten, kommentieren

Deine zweite Aufgabe für das Twittern auf Konferenzen lautet, selbst dem Konferenz-Hashtag zu folgen. Schau immer mal wieder, was andere Wissenschaftler*innen tweeten.

Der Vorteil daran: du wirst über spannende Sessions informiert, kannst gelungene Tweets retweeten. Und erfährst darüber, wer noch alles da ist.

Twittern auf Konferenzen bedeutet nicht nur, selbst zu tweeten, sondern sich auch in Diskussionen einzubringen. Also kommentiere ebenfalls fleißig Tweets der anderen anwesenden Forscher*innen.

 

Zwischenmenschliches, Kurioses, Erstaunliches, Sehenswertes tweeten

Neben den professionellen Inhalten eignet sich so eine Konferenz hervorragend dazu, ein bisschen Zwischenmenschliches in die Tweets einfließen zu lassen.

Wen hast du getroffen? Wie ist die Location? Bietet der Tagungsort einen Hammerausblick? Wie grandios war das Buffet? Wie sieht dein Abendprogramm aus? Was hat dich überrascht?

Lass deine Follower*innen am Drumherum teilhaben. So als wären sie selbst dort. Das kommt in den meisten Fällen gut an.

 

NACH der Konferenz – Highlights, Zusammenfassung, Dank

Die Tagung ist vorbei und du wieder zu Hause. Jetzt kannst du die Gelegenheit für eine kleine Nachlese nutzen.

Formuliere 3-4 Tweets oder einen Thread über die Highlights deiner Teilnahme. Welche Erkenntnisse hast du mitgenommen? Welche Begegnungen haben dich beeindruckt? Wie lief dein eigener Vortrag?

Wenn du Fotos gemacht hast, kannst du auch eine kleine Fotostrecke posten und kurze Erläuterungen dazu schreiben.

Wenn du möchtest (und das auch tatsächlich deiner Meinung entspricht) bedanke dich bei den Organisator*innen über Twitter.

Oder kommuniziere, dass du dich auf das Zusammentreffen im nächsten Jahr freust. Falls du bereits den Termin und den Ort kennst, teile dies als Service-Info mit deinen Follower*innen.

 

Studie: Männer twittern auf wissenschaftlichen Konferenzen anders, Frauen auch

Übrigens scheint es geschlechtsspezifische Unterschiede zu geben, worüber auf Tagungen getwittert wird.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 fand heraus: Männer verschicken häufiger Tweets mit Links und twittern häufiger über Konferenzbedingungen. Frauen hingegen twittern häufiger über Konferenzinhalte.

Im Fazit der Studie heißt es: „Männer und Frauen neh­men also während des wissenschaftlichen Twitterns unterschiedliche Rollen wahr und verfolgen mit ihren Tweets verschiedene Zielsetzungen (z. B. Frauen be­richten und Männer weisen auf eigene Texte hin).“

Daher lege ich vor allem den Wissenschaftlerinnen ans Herz, das Twittern auf Konferenzen auch bewusst dazu zu nutzen, auf eigene Paper aufmerksam zu machen.

Twittern auf Konferenzen: Offline vs. online

Abschließend noch ein paar Worte zu den Unterschieden zwischen Offline- und Online-Konferenzen. Meiner Wahrnehmung nach wird auf Online-Konferenzen weniger getwittert.

Da die Wissenschaftler*innen sich auf Online-Konferenzen sowieso im digitalen Raum bewegen, ist der Impuls sich noch einmal woanders digital zu äußern (also zu twittern) geringer.

Einige der im Artikel genannten Tipps fallen hier weg (Kaffee-Einladungen, Zwischenmenschliches…). Trotzdem kannst du auch digitale Konferenzen vertwittern.

Vorteil: du sitzt direkt am digitalen Endgerät, kannst schnell Twitter-Namen von Referent*innen recherchieren und bist weniger vom analogen Drumherum abgelenkt.

Welche Konferenz steht bei dir als nächstes an? Und welche der genannten Tipps kannst du umsetzen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Die Twitter-Formel für mehr Interaktion

Die Twitter Formel fuer mehr Interaktion

Tweets dürfen 280 Zeichen lang sein. Ist es nicht immer ein kleiner innerer Sieg, wenn dein Text genau in dieses Zeichenlimit passt? Ich hüpfe dann häufig kurz innerlich auf und ab.

Aber wie formulierst du deine Tweets? Hast du ein Konzept? Eine Art Formel, die immer gut funktioniert?

In diesem Blogartikel möchte ich dir meine ganz persönliche Twitter-Formel vorstellen. Im Grunde ist es eine Strategie, die dafür sorgt, dass Tweets mehr Aufmerksamkeit und mehr Reaktionen bekommen.

 

Brauchst du eine Text-Strategie?

Vielleicht fragst du dich, ob so eine Strategie überhaupt notwendig ist. Schließlich ist der Inhalt wichtig. Und wer sich nicht für deine Inhalte interessiert, soll weiterziehen.

Jedenfalls liegt es dir mehr als fern, den Text deines Tweets unter das Diktat von Likes und Retweets zu stellen.

Gute Argumente. Dazu hätte ich auch keine Lust. Aber wozu twittern wir denn alle? Doch gerade weil wir wahrgenommen werden möchten.

Dabei geht es nicht darum, deine Tweets bis zur Unkenntlichkeit umzuformulieren. Du sollst nicht das Gefühl haben „das bin nicht mehr ich, der*die hier twittert“.

Die Twitter-Formel kann dir allerdings ein Gerüst bieten, damit deine Tweets etwas mehr auf den Punkt formuliert sind. Hast du Lust, es auszuprobieren?

 

Deine Twitter-Formel: Aufmerksamkeit, Botschaft, Interaktion

 

1. Wie gewinnst du die Aufmerksamkeit deiner Follower*innen?

Im Prinzip ist es genau das, worum wir in den sozialen Netzwerken buhlen: Aufmerksamkeit!

Es gibt so viele Inhalte. Mach dir bewusst, wie viele Nachrichten und Tweets mit jedem Öffnen der Twitter-App auf deine Follower*innen einprasseln.

Starte deinen Tweet daher mit einem Problem, einer Frage oder einer Geschichte. Etwas, wozu deine Zielgruppe eine Verbindung herstellen kann, worin sie sich wiedererkennt. Oder etwas, das eine Emotion in deinen Follower*innen weckt.

 

2. Was ist deine Botschaft?

Der Mittelteil des Tweets ist für deine „eigentliche Botschaft“ reserviert. Warum schreibst du diesen Tweet? Was sollen deine Follower*innen erfahren?

Bring an dieser Stelle prägnant dein Thema oder dein Anliegen rüber. Natürlich sollte es eine sinnvolle Verbindung zum ersten Teil geben, in dem du ein Problem geschildert oder eine Frage gestellt hast.

 

3. Sorge für Interaktion!

Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass Twitter ein Networking-Tool ist. Es geht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Menschen kennen zu lernen. Zu diskutieren. Zu ermutigen. Zu fragen. Zu antworten.

