Author Archives: Susanne Geu

Aktiv vernetzen: 7 Tipps für wissenschaftliches Networking auf Twitter

Wissenschaftliches Networking auf Twitter

Das Corona-Virus wird uns noch einige Wochen oder Monate daran hindern, uns persönlich mit anderen Menschen zu vernetzen. Keine wissenschaftlichen Konferenzen, Teammeetings, Labor-Gespräche, Kaffeepausen im Büro oder Begegnungen auf dem Campus.

Doch du hast die Möglichkeit, dies auf anderem Wege zu tun (wie vorher übrigens auch schon). Nutze wissenschaftliches Networking auf Twitter!

Vielleicht hast du Twitter noch nie mit diesen Augen gesehen. Aber Twitter ist ein professionelles Networking-Tool. Auch und insbesondere für Wissenschaftler*innen!

Ich teile heute sieben Tipps mit dir, wie wissenschaftliches Networking auf Twitter funktionieren kann. Egal ob du 50, 300 oder 1.000 Follower hast. Meine Tipps helfen dir dabei, langfristige und verbindliche Kontakte auf Twitter zu knüpfen.

 

1. Zeig anderen, worüber du dich austauschen möchtest

Achte zunächst darauf, anderen deutlich zu machen, wo deine Interessen liegen. Deine Interessen- und Fachgebiete kannst du auf verschiedenen Wegen kommunizieren:

  • Nutze dein Twitter-Profil, um zu zeigen, wer du bist. Ziehe alle Register! Dein Twitter-Handle, dein Foto, dein Header-Bild, dein Website-Link und deine Twitter-Bio sagen etwas darüber aus, warum du auf Twitter bist.
  • Zeige anderen, worüber du dich unterhalten möchtest. Das kannst du leicht durch den Content, den du twitterst. Idealerweise ist deine Twitter-Seite voll von aktuellen (!) Tweets und Retweets. Zu deinem Wissenschaftsgebiet und deinen Kommunikationsthemen.
  • Verwende in deinen Tweets die relevanten Hashtags. Profilbesucher*innen sehen so auf einen Blick, welche Themen dir wichtig sind. Manche werden erst durch die Hashtag-Suche auf dich aufmerksam.

 

Wenn du darauf achtest, dass deine Twitter-Präsenz ein konsistentes Bild von dir zeichnet, sendest du damit die erste wichtige Botschaft nach außen.

 

2. Schaffe dir deine eigene Twitter-Networking-Etikette

Wie willst du auf Twitter agieren? Orientiere dich beim wissenschaftlichen Networking auf Twitter an persönlichen Werten und individuellen Gesten. So wie in deinem Offline-Leben. Bist du ausschließlich an Kontakten interessiert, die dir Karriereoptionen bieten? Oder an langfristigen, verbindlichen Beziehungen?

Mir fällt dazu ein Satz ein, den ich immer wieder in den YouTube-Yoga-Videos vom Kanal “Yoga with Adriene” höre: “The way you move matters.” Analog dazu bin ich davon überzeugt “The way you network matters.”

Deshalb mein Rat: Vernetze dich so, dass die Menschen, die du erreichen möchtest, es als angemessen empfinden. Achte dabei aber ebenso auf deine Werte und Überzeugungen.

 

  • Twittern hat viel mit der eigenen Tagesform zu tun. Mal ist man einsilbig, mal mitteilsam. Versuche trotzdem deine Twitter-Aktivitäten konsistent und ausgeglichen zu gestalten. Mit Vorausplanungs-Tools wie Tweetdeck, Buffer oder Hootsuite ist das leicht möglich.
  • Es mag dir höflich erscheinen, jeder und jedem zurückzufolgen, der dir folgt. Zielführend ist das nicht. Folge nur den Accounts, für die du dich interessierst. Und die deine Kommunikationsthemen widerspiegeln.
  • Es ist auf Twitter nicht unbedingt üblich, neue Follower zu begrüßen. Ich habe damit aber gute Erfahrungen gemacht. Du kannst alle neuen Follower in einem Tweet am Montagmorgen begrüßen und namentlich taggen. Oder eine persönliche Direktnachricht schicken und mitteilen, dass du dich auf den gemeinsamen Austausch freust.

 

 

.@leiermaoo, @querFELDeinblog, @dermitderkamera, @MichealFlash4, @guhr_s, @VBelghaus, @PanzerJulia, @FachportalPaed, @JanCloppenburg, @GezwitscherBib, @AndyPKopp, @ninamjunker1, @MPI_Meteo, @KoerberScience, @UReschE & @zorn_ralf schön, dass ihr da seid und bleibt gesund! pic.twitter.com/6uy13CcMNH

— Susanne Geu ❤️👩🏼‍🔬👨🏽‍🔬 (@SusanneGeu) March 16, 2020

3. Retweete für den Anfang einfach nur

Fühlst du dich unwohl damit, direkt ein Gespräch auf Twitter zu beginnen? Dann sind Retweets eine gute Möglichkeit, mit dem Networking zu starten. Füge dem Retweet ein kurzes persönliches Statement hinzu. Das muss erstmal nicht mehr sein als “Sehr guter Artikel zum Thema XY. Schaut unbedingt mal rein!”

 

4. Sprich eine öffentliche Empfehlung aus

Wenn du dich mit jemandem vernetzen möchtest und nicht weißt wie du anfangen sollst, sprich eine Empfehlung für diese Person aus. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das zu tun. Durch die @-Erwähnung im Tweet bekommt die Person eine Benachrichtigung über deinen Tweet und wird so auf dich aufmerksam.

  • Nutze den #FollowFriday. Immer freitags empfehlen viele Twitterati andere Menschen, die sie inspirieren und schätzen. Schreib ein paar nette Worte über eine bestimmte Person, tagge sie per @-Erwähnung und füge den Hashtag #FollowFriday oder #ff hinzu. Du kannst auch mehrere Personen in einem Tweet empfehlen. Dann muss der begleitende Text natürlich zu allen passen.
  • Ganz unabhängig vom #FollowFriday kannst du jederzeit jemanden empfehlen, dessen Arbeit du wertschätzt.
  • Du kennst einen hervorragenden wissenschaftlicher Artikel von der Person, mit der du dich vernetzen möchtest? Dann teile den Link in einem Tweet (sofern zugänglich über Open Access). Und erwähne die Autorin oder den Autor mit einem “@Autor*innenname”. Das gleiche Prinzip gilt natürlich für Blogposts, Presseberichte oder Videos.

 

 

5. Schreibe Tweets, die ein Gespräch initiieren

Nachdem du es geschafft hast, einen Fuß in die virtuelle Tür deiner Wissenschaftscommunity zu kriegen, ist es Zeit, dein Networking auszubauen. Beginne eine richtige Unterhaltung auf Twitter! Am einfachsten ist es, auf einen Tweet zu antworten. Du hast verschiedene Möglichkeiten, etwas beizutragen.

 

  • Ergänze den Tweet mit deiner Antwort um eine wichtige Information. Weise auf eine Studie hin, die zum Thema passt oder berichte über deine Erfahrungen mit dem Thema.
  • Stelle eine Frage zum Inhalt des Tweets. Die allermeisten antworten zuverlässig und gerne auf Rückfragen. Und schon bist du mitten in einem Gespräch!
  • Bring dein ehrliches Interesse zum Ausdruck. Das kannst du in Form eines Lobs tun oder indem du dich für den Tweet bedankst, weil du etwas Neues erfahren hast.

 

Du kannst auch jederzeit von dir aus Tweets erstellen, die deine Community zur Interaktion auffordern. Bitte um Hilfe bei der Literatursuche, nutze das Umfrage-Tool von Twitter für Abstimmungen oder poste ein Bild von dir bei der Arbeit und sende Grüße an deine Follower.

Menschen mögen übrigens Tweets, in denen der Mensch hinter dem Account zum Vorschein kommt. Also verwende ruhig mal das Wort “Ich”, berichte aus deinem Alltag und formuliere Tweets so, dass du nahbar, persönlich und verbindlich wirkst.

 

6. Vernetze dich strategisch mit einer bestimmten Person

Jetzt kommen wir zur Königsdisziplin für wissenschaftliches Networking auf Twitter. Du hast eine bestimmte Person im Auge, mit der du dich schon immer einmal austauschen wolltest? Dann gehe das mit folgender Strategie und etwas Zuversicht an.

 

  1. Wähle die Person aus, mit der du dich vernetzen möchtest. Achte darauf, ob es tatsächlich realistisch ist, dass du mit ihr in Kontakt kommen kannst. Jemand mit 1,5 Millionen Follower ist schwieriger zu erreichen als jemand mit 3.000 Followern. Wobei wir mit den 1,5 Millionen Followern in der Wissenschaft vermutlich nicht rechnen müssen.
  2. Folge dieser Person. Überprüfe vorher, ob dein Profil – wie in Tipp 1 beschrieben – aktuell, vollständig und aussagekräftig ist.
  3. Retweete ein paar Tweets der Person. Übertreibe es nicht und retweete nicht alles, was die Person in den letzten 24 oder 48 Stunden gepostet hat. Nur die Inhalte, die gewissermaßen euer gemeinsames Thema widerspiegeln. Also die, die tatsächlich eine Verbindung zwischen euch zum Ausdruck bringen.
  4. Leg für ein paar Tage eine Pause ein.
  5. Erwähne die Person in einem Tweet. Du kannst in deinem Tweet deutlich machen, dass du die Arbeit dieser Person schätzt oder detaillierter berichten, wie die Arbeit dieser Person dir bei deiner eigenen weiter geholfen hat. Du kannst auch einen Artikel oder Blogpost der Person empfehlen. Vergiss nicht, die Person per @-Erwähnung zu taggen. Bleib dabei authentisch und übertreibe es nicht.
  6. Hab Geduld. Selbst wenn du nicht sofort eine Reaktion bekommst. Retweete und tweete dieser Person weiterhin in angemessenem Umfang. Früher oder später wird sie auf dich aufmerksam. Je mehr du jemanden auf Twitter unterstützt, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Person eine Verbindung zu dir aufbaut.

 

7. Nutze Twitter-Listen, um zu netzwerken

Wissenschaftliches Networking auf Twitter wird nicht zuletzt durch bestimmte Tools einfacher. Dazu zähle ich die Möglichkeit, Listen anzulegen. Auf deiner Twitter-Startseite siehst du links im Menü als sechsten Punkt “Listen”. Hier kannst du verschiedene Accounts in eine gemeinsame Liste einsortieren.

Du siehst dann alle Tweets von den Personen, die in deiner Liste sind. So hast du einen besseren Überblick über ihre Tweets und Retweets, die sonst in deiner normalen Timeline untergehen können. Und kannst wiederum viel einfacher retweeten oder eine Antwort auf einen Tweet verfassen, um effektiv zu netzwerken.

 

Konferenz abgesagt und jetzt? Forschungsergebnisse online teilen

Forschungsergebnisse online teilen

Der wissenschaftliche Betrieb steht still. Nicht nur in der Lehre. Auch Forschungsprojekte sind ausgesetzt und wissenschaftliche Konferenzen und Symposien abgesagt. Du sitzt vielleicht in diesem Moment wie viele andere im Homeoffice. Und versuchst, so gut es geht, online mit der akademischen Welt verbunden zu bleiben.

]Du hast eventuell noch vorbereite Folien für einen Konferenzvortrag, die nun unbeachtet auf dem Laptop liegen. Oder dich darauf gefreut, dich mit Kolleg*innen aus aller Welt auf dieser einen wichtigen Konferenz auszutauschen.

Ich habe mir ein paar Ideen überlegt, wie du trotz der aktuellen Situation Poster und Forschungsergebnisse online teilen kannst. Damit deine Forschung mehr denn je online sichtbar wird.