Idealerweise schließt du deinen Tweet deshalb mit einer Frage an deine Community ab. Du kannst sie auch um ihre Meinung oder um Tipps zu einem Thema bitten.

Stell keine Pseudo-Fragen. Also wirklich nur Fragen, an deren Antwort du interessiert bist. Deine Art Fragen zu stellen, sollte außerdem zum Rest deines Kommunikationsstils passen.

Wenn du bisher keinen Fokus auf Interaktion gelegt hast, müssen deine Follower*innen sich erst daran gewöhnen. Sei deshalb nicht sofort entmutigt, wenn es eine Weile dauert, bis deine Follower*innen „sich trauen zu antworten“.

 

Twitter-Formel merken: A-B-I

Du möchtest dir die Twitter-Formel leicht merken? Dann präge dir die drei Anfangsbuchstaben A-B-I ein. Ich bezeichne die Twitter-Formel auch gerne als ABI-Formel.

A: Aufmerksamkeit!
B: Botschaft!
I: Interaktion!

Und damit wir nicht nur theoretisch bleiben, zeige ich dir im nächsten Abschnitt die praktische Anwendung der ABI-Formel anhand von ein paar Beispielen.

Praktische Beispiele für die Twitter-Formel

„Wie sieht eine gute Twitter-Biografie bei Wissenschaftler*innen aus? [Aufmerksamkeit] Ich habe Tipps und Ideen für euch gesammelt und ein paar nachahmenswerte Beispiele eingebaut. [Botschaft] Wer alles dabei ist, seht ihr im Thread.

„Ich bräuchte mal wieder eure Hilfe. [Aufmerksamkeit] Ich suche Blogs von Professorinnen. Als Best-Practice-Beispiele für einen Workshop mit Professorinnen. [Botschaft] Welche Blogs könnt ihr empfehlen? [Interaktion]

„Networking auf Twitter ist manchmal gar nicht so einfach oder? Wie vernetzt man sich mit anderen Wissenschaftler*innen? [Aufmerksamkeit] In der neuen Podcastfolge von @Coachingzonen sprechen Jutta und Wergen und ich genau darüber. [Botschaft] Welche Tipps habt ihr für die Vernetzung auf Twitter? 

Interaktion gefällt dem Algorithmus

Die Twitter-Formel musst du natürlich nicht in 100 Prozent der Fälle anwenden. Nicht jeder Inhalt eignet sich dafür. Aber gerade wenn es dir um Interaktion mit deinen Follower*innen geht, kannst du sie anwenden.

Mach dir Folgendes bewusst. Jede Antwort, jeder Retweet, jedes Like führt dazu, dass dein Tweet neuen potentiellen Follower*innen angezeigt wird. Denn wenn Follower*in XY dir auf einen Tweet antwortet, sehen das dessen*deren Follower*innen auf ihrer Timeline. Ein Domino-Effekt.

Du bekommst nicht nur Aufmerksamkeit bei Menschen, die dich bisher nicht kannten. Du sorgst auch dafür, dass die User*innen sich mit deinen Inhalten beschäftigen und länger auf der Plattform bleiben. Das wiederum gefällt dem Twitter-Algorithmus.

Und der Twitter-Algorithmus sorgt für noch mehr Sichtbarkeit deiner Tweets. Klingt doch gut oder?

Jetzt wünsche ich dir viel Erfolg beim Ausprobieren der Twitter-Formel! Falls du bereits eine eigene Text-Formel für Tweets entwickelt hast, teile sie mit uns in den Kommentaren.

 

Crashkurs für wissenschaftliche Blogartikel – So gelingt der erste Beitrag auf deinem Wissenschaftsblog

Crashkurs fuer wissenschaftliche Blogartikel

Einen Wissenschaftsblog zu betreiben kostet ohne Frage viel Arbeit und Zeit. Trotzdem gibt es da draußen einige Wissenschaftler*innen, die darauf richtig Lust hätten.

Allerdings wissen sie häufig nicht so recht, wie man denn nun einen guten Blogartikel über ein wissenschaftliches Thema schreibt. Gehörst du auch dazu?

Wenn ja, lehn dich entspannt zurück! Dieser Blogbeitrag wird eine Art „Crashkurs für wissenschaftliche Blogartikel“. Damit der erste Beitrag auf deinem Wissenschaftsblog richtig gut wird.

Wie Wissenschaftler*innen schreiben

Blogartikel funktionieren anders als wissenschaftliche Artikel. Die Struktur eines wissenschaftlichen Beitrags kennst du sicherlich in- und auswendig. Wenn du wissenschaftlich schreibst, gliedert sich der Text in folgende Abschnitte:

  • Titel
  • Abstract
  • Einführung
  • Methoden
  • Ergebnisse
  • Diskussion
  • Fazit/Ausblick
  • Referenzen

Darüber hinaus ist eine persönliche Perspektive oder sogar das Wörtchen „Ich“ in einem wissenschaftlichen Paper nicht erwünscht. Dein Artikel ist voll von Fachtermini. Und in einer Art „wissenschaftlicher Geheimsprache“ geschrieben, die meist nur Fachkolleg*innen verstehen.

 

Wie Blogger*innen schreiben

Blogartikel hingegen leben von der Persönlichkeit der Verfasser*in. Neben den eigentlichen Fakten (um die es natürlich auch in Blogartikeln geht) fesseln gerade persönliche Erfahrungen, Anekdoten und Geschichten mitten aus dem Leben deine Leser*innen.

In einem wissenschaftlichen Blogartikel ist es deine Aufgabe, diese Verbindung zwischen deiner Forschung und der Alltagswelt, den persönlichen Herausforderungen, drängenden Fragen oder den Emotion deiner Leser*innen zu schaffen.

Der Experimentalphysiker Sir Paul Callaghan soll folgenden Satz gesagt haben:

Telling stories, simply and clearly, is the means by which we connect science with humanity.

Ich möchte noch einmal auf die beiden Worte „simply and clearly“ hinweisen. Formuliere deine Blogtexte so einfach wie möglich. Natürlich hängt es ein wenig davon ab, ob du dich mit deinen Blogartikeln an Fachkollelleg*innen oder die breite Öffentlichkeit wendest.

Aber im Grunde kannst du einen Blogartikel nie zu einfach und zu verständlich schreiben. Was dir dabei hilft, sind folgende Punkte:

 

  • Erzähle Geschichten. Nicht nur Fakten.
  • Schreibe kurze Sätze. Keine Schachtelsätze.
  • Mach dazu lieber einen Punkt. Statt eines Kommas.
  • Verwende Zwischenüberschriften, Absätze, Bilder, Zitate, Links. Keine Textwüsten.
  • Schreib in aktiver Sprache. Keine passive Sprache.
  • Formuliere knackig kurze Überschriften. Keine langweiligen und langen Überschriften.
  • Bring Authentizität und Begeisterung in deine Texte. Keine Langatmigkeit.
  • Schreib ca. 800 bis 1000 Wörter. Keine ultralangen Abhandlungen.