 

5 Ideen wie du deine Forschungsergebnisse online teilen kannst

1. Teile dein Poster oder die Key-Takeaways deines Vortrags online

Twitter ist eine tolle Plattform, um deine Forschungsergebnisse online zu teilen.

Veröffentliche dein Poster in einem Tweet als Bild. Damit der Tweet nicht zu schnell in der Timeline deiner Follower verschwindet, pinne ihn an. Klicke oben rechts auf den kleinen Pfeil deines Tweets. Wähle “An dein Profil anheften” aus. Fertig! Er erscheint als “Angehefteter Tweet” ganz oben in deinem Profil.

Wenn du mehrere Poster veröffentlichst, kannst du deine einzelnen Poster-Tweets mit der Funktion “Moments” sammeln. Und diesen “Moment” wiederum als angehefteten Tweet sichtbar machen.

Du darfst oder möchtest deine Poster nicht online teilen? Dann teile die Key-Takeaways deines Vortrags mit deinen Followern. Verpacke nur einen einzelnen Gedanken in einen Tweet. Erstelle einen Thread, um einzelne Ergebnisse als zusammenhängendes Gedankengebäude darzustellen.

Nutze unbedingt in jedem Tweet den Hashtag der Konferenz, wo du deine Forschung präsentiert hättest.

 

2. Schau dir an, wer unter dem Konferenzhashtag twittert

Wenn deine Konferenz als physische Veranstaltung nicht stattfindet, bring in Erfahrung, ob sie ins Netz verlegt wurde. Oder zumindest Teile davon. Selbst wenn sie komplett ausfällt, recherchiere den ursprünglichen Konferenzhashtag.

Schau dir an, wer unter dem Hashtag der Konferenz twittert. So entdeckst du interessante neue Menschen. Du kannst ihnen einfach nur folgen oder dich direkt an sie wenden. So wie du die Person auch auf der Konferenz angesprochen hättest.

Stell der Kollegin oder dem Kollegen eine Frage zum Inhalt des Tweets. Oder informiere dich, welche Themen und Forschungsergebnisse sie oder er auf der gemeinsamen Konferenz präsentiert hätte. Du kannst dich auch per E-Mail bei der Person melden. Und darauf hinweisen, dass ihr euch unter anderem Umständen begegnet wärt.

Ich gehe fest davon aus, dass die meisten sich freuen, auf diesem alternativen Weg zu kommunizieren.

 

3. Lade deine Folien bei SlideShare hoch

Deine Präsentation liegt fix und fertig auf deinem Computer, aber der Vortrag ist abgesagt? Dann lade sie online bei SlideShare hoch. SlideShare ist ein Filehosting-Dienst zum Tauschen und Archivieren von Präsentationen, Dokumenten, PDFs und Videos. Die Seite hat Millionen Nutzer*innen und funktioniert wie eine Suchmaschine für Präsentationen.

Du kannst die Präsentation außerdem in deinen Blog einbetten oder den Link bei Twitter oder LinkedIn posten.

 

 

Du kannst die Präsentation außerdem in deinen Blog einbetten oder den Link bei Twitter oder LinkedIn posten.

4. Halte deinen Vortrag bei dir im Büro

Deine Zuhörer*innen können nicht zu deinem Vortrag kommen. Aber du kannst deinen Vortrag zu deinen Zuhörer*innen bringen. Stell eine Kamera auf – dein Smartphone auf einem Stativ reicht auch –, sorge für einen guten Ton und gutes Licht und zeichne deinen Vortrag per Video auf. Bei dir im Büro oder zu Hause im Homeoffice.

Lade das Video bei YouTube hoch und teile den Link mit deiner Wissenschaftscommunity auf Twitter oder LinkedIn. Vielleicht stellen die Konferenzorganisator*innen sogar ihre Website zur Verfügung, auf der Vortragsvideos gesammelt und veröffentlicht werden. Ähnlich wie oben in dem Poster-Beispiel von der Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschuldidaktik. Frag doch einfach einmal nach!

 

5. Schreibe einen Blogpost über deinen Vortrag

Die YouTube-Variante ist nichts für dich? Dann verfasse einen Blogpost über dein Konferenzthema. Solltest du keinen eigenen Blog haben, können die drei wissenschaftlichen Blogportale de.hypotheses.org, scienceblogs.de oder scilogs.spektrum.de eine Alternative für dich sein.

Du kannst deinen Vortrag in einen oder mehrere Blogposts aufteilen. Achte darauf, dass du auch hier die Key-Takeaways in den Mittelpunkt stellst. Ein 1:1 verschriftlichter Vortrag ist kein Blogpost. Benutze Zwischenüberschriften, mache viele Absätze, füge Bilder ein. Denke auch an Suchmaschinenoptimierung, damit dein Artikel über Google gefunden wird.

Wenn du den Blogpost schreibst, bevor die Konferenz stattgefunden hätte, kannst du den Link zu deinem Artikel zum eigentlichen Konferenzdatum per Twitter verbreiten. Und denk immer dran, den Konferenzhashtag zu nutzen!

 

Wissenschaftliche Blogportale: Diese drei solltest du kennen

Wissenschaftliche Blogportale

Einen eigenen Blog zu hosten, bringt viel Arbeit mit sich. Du musst dich um alles selbst kümmern.

Fehler finden, wenn etwas nicht funktioniert. Für Backups sorgen, um deinen Blog im Notfall neu aufsetzen zu können. Deine Community selbst aufbauen. Und mit Social-Media-Marketing dafür sorgen, dass deine Blogbeiträge wahrgenommen werden.

Wissenschaftliche Blogportale nehmen dir einen großen Teil dieser Aufgaben ab.

Die drei wichtigsten für den deutschsprachigen Raum möchte ich dir heute vorstellen: de.hypotheses.org, scienceblogs.de und scilogs.spektrum.de.

 

de.hypotheses.org für Geisteswissenschaftler*innen

Hypotheses ist ein nicht-kommerzielles Blogportal für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Das deutschsprachige Portal wird von Open Edition in Zusammenarbeit mit der Max Weber Stiftung zur Verfügung gestellt.