 

Und wenn du dich nun fragst, wie sieht so ein gelungener Blogartikel über ein wissenschaftliches Thema aus? Dann empfehle ich dir die folgenden Texte:

 

Crashkurs für wissenschaftliche Blogartikel: So gehst du vor!

Wie baust du nun deinen ersten wissenschaftlichen Blogartikel auf? Lass uns das Schritt für Schritt durchgehen.

Schritt 1: Schreibe eine starke Überschrift, die Aufmerksamkeit schafft

An der Überschrift hängt wirklich viel. Meistens entscheiden wir anhand der Überschrift, ob wir den Text ganz lesen.

Oder ob wir überhaupt auf den Link klicken, um zum Artikel zu gelangen.  Bedenke das, wenn du beispielsweise deinen Blogtext in einem sozialen Netzwerk bewirbst.

Eine gute Überschrift, ist eine Überschrift, die Vorfreude aufs Lesen weckt. Und in der ich als Leser*in bereits einen Nutzen erkenne. Formuliere deine Überschrift daher wie ein Versprechen oder die Lösung eines Problems.

Ich habe vor einiger Zeit einen ganzen Blogartikel darüber geschrieben, wie du starke Überschriften formulierst. Dort findest du auch zahlreiche Beispiele.

 

Schritt 2: Formuliere eine überzeugende Einleitung

Die Einleitung ist der kleine Bruder oder die kleine Schwester der Überschrift. Du bist immer noch dabei, deine Leser*innen davon zu überzeugen, den gesamten Text zu lesen.

Halte dich daher kurz und knapp. Versuche, sanft in das Thema einzuleiten. Und die Spannung auf den Rest hoch zu halten.

Ganz gut funktionieren kleine Cliffhanger. Zum Beispiel eine Frage, die du erst im Laufe des Textes beantwortest. Oder du deutest an, dass du von deinen Erfahrungen mit Thema XY berichten wirst. Das macht Menschen neugierig.

 

Schritt 3: Erzähle im Hauptteil, was du erzählen möchtest

]Jetzt geht es um den eigentlichen Kern deines Artikels. Schreibe hier über die Idee, das Projekt, den Erfolg, das wissenschaftliche Ergebnis, das du mit dem Blogbeitrag kommunizieren möchtest.

Versetze dich dabei in deine Zielgruppe. Sprich sie direkt an. Beziehe sie sprachlich (durch Fragen oder das Wörtchen „du“) in den Text mit ein.

Überleg dir, wie du deiner Zielgruppe deine Botschaft vermitteln kannst. Und ihr gleichzeitig das Gefühl gibst, dass sie selbst einen Nutzen aus dem Artikel ziehen kann.

Strukturiere den Artikel gut. Bringe pro Absatz nur eine Idee unter. Im Grunde kannst du gar nicht genug Absätze machen. Häufig bietet es sich an, bereits nach drei Sätzen einen Absatz zu machen.

Und verwende ausreichend Zwischenüberschriften. Zwischenüberschriften sind Anker, an denen sich die Augen orientieren.

 

Schritt 4: Schließe den Artikel richtig ab

Manchmal macht es Sinn, beim Schreiben mit dem Fazit bzw. dem Schluss zu beginnen. Dann weißt du, in welche Richtung sich dein Blogtext im Hauptteil entwickeln muss.

Fasse am Ende die wichtigsten Punkte deines Textes noch einmal zusammen. Nimm Bezug auf die Einleitung. Stell deinen Leser*innen eine Frage. Oder sprich ihnen zu einem bestimmten Thema Mut zu.

Der Schluss deines Textes sollte aus dem gesamten Artikel eine Runde Sache machen. Richtig gut wäre es, wenn deiner Leser*innen an dieser Stelle das Gefühl bekommen, dass dieser Text sie auf die eine oder andere Art bereichert hat.

 

Echte Beispiele für Blogtexte von Wissenschaftler*innen

Was wäre ein Crashkurs für wissenschaftliche Blogartikel ohne authentische Beispiele?

Hier möchte ich dir ein paar Texte zeigen, die in den letzten Monaten in meinen Workshops entstanden sind. Geschrieben von Nachwuchswissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen, die das erste Mal gebloggt haben.

Aufgabe war es, eine Überschrift und einen Einstieg in einen Blogartikel zu einem Thema ihrer Wahl zu schreiben.

 

Beispiel Nr. 1: Wie mobilisiert Fridays For Future ihre Unterstützer in Zeiten von Corona?

Wenn der Protest auf der Straße nicht mehr erlaubt ist, ist die Gefahr groß, dass soziale Bewegungen wie Fridays For Future ihre Anhängerschaft verlieren. Um diesem Schicksal zu entkommen, setzen die Aktivisten aktuell auf neue, digitale Wege um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

In unserer aktuellen Studie haben wir Aktivisten befragt, was genau sie machen, um in Zeiten der Corona-Krise nicht an Bedeutung zu verlieren. Wie ändert sich eure Strategie? Welche digitalen Tools nutzt ihr jetzt verstärkt? Wie erfolgreich seid ihr damit?

Das sind nur einige der spanenden Fragen, die uns 352 Aktivsten aus verschiedenen Ortsgruppen bundesweit beantwortet haben. Erfahre hier mehr zu den zentralen Aussagen und wichtigsten Veränderungen zu der Bewegung Fridays for Future…

Beispiel Nr. 2: Warum habe ich Heuschnupfen?

Kaum lassen wir den Winter hinter uns und freuen uns über die ersten Sonnenstrahlen, da fängt auch schon die Nase an zu kitzeln und die Augen jucken. Wer das kennt, dem geht es so wie etwa 12 Millionen Deutschen, die unter Heuschnupfen leiden.

Je nachdem, um welches Allergen es sich handelt, beginnen die ersten Symptome bereits im tiefsten Winter, wenn ab Januar die Hasel blüht. Oder gehen bis in den Spätsommer hinein bei einer Allergie gegen Gräserpollen.

Doch was steckt eigentlich hinter dieser Überreaktion unseres Körpers? Spielen genetische Ursachen eine Rolle oder eher die Umwelt? Und hat es sogar Vorteile, unter einer Allergie zu leiden?

Diesen Fragen möchte ich heute nachgehen und dabei wie immer vor allem auf unser Immunsystem schauen…

 

Beispiel Nr. 3: Was passiert, wenn es kein Feedbacksystem gibt?

Feedback ist ein wichtiges Instrument, das dir hilft, die Ergebnisse deiner Arbeit zu verbessern.

Feedback bekommen, Feedback geben, Feedback als Tool integrieren: In diesem Artikel schauen wir uns an, was passiert, wenn es kein Feedbacksystem gibt und wie es uns gelingt die Power des Feedbacks möglichst auszuschöpfen…

Beispiel Nr. 4: 7 strategies to improve your language skills

Have you ever wondered how polyglots learn so many languages quickly, while some can barely master two? Do you want to improve your skills without paying for numerous courses or doing boring tasks?