Gegründet wurde es 2009 und beherbergt inzwischen tausende von Wissenschaftsblogs aus aller Welt. Laut eigener Aussage hat die Plattform über eine Million Besuche pro Monat. Neben den deutschen Blogs findest du über den Menüpunkt “Weitere Sprachen” leicht Blogs in Englisch, Französisch und Spanisch.

Auf der deutschsprachigen Seite gibt es etwa 500 angemeldete Blogs, wovon 200 aktiv sind. Wer allein oder gemeinsam als Gruppe bloggen möchte, kann online einen Antrag auf Eröffnung eines Blogs stellen.

 

Vorteile der Blogplattform de.hypotheses.org

Hosting und Installation deines Blogs übernimmt Hypotheses für dich. Du musst kein Technik-Ass sein, um deinen Blog ins Leben zu rufen. Du bekommst Plugins und einen einstellbaren persönlichen Bereich zur Verfügung gestellt.

Es gibt Schulungsangebote für den Umgang mit der Plattform sowie Hilfe per Mail und online über das Bloghaus. Das Bloghaus ist eine Sammlung von hilfreichen Blogartikeln über das Bloggen auf Hypotheses.

Gute Blogbeiträge der dort beheimateten Wissenschaftsblogs macht das Redaktionsteam regelmäßig über die Startseite und die Social-Media-Kanäle des Portals sichtbar. Eine tolle Gelegenheit dafür, dass die  Wissenschaftscommunity bald deinen Blog entdeckt!

Auch nicht zu vergessen: der Datenschutz ist blogübergreifend DSGVO-konform geregelt. Noch eine Sache weniger, um die du dir Gedanken machen musst.

 

Nachteile der Blogplattform de.hypotheses.org

Wie immer bringen gewisse Vorteile auch bestimmte Nachteile mit sich. Durch die vorgegebene Infrastruktur kannst du das Design nur begrenzt anpassen. Das Titelbild ist frei wählbar und du kannst auf unterschiedliche Layouts zurückgreifen. Mit einer eigenen WordPress-Seite hättest du aber definitiv mehr Freiheiten.

Sobald du anfängst auf der Plattform zu bloggen, ist deine Community bereits da. Die ersten Leser*innen finden ganz automatisch zu dir! Der stark wissenschaftliche Fokus kreiert aber sowas wie eine eigene “Filterblase”. Das sollte dir einfach nur bewusst sein.

Möchtest du dein Blogthema irgendwann in eine nicht-wissenschaftliche Richtung ändern, musst du mit deinem Blog vermutlich umziehen bzw. neu anfangen.

Du kannst auch keine Google-Analysen über deine Blog-Besucher*innen durchführen oder ein Newsletter-Formular einbauen. Vielleicht hattet du das ohnehin nicht vor.

 

 

Wissenschaftliche Blogportale Infografik 1

scienceblogs.de für Naturwissenschaftler*innen

Scienceblogs ist ein wissenschaftliches Blogportal, das es auch in englischer und portugiesischer Sprache gibt. Die deutschsprachige Ausgabe existiert seit 2008. Aktuell findest du circa 98 angemeldete Blogs dort. 45 davon sind aktiv.

Es bloggen hauptsächlich Naturwissenschaftler*innen auf scienceblogs.de. So wie André Lampe, den ich vor längerer Zeit über seine Social-Media-Aktivitäten interviewt habe. Sein Blog heißt “Die kleinen Dinge”.

Das deutschsprachige Portal wird seit Februar 2014 von der Konradin Mediengruppe betrieben und hat damit einen kommerziellen Hintergrund.

 

Vorteile der Blogplattform scienceblogs.de

Ähnlich wie bei Hypotheses hast du den großen Vorteil, dass Menschen, die sich für naturwissenschaftliche Themen begeistern, bereits auf der Plattform unterwegs sind.

Das wirkt sich besonders am Anfang positiv auf deine Motivation aus, regelmäßig zu bloggen. Ich bin mir sicher, der erste Kommentar unter einem deiner Artikel lässt nicht lange auf sich warten.

Es fallen keine Kosten für das Hosting oder ein WordPress-Theme an. Nicht schlecht oder?!

Das wissenschaftliche Blogportal hat einen eigenen Twitter-Kanal, dem mehr als 9.500 Menschen folgen. Und eine Facebook-Seite mit über 4.600 Fans. Neue Blogposts werden regelmäßig über beide Kanäle kuratiert. So bekommen deine Artikel eine noch größere Sichtbarkeit.

 

Nachteile der Blogplattform scienceblogs.de

Als größten Nachteil empfinde ich die Werbung die oben, unten, links und rechts von der eigentlichen Website eingeblendet wird. Sie lenkt von den Inhalten ab und und lässt das Design unruhig erscheinen.

Das Design ist etwas in die Jahre gekommen. Wen das allerdings nicht stört, kann diesen Punkt getrost ignorieren.

Leider bin ich bei meiner Recherche auf kein transparentes Anmelde- oder Bewerbungsverfahren für Scienceblogs gestoßen. Daher kann ich dir nicht sagen, wie du bei Interesse dort einen Blog eröffnen kannst. Für Hinweise bin ich dankbar und freue mich auf eine E-Mail oder einen Kommentar dazu!

 

Interdisziplinäre Blogplattform SciLogs – Tagebücher der Wissenschaft

Die SciLogs sind ein Angebot des Verlags Spektrum der Wissenschaft.

Es gibt ca. 100 Blogs aus den Themenbereichen Astronomie, Biologie, Chemie, Erde/Umwelt, IT/Tech, Kultur, Mathematik, Medizin, Physik und Psychologie/Hirnforschung.

Die Blogger*innen sind Forscher*innen, Journalist*innen und Wissenschaftsbegeisterte und vollkommen frei in ihrer Themenwahl. Lars Fischer (Fischblog) und Gunter Dueck (Wild Dueck Blog) bloggen bei SciLogs. Schau gerne vorbei, um dir bei den beiden Inspiration zu holen.

 

Vorteile der Blogplattform SciLogs

Du musst dich wie bei den beiden vorhergehenden nicht um das Hosting kümmern. Du kannst die Infrastruktur der Plattform nutzen und dein Blog inklusive Design macht einen guten Eindruck.

Deine Blogposts können über den Twitter-Kanal (über 10.000 Follower) und die Facebook-Seite (knapp 2.500 Fans) von SciLogs eine große Reichweite bekommen. Allerdings findet das auf Twitter eher im Stil einer Pressemeldung statt und die Interaktion der Community fällt gering aus.

Wenn du einen Blog auf SciLogs einrichten möchtest, funktioniert das recht unkompliziert. Du schreibst eine formlose E-Mail an die Redaktion und bekommst eine Antwort, ob dein Blog zum Konzept von SciLogs passt.

 

Nachteile der Blogplattform SciLogs

Der Nachteil der formlosen Bewerbung ist, dass es keine transparenten Aufnahmekriterien gibt.

Aufgrund des kommerziellen Hintergrunds des wissenschaftlichen Blogportals ist SciLogs nicht werbefrei. Vor allem oben und unten auf der Seite werden dir Werbeanzeigen präsentiert.

 

Wissenschaftliche Blogportale: Fazit

Wissenschaftliche Blogportale sind eine tolle Sache! Du musst dich nicht durch technische Hürden vom Bloggen abhalten lassen. Und bist mit deinem ersten Artikel schon mittendrin in der passenden Community!

Falls du vor der Entscheidung stehst, welches Blogportal für dich das richtige ist, hoffe ich sehr, dass ich dir weiterhelfen konnte. Vielleicht hat dir der Artikel aber auch deutlich gemacht, dass du deinen Blog selbst hosten möchtest.

Ich wünsche dir in jedem Fall: Viel Spaß beim Bloggen!

 

Twitter in der Wissenschaft: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Twitter in der Wissenschaft

Twitter ist in der Wissenschaft das wichtigste soziale Netzwerk, um mit anderen Forscher*innen, Journalist*innen, potenziellen Drittmittelgeber*innen und der wissenschaftsbegeisterten Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Doch genau hier beginnt das Problem. Für viele Wissenschaftler*innen erschließt sich der Sinn von Twitter nicht. “Was soll ich in 280 Zeichen schreiben?” und “Wie funktioniert Twitter überhaupt?”

Damit sich noch mehr Forscher*innen ermutigt fühlen, Twitter auszuprobieren und für ihr Selbstmarketing zu nutzen, habe ich für alle Twitter-Neulinge eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben.

Der folgende 7-Punkte-Plan führt dich zu deinem ersten Tweet und darüber hinaus! Viel Spaß dabei!

 

Twitter-Anleitung: Der 7-Punkte-Plan für Forscher und Wissenschaftler

Schritt 1: Definiere das Ziel

Nimm dir ein Blatt Papier oder öffne eine Word-Datei auf deinem Computer. Der erste und wichtigste Schritt ist, dir die folgende Frage schriftlich zu beantworten: Warum möchte ich auf Twitter aktiv sein?

Welche persönlichen und beruflichen Ziele verfolgst du damit? Die Antwort auf diese Frage hat Einfluss darauf, wie du twitterst (Frequenz, Tonalität, Persönlichkeit) und was du twitterst (Thema, eigene Blogbeiträge, Forschungsergebnisse). Dein Ziel beeinflusst deine Vorgehensweise.

Bewahre die Antworten auf die Frage nach deinem Warum gut auf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell wir manchmal ein Ziel aus den Augen verlieren. Wie gut, in solchen Momenten einen Blick auf die eigene Motivation zu werfen und weiter zu machen.

 

Schritt 2: Fokussiere dich auf ein Thema für eine Leserschaft

Leg im zweiten Schritt Thema und Zielgruppe deiner Twitteraktivitäten fest. Nimm ein Thema, das dir am Herzen liegt, in dem du dich gut auskennst oder in dem du dazu lernen möchtest. Achte darauf, dass es zu deinem Ziel passt. Wenn du bereits eigene Inhalte online veröffentlichst, kannst du darüber twittern.

Notiere zwei bis drei Themen, für die dein Twitterkanal stehen soll. Das können zum Beispiel “Nachhaltigkeit”, “Chemie” und “Open Access” oder “Kultur” “Design” und “Kommunikation” sein. (In meinem Fall sind das “Social Media”, “Wissenschaftskommunikation” und “Sichtbarkeit”.)

Mach dir auch Gedanken über deine potenziellen Follower, also die Zielgruppe, die du mit deinen Tweets erreichen möchtest. Sind es andere Wissenschaftler*innen, die auf demselben Gebiet forschen? Journalist*innen und Presseverantwortliche? Oder potenzielle Arbeitgeber*innen aus der Industrie?

Das funktioniert am besten, wenn du dir Kriterien zu deiner Zielgruppe überlegst. Wenn deine Zielgruppe hauptsächlich Unternehmen oder Institutionen sind, notiere dir:

  • Branche,
  • Unternehmensgröße,
  • Standort,
  • Ansprechpartner*innen und
  • mögliche Bedürfnisse.

 

Wenn du einzelne Personen erreichen möchtest, mach dir Gedanken zu:

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Ausbildung,
  • Beruf,
  • Wohnort,
  • Lebenssituation,
  • persönlichen und beruflichen Interessen und
  • individuellen Bedürfnissen.

 

Geschafft? Sehr gut! Dann bist du bereit, dir einen Twitteraccount anzulegen.

 

Schritt 3: Erstelle einen Account

Nutze – wenn es dir möglich ist – in allen sozialen Netzwerken den gleichen Namen. Ich gehe davon aus, dass du Twitter aus beruflichen Gründen einsetzen möchtest. Daher empfehle ich dir, deinen richtigen Namen zu verwenden. So habe ich es mit meinem Twitterhandle @SusanneGeu auch gemacht.