As soon as I reveal that I am a neurolinguist, people say: „Oh great! Can you tell me how to make my brain learn language X?“

reply that I am not a certified teacher, but I can share how I managed to learn 5 languages…

Schreiben lernst du nur durchs Schreiben

Schreiben ist Übungssache. Auch bei Blogbeiträgen. Ich hoffe dieser Crashkurs für wissenschaftliche Blogartikel hat dich dazu ermutigt, es einfach zu versuchen. Falls demnächst ein Blogartikel von dir online geht, tagge mich bei Twitter oder Instagram und ich schaue gerne vorbei.

Twittern als Team – Einen Team-Account organisieren (Teil 2)

Twittern als Team – Einen Team Account organisieren Teil 2

Worauf musst du achten, wenn du gemeinsam mit einem Team einen Twitter-Account managst? Das beste Tool, mit dem du dieses Vorhaben umsetzt, habe ich dir im ersten Teil dieser Mini-Blogartikelserie vorgestellt.

In diesem Artikel gebe ich dir Tipps und Anregungen, wie du einen Team-Account organisieren kannst. Eine gute Struktur im Hintergrund ist meiner Erfahrung nach fast noch wichtiger als Technik.

Allerdings wirst du in diesem Text keine „One-fits-all-Lösung“ finden. Denn dazu sind Teams und ihre Voraussetzungen zu heterogen. Du bekommst viel mehr einen Leitfaden an die Hand. Und lernst, welche Fragen im Team geklärt werden müssen. Damit du und dein Team produktiv und mit Spaß gemeinsam twittern können.

 

Team-Account organisieren – Wie groß ist das Commitment?

Vielleicht hast du schon konkrete Vorstellungen davon, wer aus deinem Team alles mittwittern soll. Vermutlich möglichst viele, damit viel Content entsteht.

Oder dein Team ist eher klein. Aber diese eine Kollegin muss unbedingt dabei sein, denn sie verantwortet Bereich XY oder ist Expertin für Thema YZ in eurer Forschungsgruppe. Und genau dieses Thema MUSS bei Twitter auftauchen.

„Wer im Team hat richtig Lust auf Twitter?

Schön und gut. Alles nachvollziehbare Gründe. Aber bevor irgendwer zwangsverpflichtet wird, macht es in meinen Augen sehr viel Sinn, kurz zu überlegen: Wer hat richtig Bock auf Twitter?

Klar, bei manchen muss die Begeisterung erst noch geweckt werden, weil sie Twitter noch nicht richtig kennen und verstehen. Mach dir aber bereits jetzt (zumindest gedanklich) eine Notiz, wer von Anfang an von der Twitter-Sache überzeugt ist.[

Ich versichere dir, man merkt den Tweets an, ob und mit viel Herzblut und Begeisterung sie geschrieben sind. Und das ist für den Twitter-Erfolg manchmal ausschlaggebender als reine Zahlen, Daten, Fakten. (Die sollten natürlich trotzdem stimmen.)

 

Wer gehört zum Core-Team?

Egal wie groß oder klein dein Twitter-Team sein wird. Es existiert höchstwahrscheinlich immer ein Binnen-Team.

Das sind zwei bis vier Personen (manchmal auch nur eine Person), die ein bisschen mehr Verantwortung tragen als die anderen Teammitglieder. Das ergibt sich aus bestimmten Verantwortlichkeiten, Hierarchien oder Talenten.

Mach dir bewusst, wer zum Binnen-Team gehört und welche Aufgaben es koordiniert. Zum Beispiel die Verwaltung der Zugangsdaten für Twitter, das Einberufen von Teammeetings oder das Hinzufügen neuer Teammitglieder zum Team-Account.

 

Müssen Tweets oder Beiträge abgesegnet werden?

In einigen Konstellationen gibt es Chef*innen, die Tweets vorab freigeben möchten. Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar. Es soll schließlich nichts schief gehen.

Leider ist es wenig praktikabel. Twitter ist ein schnelllebiges und spontanes Medium. Tweets zu autorisieren dauert meistens (zu) lange. Außerdem könnte es bei den Mitarbeitenden ein Gefühl von mangelndem Vertrauen hervorrufen.

Zu Beginn einen gemeinsamen Weg zur Abstimmung finden, später Zügel locker lassen.

Nichtsdestotrotz können sensible Inhalte bei Bedarf vorher abgestimmt werden. Im Grunde reicht ein einfaches Excel-Dokument (am besten online-basiert, damit Änderungen sofort für alle sichtbar sind).

infach den ausformulierten Tweet mit Datum, Uhrzeit und Hashtags in die entsprechenden Spalten eintragen und das Go von oben holen. Wenn sich alle Beteiligten im Laufe der Zeit mit dem Medium Twitter wohler fühlen, können solche (etwas umständlichen) Sicherheitsnetze auch gelockert oder wieder abgeschafft werden.

 

Wie stimmen sich Gruppenmitglieder untereinander ab?

Bei Mitgliedern einer größeren Gruppe stellt sich manchmal die Frage, ob jeder Tweet oder Retweet (ganz basisdemokratisch) von allen abgesegnet werden muss. Auch das ist wenig praktikabel.

Der Grundsatz sollte lauten: Alle tweeten im besten Sinne für die Gruppe. Was man nicht öffentlich mit dem eigenen Namen an eine Litfaßsäule schreiben würde, hat auch bei Twitter keinen Platz. Der Rest ist gesunder Menschenverstand.

Erstelle darüber hinaus gemeinsam mit deinem Team eine Übersicht, welche Themen alle Teammitglieder bedenkenlos auf dem Twitter-Kanal spielen können. So existiert eine Basis, der*die Einzelne kann aber frei über seinen*ihren Tweet entscheiden.

 

Sicherheit schaffen mit Leitlinien

Sicherheit können auch Leitlinien schaffen, auf die sich dein Team einigt. Eine Art kleines Twitter-Manual oder Nachschlagewerk, in dem bestimmte „Regeln“ festgehalten werden. Zum Beispiel, ob Follower*innen generell geduzt oder gesiezt werden.

Wie nahbar, humorvoll oder persönlich getwittert werden darf. In welchen zeitlichen Abständen Tweets möglichst online gehen sollten. Oder ob dein Team und du Diskussionen anstoßen wollen.

Weitere Fragen, die du mit dem Team klären solltest: Welchen Accounts folgt der Team-Account? Wer entscheidet das? Welche Hashtags sollen deine Teammitglieder in ihren Tweets verwenden?

Du siehst, einen Team-Account organisieren, heißt, viele Absprachen zu treffen. Allerdings gehört auch eine große Portion Vertrauen in die Teammitglieder dazu. Und natürlich der Spaß am Twittern!

 

Twitter-Routine und Redaktionsplan

Twittern im Team bedeutet immer: Tweets selbst schreiben! Ich habe oft gehört, dass inhaltliche Zuarbeiten, aus denen andere dann den eigentlichen Tweet formulieren sollen, nicht gut funktionieren.

Für den Anfang kann auch eine Twitter-Routine und ein Redaktionsplan mit geplanten Tweets sinnvoll sein. Hier gibt es aber keine generelle Empfehlung von mir. Denn je größer das Team desto größer die Unverbindlichkeit einzelner Personen (zu twittern, an Meetings teilzunehmen, etc.). Das liegt (leider) in der Natur der Sache.

Twitter-Routine und Redaktionsplan eignen sich daher eher für kleine Teams oder ein Binnen-Team.

 

Schnelle Absprachen per Chatkanal

Zum Schluss noch ein Tool-Tipp für schnelle Absprachen zwischen den Teammitgliedern. Rocket.Chat ist eine Open-Source-Team-Chat-Plattform, die inzwischen von einigen Hochschulen für die Campus-Kommunikation genutzt wird.

Nutze daher einen Chatkanal, wenn du mit deinem Team schnell auf einen Tweet oder Kommentar bei Twitter reagieren möchtest. Und ihr vorab dazu noch etwas klären müsst.

Hast du weitere Tipps und Ideen, wie man einen Team-Account organisieren kann? Lass es mich in den Kommentaren oder bei Twitter wissen.

Twittern als Team – Der ultimative Tooltipp für Forschungsgruppen und Institutionen (Teil 1)

Twittern als Team – Der ultimative Tooltipp fuer Forschungsgruppen und Institutionen Teil 1

Twittern als Team? Wie geht das technisch? Wie organisieren wir uns? Und muss die Chef*innenetage vorher jeden Tweet absegnen?

Mich erreichen immer mehr Anfragen von Forschungsgruppen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die vor dieser Herausforderung stehen.

Deshalb gibt es an dieser Stelle Hilfe! Da das Thema Twittern als Team mehrere Dimensionen hat, teile ich das Ganze in zwei Blogartikel auf. Vielleicht auch drei.

Im ersten Teil zeige ich dir, mit welchem Tool Twittern als Team überhaupt möglich ist. Ohne das Twitter-Passwort miteinander zu teilen. Warum das sinnvoll ist, erkläre ich dir später. Lass uns zunächst mit der Einrichtung eines Team-Accounts beginnen.

 

Twittern als Team mit Tweetdeck

Zunächst einmal brauchst du einen Account, der von dir und deinem Team betreut werden soll. Also einen Forschungsgruppen- oder Instituts-Account. Falls dieser noch nicht existiert, registriere dich bei Twitter.

In einem früheren Blogartikel gebe ich dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger*innen. Diese bezieht sich zwar auf ein Personenprofil bei Twitter. Du kannst die Tipps aber leicht abwandeln, um einen institutionellen Account aufzubauen.

Dein Team-Account steht? Dann wird es Zeit, das Tool Tweetdeck kennen zu lernen. Du kennst Tweetdeck bereits? Perfekt! Aber vielleicht wusstest du noch nicht, dass du damit einen Twitter-Account von mehreren Personen betreuen lassen kannst.

Die vielen tollen Dinge, die Tweetdeck noch kann, habe ich hier für dich aufgeschrieben.

 

So fügst du andere Twitter-User als Team-Mitglieder hinzu

Gib die URL https://tweetdeck.twitter.com/ ein. Solltest du bereits in deinen Twitter-Account eingeloggt sein, siehst du direkt die Tweetdeck-Oberfläche deines Team-Accounts. Falls nicht, logge dich bei Tweetdeck mit deinen Twitter-Anmeldedaten ein.

Klick in der linken Menü-Spalte auf das Symbol, das zwei Personen repräsentiert. Dann öffnet sich die Spalte „Accounts“ und du siehst den Button „Manage team“.

 

Tweetdeck Manage Team Spalte

Wenn du auf „Manage team“ klickst, öffnet sich ein neues Fenster und du kannst unter „Add a team member“ den Twitter-Namen der Person eingeben, die mit dir gemeinsam den Team-Account betreuen soll.

Du kannst dieser Person die Rolle „Contributor“ oder „Admin“ zuweisen. Der Unterschied besteht darin, dass Admins ebenfalls das Team managen können. Also Teammitglieder hinzufügen oder entfernen können.

Hast du das Team-Mitglied hinzugefügt, erscheint der Account unter Team members. Denke daran, dass die Person eine Nachricht erhält, sobald du sie hinzugefügt hast. Es ist also sinnvoll, vorher miteinander abzusprechen, ob und mit welchem Twitter-Account die Person Teil deines Team werden soll.

Tweetdeck Add a team member

So tweetet das Team-Mitglied im Namen des Team-Accounts

Schauen wir uns das Ganze nun aus der Perspektive des Team-Mitglieds an. Wenn dein Team-Mitglied im Namen der Forschungsgruppe oder der Institution twittern soll, kann er*sie das über das eigene Tweetdeck.

Einen Tweet kann dein Team-Mitglied ganz normal über das blaue Symbol mit der Feder verfassen. Oben kann er*sie auswählen, für welchen Account der Tweet bestimmt ist.

Sowohl die Tweets für den eigenen Account als auch für den Team-Account erscheinen in der Spalte „Scheduled“, wenn die Tweets im Voraus geplant werden. So behält man leicht den Überblick.

 

Tweetdeck Spalten Messages Mentions all Accounts

Direktnachrichten, Kommentare und Erwähnungen über das Tweetdeck managen

Twittern als Team bedeutet jedoch nicht nur, Tweets im Namen eines anderen Accounts zu verfassen. Sondern auch auf Direktnachrichten, Kommentare oder Erwähnungen zu reagieren.

Dazu sollte dein Team-Mitglied über das blaue Plus-Symbol zwei wichtige Spalten hinzufügen. Zum einen „Messages (all accounts)“ und zum anderen „Mentions (all accounts)“. So gehst du sicher, dass ihr als Team alles mitbekommt, was bei Twitter passiert. Und auch entsprechend interagieren könnt.

Test Tweet alle Accounts Tweetdeck

Gemeinsame Hashtags, Websites und User für Spalten festlegen

Tweetdeck erlaubt es nicht, auch die Spalten für Hashtags oder User miteinander zu teilen. Wenn dein Team-Mitglied bei einem oder mehreren Hashtags auf dem Laufenden sein soll, um dies für Tweets im Namen des Team-Accounts zu nutzen. Oder um sich auf die Twitteraktivitäten eines anderen Users zu beziehen. Sprecht darüber![

Sobald ihr wichtige Hashtags und User festgelegt habt, sollte jede*r diese individuell im Tweetdeck anlegen.

 

Noch ein Wort zum Passwort teilen oder besser nicht teilen

Theoretisch kannst du einen Team-Account auch managen, indem jede*r das Passwort erhält. Dann ist das Hinzufügen von Team-Mitgliedern nicht notwendig. Die Weitergabe eines Passworts birgt aber generell Risiken.

Eventuell verlierst du irgendwann den Überblick, wer das Passwort alles bereits kennt. Mitarbeitende wechseln den Job und sind irgendwann nicht mehr für den Account zuständig, haben aber noch Zugriff.

Außerdem erhältst du per E-Mail generell eine Warnung, sobald sich jemand von einem anderen Computer/Standort in deinen Twitter-Account einloggt. Dieses Sicherheitsfeature ist natürlich sinnlos, wenn sich viele Mitarbeitende von unterschiedlichen Stellen einloggen.