Sollte die Kombination deines Vor- und Nachnamens bereits vergeben sein, probiere Alternativen: nur dein Nachname, verkürzter Vorname + Nachname, Nachname + Fachgebiet. Achte einfach darauf, dass dein Twittername (mehr oder weniger) seriös ist.

Bevor du dich bei Twitter nach bekannten Kolleg*innen oder Organisationen umschaust, solltest du dein Profil vollständig einrichten. Der Grund ist ganz einfach.

Immer wenn du jemandem folgst, bekommt diese Person eine Benachrichtigung darüber. Findet die Person bei einem Gegenbesuch keine Informationen auf deinem Profil, hast du eine Chance vertan, dich zu vernetzen. Um das zu verhindern, optimiere dein Profil im nächsten Schritt.

 

Schritt 4: Gib dir große Mühe, um dein Profil einzurichten

Du hast nur wenig Platz zur Verfügung, um ein aussagekräftiges Profil einzurichten. Richte es durch Fotos, Twitter-Bio und Website-Link so persönlich wie möglich ein. Es sollte die Fragen beantworten: Wer bist du? Was machst du? Und welche Twitterinhalte können deine Follower von dir erwarten?

Deine Profilbeschreibung (auch Twitter-Bio genannt) sollte unbedingt die Themen enthalten, die du in Schritt 2 festgelegt hast. So wissen andere Twitter-User sofort, was sie bei dir erwartet. Außerdem können sie so schnell entscheiden, ob sie dir folgen möchten.

Zusätzlich verlinkst du auf deine Website oder die deiner Institution.

Dein Profilbild sollte dich zeigen. Schließlich möchte wir alle wissen, mit wem wir kommunizieren. Das schafft Vertrauen. Außerdem wirst du auf Veranstaltungen leicht wiedererkannt. Das Header-Foto lässt dir einen größeren kreativen Spielraum. Einige bringen dort ein weiteres Portraitbild unter, andere verpacken dort einen Claim oder zeigen einfach die Skyline eines besonderes Ortes.

Ergeben Foto, Twitter-Biografie und Link ein konsistentes Bild, das zu deinem Ziel passt? Perfekt! Dann weiter zu Schritt 5.

 

Schritt 5: Twittere das erste Mal

Deine Timeline (das ist der Stream auf deiner Profilseite, auf der alle deine Tweets stehen) ist noch leer. Damit dein Profil von Anfang an interessant für andere Twitteruser ist, solltest du vier bis fünf Tweets verfassen.

Du könntest in deinem ersten Tweet einfach hallo sagen und kurz beschreiben, worüber du in Zukunft twitterst. Anschließend kannst du zwei bis drei Artikel twittern, die du in deinem Themenbereich für relevant hältst. Darunter kann auch ein Artikel oder Blogbeitrag von dir selbst sein.

Jetzt ist dein Twitter-Profil soweit hergestellt, dass andere Twitter-User wissen, mit wem sie es zu tun haben. Baue im nächsten Schritt dein Netzwerk auf!

 

Schritt 6: Folge guten Quellen und Expert*innen deiner Branche

Nutze das Suchfeld rechts oben auf der Twitterseite. Gib zum Beispiel den Begriff “Wissenschaftskommunikation” ein. (Probier übrigens auch #wisskomm, das ist der verkürzte, aber sehr verbreitete Hashtag für Wissenschaftskommunikation.) Klicke dann “Personen” an. Schon siehst du eine Liste mit Menschen, die in diesem Bereich aktiv sind.

Auf dem Blog Wissenswerkstatt gibt es darüber hinaus eine (etwas ältere) Liste mit twitternden Wissenschaftler*innen und Wissenschaftsjournalist*innen. Ein Großteil der Accounts dürfte noch aktiv und eventuell für dich interessant sein.

Schau dir die Accounts an, die dich interessieren und entscheide, ob sie zu dir passen. Wenn ja, klicke auf “Folgen”. Sobald du erst einmal ein paar Leuten folgst, werden dir von Twitter automatisch neue Personen vorgeschlagen, die ähnliche Interessen haben.

 

Schritt 7: Professionalisiere deine Twitteraktivitäten

Der Anfang ist gemacht – Super! Im letzten Schritt geht es darum, bei Twitter am Ball zu bleiben. Deshalb hier ein paar Tipps, wie du Twitter in deinen Alltag integrieren kannst.

 

Routine

Überlege dir, wie viel Zeit du täglich in Twitter investieren und wie oft du etwas posten möchtest. Ich empfehle dir ein bis zwei Tweets pro Tag. Das Wichtigste ist, dass du dich regelmäßig zu Wort meldest.

Wenn es den Anschein hat, als sei dein Profil tot, wird dir kaum jemand mehr folgen. Plane ca. 10 Minuten täglich für Twitter ein, um selbst auf dem Laufenden zu bleiben und mit anderen Usern zu interagieren. Deine Twitterinhalte kannst du mit dem folgenden Tipp im Voraus planen.

 

Vorausplanung mit Tweetdeck, Buffer oder Hootsuite

Mit Tweetdeck, Buffer oder Hootsuite kannst du deine Tweets im Voraus planen. Sie werden dann zum geplanten Zeitpunkt automatisch veröffentlicht. Ich plane meine Tweets am Montag Morgen für die aktuelle Woche.

So hast du einen Grundstock an Tweets, die du jeden Tag mit aktuellen Hinweisen oder spontanen Tweet-Ideen ergänzen kannst. Es spart enorm viel Zeit, das Grundrauschen des eigenen Twitterfeeds in einem Rutsch zu planen. Jeden Morgen erneut auf die Suche nach Inhalten zu gehen, bedeutet Stress.

Interaktion mit anderen Usern

Twitter ist dazu da, sich auszutauschen. Antworte auf Fragen anderer Twitter-User oder füge ein “via @username” zu deinem Tweet hinzu, wenn du einen Artikel von diesem User teilst. Der erwähnte Account bekommt eine Benachrichtigung darüber. Durch Interaktion baust du online Beziehungen auf und vergrößerst gleichzeitig deine Reichweite.

 

Jetzt loslegen!