Ich empfehle dir daher, die Team-Management-Funktion von Tweetdeck zu nutzen. Und so deinen Team-Account optimal zu schützen.

 

Wie geht’s weiter?

Im zweiten Teil dieser Mini-Serie wird es darum gehen, wie du dein Team am besten organisierst. Braucht ihr einen Redaktionsplan? Wer twittert wann und wie viel? Was sind eure Twitter-Themen?

Wie bekommt ihr ein gemeinsames Wording hin? Müssen Tweets abgesegnet werden? Du siehst, es gibt viel zu besprechen. Mehr dann im zweiten Teil „Twittern als Team“.

Grafik-Tool Canva: Visuelle Inhalte für die Wissenschaftskommunikation leicht selbst gestalten

Grafik Tool Canva 1

Wenn du digital Wissenschaft kommunizierst, kennst du das Problem. Für Tweets und Posts brauchst du hier und da eine coole Grafik. Für Blogartikel ein Beitragsbild. Oder für dein Profil bei LinkedIn oder Twitter einen Hintergrund-Banner.

In diesem Blogartikel möchte ich dir das Grafik-Tool Canva vorstellen, das dir bei allen Szenarien eine große Hilfe sein kann.

Canva funktioniert webbasiert. Du musst also nichts downloaden. Sondern dir nur mit E-Mail-Adresse und Passwort ein Konto erstellen.

Wie bei fast allen Apps, Programmen oder Plattformen kannst du dich zwischen einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante entscheiden. So auch beim Grafik-Tool Canva. Für den Anfang reicht auf jeden Fall die kostenlose Option.

 

Was ist das Besondere am Grafik-Tool Canva?

Bevor ich Canva selbst ausprobiert habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich keine Grafik-Skills brauche, um es zu nutzen. Aber genau das ist das Tolle an Canva. Das Programm ist für Laien eine super gute Möglichkeit, hochwertige visuelle Inhalte zu erstellen.

Canva stellt dir unzählige Vorlagen zur Verfügung. Für Logos, Flyer, Präsentationen, Poster, Karten, Lebensläufe – und vor allem für Social-Media-Posts. Egal ob Instagram Story, LinkedIn-Banner, Twitter-Beitrag oder TikTok-Video.

 

Startseite Grafik Tool Canva

Und das Beste daran: die Grafiken haben von vornherein die ideale Größe für das jeweilige Soziale Netzwerk. Du musst nichts zurechtschneiden oder dich mit Pixeln auskennen. In der Pro-Version kannst du darüber hinaus mit einem Klick zum Beispiel einen LinkedIn-Post in einen Instagram-Beitrag verwandeln.

Du kannst auch als Team gemeinsam an den Grafiken arbeiten. Oder deine Designs direkt aus Canva heraus im jeweiligen sozialen Netzwerk posten. Dazu musst du nur deine Social-Media-Account mit dem Grafik-Tool Canva verbinden.

 

Tipps und Beispiele für visuelle Inhalte in der Wissenschaftskommunikation

Damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, zeige ich dir im Folgenden einige Beispiele. Ich nutze Canva regelmäßig für Blogbeitragsbilder, Instagram-Posts, Profil-Banner oder Info-Grafiken. Lass dich gerne inspirieren!

Blogbeitragsbild

Für jeden Blogbeitrag brauchst du ein Bild. Nicht nur, damit es über dem Artikel erscheint, wenn man ihn anklickt. Sondern auch für diverse Teaser und Vorschauen in den sozialen Netzwerken.

Oft macht ein einfaches Foto als Blogbeitragsbild nicht so viel her. Mit Canva kannst du zum Beispiel noch Text in das Bild, Overlays oder ergänzende kleine Grafiken passend zu deinem Blogthema einfügen.

Warum du Bilder für deine wissenschaftlichen Blogartikel brauchst und wo du findest habe ich dir in zwei anderen Artikeln hier auf meinem Blog noch einmal ausführlich erklärt.

 

Blogbeitragsbild

Instagram-Post

Das Idealmaß eines Instagram-Posts hat 1080 x 1080 Pixel. Das musst du allerdings nicht wissen, denn Canva stellt dir von vornherein das richtige Format zur Verfügung.

Wie bei allen anderen Vorlagen kannst du auch beim Instagram-Post alles nach deinen Wünschen anpassen. Und zum Beispiel aus einer unendlichen Farbpalette die Farbe für deinen Text wählen.

In der Bezahl-Version merkt sich das Tool deine Markenfarben. Schon praktisch. Aber wenn man mit Canva anfängt nicht unbedingt notwendig. Du kannst stattdessen auch Farbcodes eingeben und so deine Farbe (wieder)finden.

 

Instagram Post Canva

LinkedIn-Banner

Im LinkedIn- und auch im Twitter-Profil hast du die Möglichkeit, einen Hintergrund-Banner einzufügen.

Statt eines schlichten Fotos kannst du den Banner mit Hilfe des Grafik-Tools Canva dazu nutzen, einen Slogan oder eine Art Botschaft unterzubringen. Oder einfach Infos, die in der Textbeschreibung des Profils keinen Platz mehr gefunden haben.

Auch hier bietet dir Canva hilfreiche Vorlagen. Ein professioneller Banner wertet dein gesamtes Profil augenblicklich auf.

LinkedIn Header Canva

Info-Grafik

Um wissenschaftliche Zusammenhänge zu erklären, können Info-Grafiken hilfreich sein. Solltest du sie selbst von Grund auf allein designen, wärst du vermutlich (wie ich) ziemlich überfordert.

Canva ist auch in diesem Fall ein Gamechanger. Du kannst Vorlagen unter den Stichwörtern „Bildungsinfografik“, „vergleichende Infografik“, „Daten-Infografiken“, „Prozess-Infografik“ und vielen weiteren Begriffen suchen.

Anschließend kannst du sie in Blogbeiträgen, in Social-Media-Posts (oder vielleicht sogar auf einem wissenschaftlichen Poster?) verwenden. Canva unterstützt dich auch dabei, dein Design in der richtigen Größe und Auflösung drucken lassen zu können.[

Info Grafik Canva

Grafik-Tool Canva: Perfekt für kommunizierende Wissenschaftler*innen

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Einblick in die Möglichkeiten des Tools geben. Ich habe den Eindruck, dass noch nicht viele Forschende mit Canva arbeiten, um ihre Kommunikation mit visuellen Inhalten zu unterstützen. Dabei ist es genau dafür perfekt.

Wenn du Canva jetzt ausprobierst, teile deine Ergebnisse doch gerne mit mir bei Twitter, Instagram oder LinkedIn. Ich würde mich sehr freuen! 🙂

 

8 gute Gründe für digitale Wissenschaftskommunikation

8 gute Gruende fuer digitale Wissenschaftskommunikation

Warum solltest du als Wissenschaftler*in mit digitaler Wissenschaftskommunikation anfangen?