Wenn du die 7 Punkte Schritt für Schritt umsetzt, wirst du bald deine ersten Follower bekommen. Versprochen. Ich wünsche dir viel Erfolg – und vor allem viel Spaß dabei! Wenn dir die Anleitung gefallen hat, freue ich mich, wenn du sie in den sozialen Netzwerken teilst. 🙂

Dieser Artikel wurde erstmals am 01. November 2017 veröffentlicht und am 26. Februar 2020 aktualisiert.

 

Welchen Sinn hat Twitter für Forschende? Ergebnisse aus 2 wissenschaftlichen Studien

Beitragsbild für den Artikel "Welchen Sinn hat Twitter für Forschende"

Welchen Sinn hat Twitter für dich? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Einige Wissenschaftler*innen haben nicht nur nachgedacht, sondern gleich nachgeforscht.

Ich möchte dir in diesem Artikel zwei Studien vorstellen. Beide beschäftigen sich im Grunde mit der Frage: „Was bringt Twitter den Forschenden?“

Ich habe mich nicht durch alle Twitter-Studien gelesen, die es gibt. Ich habe diese beiden Studien ausgewählt, weil sie dich motivieren werden, bei Twitter am Ball zu bleiben

 

Studie Nr. 1: Wen erreichen Wissenschaftler*innen bei Twitter?

Die erste Studie stammt von Isabelle M. Côté und Emily S. Darling aus dem Jahr 2018. In “Scientists on Twitter: Preaching to the choir or singing from the rooftops?” analysieren sie wissenschaftliche Reichweite.

Bleiben Wissenschaftler*innen bei Twitter unter sich (Inreach) oder erreichen sie ein größeres, auch nicht-wissenschaftliches Publikum (Outreach)? Außerdem fragt die Studie: Verändert sich die Zusammensetzung der Followerschaft, wenn mehr und mehr Follower hinzukommen?

Unter einem größeren Publikum verstehen die Autorinnen Journalist*innen, die interessierte Öffentlichkeit und Entscheidungsträger in Behörden und Politik. Aber auch Wissenschaftskommunikator*innen und Mitarbeiter*innen in Museen, Zoos und Bildungseinrichtungen.

 

Twitter-Analyse von 110 Wissenschaftler*innen der Umweltforschung

Als Grundlage der Stichprobe wählten die Forscher*innen die öffentliche Twitterliste von J. Byrnes, die zum Zeitpunkt der Erhebung ca. 450 Wissenschaftler*innen der Umweltforschung, Evolutions- und Meeresbiologie versammelte.

Aus diesen 450 wählten Côté und Darling am Ende 110 Forschende aus, die u. a. nachweislich Mitglied einer Fakultät waren und tatsächlich aktiv twitterten.

Zusammen hatten die 110 Wissenschaftler*innen über 60.000 Follower, die einzelnen Follower-Typen (Wissenschaftler*in, Studierende*r, Journalist*in, Politiker*in etc.) zugeordnet wurden.

 

Ergebnisse: Ab 1.000 Follower mehr nicht-wissenschaftliche Follower

Die Mehrheit der Follower von twitternden Wissenschaftler*innen sind Wissenschaftler*innen.

  • 40 Prozent der Follower lassen sich der Öffentlichkeit, den Medien, Bildungsinstitutionen und in sehr geringer Zahl der Politik zuordnen.
  • Wissenschaftler*innen gewannen zunächst hauptsächlich Follower, die ebenfalls in der Wissenschaft tätig sind.
  • Politiker*innen zählen zu der kleinsten Follower-Gruppe. Ihre Zahl nahm jedoch zu, wenn die Wissenschaftler*innen mehr als 2.200 Follower hatten.
  • Im Durchschnitt hatten Wissenschaftler*innen mit mehr als 1.000 Followern mehr nicht-akademische Follower als akademische Follower.

 

Fazit: Diversität der Followerschaft erhöht Gesamtreichweite

Wissenschaftler*innen twittern zu Beginn ihrer „Twitter-Karriere“ innerhalb der Wissenschaftscommunity.

“Wenn Wissenschaftler*innen mehr als 1.000 Follower haben, funktioniert Twitter als Outreach-Tool.

Die Mehrheit der Menschen, die ihnen dann bei Twitter zuhören, sind Teil der allgemeinen Öffentlichkeit, der Medien, der Politik. Oder arbeiten in NGOs, Stiftungen, Museen oder Einrichtungen für Wissenschaftskommunikation.

Eine große Followerzahl führt nicht nur zu einer diversen Followerschaft. Sondern auch zu einer erheblich größeren Gesamtreichweite!

Warum? Deine Follower haben auch Follower.  Manche mit tausenden oder hunderttausenden Followern. Retweetet so ein großer Account deinen Tweet, erreicht deine Botschaft eine unglaublich große Menge an Menschen.

 

Wie groß soll deine Reichweite als Wissenschaftler*in sein?

Hast du das eine oder andere Ergebnis bereits vermutet?

Fakt ist, dass nicht jede*r außerhalb der eigenen Wissenschaftscommunity kommunizieren möchte. Und manche bereits froh sind, wenn sie überhaupt in der eigenen Wissenschaftsbubble bei Twitter wahrgenommen werden.

Fakt ist auch, dass es eine  ganze Weile dauert, bis du 1.000 Follower zusammen hast. Das kann Monate oder auch Jahre dauern.

Wenn du aber ein bestimmtes Ziel vor Augen hast (immer wichtig, egal ob beim Bloggen oder Twittern!), überlege dir, wie groß deine Community dafür sein muss. Und wie aktiv du dafür sein musst. Je mehr du tweetest, desto mehr Follower bekommst du!

zeanographin und Wissenschaftskommunikatorin Mirjam Glessmer hat sich die Studie übrigens ebenfalls angesehen und ihr persönliches Twitter-Fazit zu 1.000 Followern gezogen (Englisch). Lest mal rein.

 

Studie Nr. 2: Beeinflusst Twitter die Zitationsrate?