Es gibt genügend Gründe, die dagegen sprechen. Keine Zeit, Gefahr von HateSpeech, großer Aufwand, unbekanntes Terrain und vielleicht sogar schräge Blicke von der*dem Promotionsbetreuenden.

Es gibt aber noch mehr, die dafür sprechen! In diesem Blogpost möchte ich dir 8 gute Gründe für digitale Wissenschaftkommunikation liefern. Verrate mir doch in den Kommentaren oder auf Twitter oder Instagram, welcher Grund dich überzeugt.

 

Warum du mit digitaler Wissenschaftskommunikation anfangen solltest

1. gezielte Online-Suche nach Expert*innen

Wir alle suchen bei Google oder einen anderen Suchmaschine nach Informationen.

Auch Journalist*innen, Konferenzorganisator*innen oder Wissenschaftskolleg*innen öffnen ganz selbstverständlich den Browser. Und tippen „Mikroskopie Wissenschaftskommunikation“ oder „Expert*in zweisprachige Erziehung von Kindern“ in das Suchfeld ein.

Wie cool wäre es, wenn jemand so auf dich stößt, ohne vorher deinen Namen gekannt zu haben? Und dich zu Interviews, Vorträgen oder auf ein Podium einlädt?

Dieser Effekt passiert nicht von heute auf morgen. Aber wenn du regelmäßig zu deinem Thema über einen Blog, über Twitter, LinkedIn oder einen anderen Kanal kommunizierst, wirst du früher oder später digital sichtbar

Unterstützen kannst du dies, wenn du die Grundlagen für Suchmaschinenoptimierung berücksichtigst.

 

2. Google-Check bei Bewerbungen

Höchstwahrscheinlich wirst du bei Bewerbungen auf eine neue Stelle oder bei Forschungsanträgen digital abgecheckt. Beherrschst du die digitale Kommunikation? Mit wem interagierst du online? Welche Themen und Botschaften bringst du zur Sprache?

Deine digitalen Kommunikationsfähigkeiten und deine Online-Präsenz können in Wettbewerbssituationen den entscheidenden Vorteil bringen. Wenn zum Beispiel mehrere Bewerber*innen gleich gut qualifiziert sind.

 

3. Digitales Networking

Das Internet bietet dir unzählige Möglichkeiten, Forschungskolleg*innen online kennen zu lernen. Ob bei ResearchGate, LinkedIn, Twitter, Instagram oder Facebook. Häufig kommt man viel leichter ins Gespräch als auf einer Konferenz oder per Mail.

Schau doch mal, ob es Personen bei Twitter gibt, die du interessant findest. Meine Tipps für wissenschaftliches Networking auf Twitter können dir dabei weiterhelfen.

 

4. Digital auf dem Laufenden sein

Digitale Wissenschaftskommunikation hat nicht nur den Vorteil, selbst kommunizieren zu können. Damit einher geht, dass du immer auf dem Laufenden bist, was in deinem Wissenschaftsbereich aktuell passiert.

Du erfährst über Twitter zum Beispiel von den neuesten Papern, bekommst Direktnachrichten von Kolleg*innen, die dir schnell etwas mitteilen wollen und bist auch wissenschaftspolitisch am Puls der Zeit.

 

5. Aufmerksamkeit der Medien gewinnen

Du wolltest schon immer mal Gast in deiner Lieblingswissenschaftssendung sein und Fragen zu deinem Forschungsthema beantworten? Oder von den großen Tageszeitungen interviewt werden?

Glaub mir, je mehr und regelmäßiger du online kommunizierst, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass Journalist*innen auf dich aufmerksam werden.

Diese Studie besagt, dass du ab ca. 1000 Follower*innen bei Twitter über die eigenen Wissenschaftsgrenzen hinaus wahrgenommen wirst.

 

6. Agendasetting

Zu den guten Gründen für digitale Wissenschaftskommunikation gehört ebenso die Möglichkeit, Themen ins Gespräch zubringen, die dir am Herzen liegen.

Sei es Wissenschaftspolitik, gesellschaftliche Missstände, Gender- und Diversity-Themen oder Frauen in der Wissenschaft. Wofür brennt dein Herz?

 

7. gefragte Fähigkeit vorweisen

Aktive digitale Wissenschaftskommunikation wird von Wissenschaftler*innen immer mehr erwartet.

Du musst in Forschungsanträgen angeben, wie du die Projektergebnisse (nachhaltig) kommunizierst. Und auch immer mehr Hochschulen freuen sich über kommunikationsfreudige Forschende, deren kompetente Präsentation nach außen auch die eigene Forschungsinstitution gut dastehen lässt.

 

8. Spaß an der Vermittlung

Last but not least ist ein Hammerargument natürlich auch der eigene Spaß an der Vermittlung von Wissenschaft.

Vielleicht macht es dir unbändige Freude, Menschen wissenschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen, dir dir auf dem Campus und im Seminar nicht begegnen.

Oder du hast Lust, neue Formate auszuprobieren, mit Audio und Video zu experimentieren. Und dich digital auszutauschen. Dann go for it!

 

Semesterstart: 10 Ideen, wie du die Seminarvorbereitung für deine Sichtbarkeit nutzen kannst

Seminarvorbreitung fuer deine Sichtbarkeit nutzen

Zeit ist in der Wissenschaft vielleicht das höchste Gut. Nie scheint genug davon da zu sein.

Besonders als Doktorand*in hast du bestimmt das Gefühl, zig Aufgaben hinterher zu rennen. Und jetzt auch noch digital über Wissenschaft kommunizieren, um sichtbar zu werden?

Deshalb ist mein ultimativer Tipp an der Stelle: Kommuniziere das, woran du sowieso gerade arbeitest. Und das ist neben deiner Forschung ja auch Lehre. Deshalb schauen wir uns heute zusammen an, wie du deine Seminarvorbereitung für mehr Sichtbarkeit nutzen kannst.[

Hier kommen meine 10 Ideen für dich.

 

Seminarvobereitung für deine Sichtbarkeit nutzen

1. Frag nach Literaturtipps

Nach außen hin sichtbar zu werden, bedeutet nicht immer nur, eine neue Studie oder eine bahnbrechende Erkenntnis zu posten. Es kommt vor allen darauf an, den Dialog nach außen zu suchen.

Du musst also noch gar nichts in der Hand haben. Sondern könntest zum Beispiel das Thema deines Seminars nennen und nach Literaturempfehlungen fragen.

Das funktioniert natürlich umso besser, je mehr Follower*innen du bereits hast oder je stärker du online vernetzt bist. Also lass dich nicht entmutigen, wenn du gerade anfängst, online zu kommunizieren.

In der Wissenschaftswelt hilft man sich gerne untereinander. Die anderen haben deine Frage vielleicht nur nicht gesehen. Oder dein Netzwerk ist noch ein bisschen zu klein. Aber das wird! Versprochen!

 

2. Suche online nach Referent*innen und Kooperationspartner*innen

Du würdest gerne externe Gäste in dein Seminar einladen, die Input für die Studierenden liefern? Dann kommuniziere das doch einmal online.

Wenn du bereits eine konkrete Idee hast, schreib der Person eine Direktnachricht über Twitter, LinkedIn oder Instagram. Oder tagge mehrere Personen in einem Post, die du dir gut als Themenpat*innen vorstellen kannst.

Oder frag unverbindlich in die große Runde. Wichtig ist, dass es thematisch wirklich passt und der Aufwand sich für die anderen in Grenzen hält. Bring auf alle Fälle deine Wertschätzung für diese Art der Unterstützung zum Ausdruck.

Ich bin mir sicher, so ergeben sich neue Kontakte und ein spannender Austausch für dich. Und gleichzeitig bist du als Wissenschaftler*in mit deinem Thema online präsent.

 

3. Stelle deine didaktische Methode in einem Blogbeitrag vor

Wie baust du dein Seminar didaktisch auf? Welche Methoden stehen im Vordergrund? Welche Aufgaben erwarten die Studierenden? Wie strukturierst du die Themen über das Semester hinweg? Gib online Einblicke in das Konzept deines Seminars.

Du kannst einen Blogbeitrag (oder mehrere) darüber schreiben. Oder deine didaktische Vorgehensweise sukzessive bei Twitter, LinkedIn oder Instagram in Kurzbeiträgen begleiten. Vielleicht fällt dir noch eine weitere kreative Möglichkeit ein.

 

4. Rezensiere ein Buch oder einen Artikel

Du liest gerade ein Buch oder einen Artikel für deinen anstehenden Kurs? Dann nutze diese Seminarvorbereitung für deine Sichtbarkeit. Und schreib eine kurze Rezension oder Zusammenfassung.

Füge hinzu, warum du diesen Text für deine Studierenden ausgewählt hast. Oder welchen Aspekt du mit ihnen diskutieren wirst. Wenn du deine Artikel- oder Buchbesprechung auf einem Social-Media-Kanal veröffentlichst, tagge den*die Autor*in.

 

5. Tausche dich online über Hürden und Blockaden aus

Sichtbarkeit erreichst du nicht nur dann, wenn du online Erfolge feierst, besonders witzig bist oder Meilensteine verkündest. Bleib authentisch und berichte online hier und da auch über Schwierigkeiten, Hürden oder Blockaden während deiner Seminarvorbereitung.

Frag in die Runde, wer das auch schon einmal erlebt hat. Und welchen Tipp dir diese Person geben kann, um das Problem zu lösen. Du schlägst hier zwei Fliegen mit einer Klappe: neben der Sichtbarkeit bekommst du (die vielleicht noch viel wertvollere) moralische Unterstützung.

 

6. Stelle den Themenplan deines Seminars online

Du hast gerade den Themenplan für dein Seminar fertig gestellt? Warum nicht online posten oder zumindest Auszüge daraus veröffentlichen?

Vielleicht möchten Gasthörer*innen zu einem deiner geplanten Themen vorbeikommen (sofern erlaubt). Oder du informierst so deine Studierenden vorab und bekommst schon jetzt Rückmeldungen, welche Veranstaltungen sie innerhalb des Semestern besonders interessant finden.

 

7. Starte eine Umfrage, was deine Follower*innen besonders am Thema interessiert

Das bringt uns direkt zur nächsten Idee, wie du deine Seminarvorbereitung für deine Sichtbarkeit nutzen kannst. Auch wenn du Vermutungen hast, welche Aspekte besonders beliebt sein werden. Erstelle eine Umfrage, um das herauszufinden und Interaktion anzuregen.

Umfragen lassen sich leicht bei Twitter mit dem Umfrage-Button einbinden. In einem LinkedIn-Post kannst du über die verschiedenen Optionen mit unterschiedlichen Emojis abstimmen lassen.

Umfragen sind bei Follower*innen ein beliebtes Format, weil es kaum Aufwand bedeutet, schnell für etwas abzustimmen. Möchtest du genauere Informationen, bitte um Kommentare. Für einen Kommentar nehmen sich weniger Menschen Zeit. Umso wertvoller, wenn du einen bekommst.

 

8. Teile ein inspirierendes Zitat und verbinde es mit einer persönlichen Geschichte

Du bist auf ein inspirierendes Zitat während deiner Seminarvorbereitung gestoßen? Dann teile es mit der Welt da draußen. Zitate funktionieren in der Social-Media-Welt sehr gut.

Besonders wenn du es grafisch noch ein wenig aufbereitest. Ganz leicht geht das mit dem kostenlosen Grafiktool Canva, das ich auch für viele meiner Designs nutze.

Vielleicht fällt dir zu dem Zitat noch eine persönliche Geschichte (zum Beispiel aus deinem Alltag als Wissenschaftler*in) ein. Dann versuche, die Verbindung zwischen dem Zitat und dir herzustellen. Solche persönlichen Posts kommen häufig gut an und werden von deiner Community geschätzt.

 

9. Teile Thesen, Reflexionen, Gedanken und Assoziationen

Um die Seminarvorbereitung für deine Sichtbarkeit zu nutzen, kannst du auch öffentlich sinnieren. Veröffentliche einen Gedanken oder eine These, die dir zu einem bestimmten Thema im Kopf herumgeht.

Je kontroverser oder tagesaktueller desto größter die Wahrscheinlichkeit, Reaktionen zu bekommen. Das erfordert vielleicht etwas Übung. Aber es lohnt sich. Hedwig Richter hat in diesem ZEIT-Artikel über ihre Erfahrungen berichtet, ein Seminar via Twitter zu begleiten – und zieht ein positives Fazit.

 

10. Poste Skizzen, Bilder, Entwürfe, Mindmaps oder Fotos

Es müssen nicht immer Worte sein. Überlege oder schau dich mal um, welche Skizzen, Bilder, Entwürfe, Mind Maps oder Bilder im Laufe deiner Seminarvorbereitung entstanden sind. Kannst du davon etwas posten?

Manchmal erzeugt schon ein Foto vom überfüllten Schreibtisch oder ein paar Gedankenfetzen in einer Mind Map große Resonanz. Und du kommst spielend leicht mit anderen ins Gespräch.

 

Bonus-Tipp: Hör nicht auf, wenn das Seminar beginnt

Du hast alles aus deiner Seminarvorbereitung für deine Sichtbarkeit rausgeholt? Perfekt! Mein Tipp: Hör nicht auf, wenn das Seminar beginnt.

Schreibt zu jeder Veranstaltung einen kurzen Teaser oder am Ende eine Zusammenfassung. Teile (natürlich in Absprache) die Ergebnisse von Studierenden. Oder lass deine Follower*innen an Erkenntnissen von dir oder den Studierenden aus dem Seminar teilhaben.

Die Ozeanographin Mirjam S. Glessmer hat in diesem Blogbeitrag Ideen für konkrete Tweets gesammelt. Du kannst sie einfach übernehmen und für dich anpassen.

Hast du weitere Ideen, wie du die Vorbereitung deiner Lehre für deine Sichtbarkeit als Wissenschaftler*in nutzen kannst? Dann teile sie mit uns in den Kommentaren.