Die zweite Studie von Brandon K. Peoples und Kolleg*innen ist etwas älter. Von 2016. Aber nicht weniger spannend!

In “Twitter Predicts Citation Rates of Ecological Research” geht es – wie der Titel bereits verrät – um den Zusammenhang zwischen Twitteraktivität und Zitationsrate.

Immer mehr Wissenschaftler*innen nutzen Social Media, um ihre Forschung zu verbreiten. Die Erwähnungen von Studien auf Blogs, bei Facebook oder Twitter gelten inzwischen als alternativen Metriken (Altmetrik). Also als Alternative zu den traditionellen Metriken wie dem h-Index und der Zitationsrate, an denen Forschungserfolge gemessen werden.

Aber wie genau stehen sie miteinander in Beziehung? Können Wissenschaftler*innen durch Social Media ihren “Research Impact” beeinflussen?

Peoples und seine Kolleg*innen beschränken sich in ihrer Studie auf Twitter, um diesen Fragen nachzugehen.

 

Twitter- und Zitationsdaten für 1.600 Artikel aus 20 Fachzeitschriften

Die Wissenschaftler*innen schauten sich die Twitteraktivität und die Zitationsdaten für fast 1.600 Artikel aus 20 Fachzeitschriften für Umweltforschung an. Die Journals verfügten über unterschiedliche Impact-Faktoren.

Die Twitteraktivität wurde anhand der Tweets, der Twitter-Accounts und der Reichweite gemessen. Also wie viele Tweets und Retweets gab es zu einem bestimmten Artikel? Wie viele Twitter-Accounts twitterten über diesen Artikel? Wie viele andere Twitter-Accounts erreichte ein Tweet über diesen Artikel?

Die Zitationsdaten entstammten dem Web of Science.

 

Ergebnisse: Anzahl der Tweets sagt Zitationsrate vorher

  • Für mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Artikel gab es auf Twitter keine Erwähnung.
  • 17 Prozent der Artikel hatten nur einen Tweet. Die Reichweite der Single-Tweets lag zwischen 0 (von einem Account mit null Followern) und 10.939.
  • Die Twitteraktivität war ein signifikanter Prädiktor für die Zitationsrate. Insbesondere durch den Faktor “Anzahl der Tweets”.
  • Die Twitteraktivität wurde nicht durch den Impact-Factor des Journals bestimmt.

 

Fazit: Twitter hilft nur relevanter Forschung

Die Twitteraktivität steht in eindeutigem Zusammenhang mit der späteren Zitationsrate von Artikeln aus dem Bereich der Umweltforschung. Die Wissenschaftler*innen nehmen an, dass dieses Prinzip auch für andere Disziplinen gilt.

Für die Twitteraktivität von Artikeln der Umweltforschung war der Impact-Factor nicht entscheidend. Journals mit einem hohem Impact-Factor wurden nicht zwangsläufig häufiger auf Twitter diskutiert.

Trotzdem bleiben die Autor*innen vorsichtig und geben zu bedenken, dass der Einfluss des Impact-Factors sich in anderen Fachrichtungen stärker zeigen könnte.

Die Twitteraktivität steht in eindeutigem Zusammenhang mit der späteren Zitationsrate.”

 

Müssen Wissenschaftler*innen jetzt einfach nur viel twittern, um zitiert zu werden?

Viel hilft nicht immer viel. Die Ergebnisse müssen auch relevant sein. Schlechte Forschung wird nicht häufiger zitiert, nur weil über sie getwittert wird. Hervorragende Umweltforschung dagegen wird auf Twitter diskutiert und auch zitiert, unabhängig vom Impact-Faktor des Journals.

Forschende dürfen aber nicht erwarten, dass ihr Paper häufig zitiert wird, ausschließlich weil es in einem angesehenen Journal veröffentlicht wird. Peoples und Kolleg*innen empfehlen daher eine starke Online-Präsenz und die Veröffentlichung von hochqualitativer Forschung.

 

Welchen Sinn hat Twitter? Du unterstützt deine Online-Sichtbarkeit und deine Zitationsrate

Meine Empfehlung: Wenn du gute Forschungsarbeit geleistet und einen Artikel geschrieben hast, twittere darüber! Und nicht nur einmal. Stelle zum Beispiel die Ergebnisse in kleinen Häppchen vor. In mehreren Tweets oder in einem Thread. Erstelle Grafiken dazu, damit du mehr Aufmerksamkeit bekommst.

Tausche dich mit Kolleg*innen aus und stelle Fragen. Erkläre, auf welche Literatur sich dein Artikel stützt. Dir fallen bestimmt noch weitere Möglichkeiten ein.

Damit vergrößerst du nicht nur deine Online-Reichweite, sondern beeinflusst auch maßgeblich die Zitationsrate deiner Artikel positiv.

 

SEO für Wissenschaftler: Mach deine Website über Google auffindbar!

SEO fuer Wissenschaftler

Du schreibst einen Blog oder hast als Wissenschaftler*in eine Website? Mit ein bisschen Suchmaschinenoptimierung (SEO) kannst du beides besser auffindbar machen. In diesem Artikel verrate ich dir die SEO-Grundlagen, die du leicht umsetzen kannst.

Wusstest du, dass auch für Forscher*innen Google das Recherchetool Nummer eins? 82 Prozent sagten bereits 2008 im Rahmen einer Studie, dass sie Google mehr als zehn Mal pro Monat nutzen. Für die Suche nach wissenschaftlicher Literatur.

Darüber hinaus suchen Journalist*innen oder Konferenzorganisator*innen mit bestimmten Keywords nach Expert*innen. Wie cool wäre es, wenn deine Website zu diesem Keyword auf der ersten Google-Seite anzeigt wird?

 

Der Google-Algorithmus entscheidet über die Sichtbarkeit

Die Google-Ergebnisse werden nicht zufällig angezeigt. Dahinter steckt ein geheimer Algorithmus, der ungefähr 250 Parameter einer Website analysiert.

Wie häufig wird auf dieser Seite etwas veröffentlicht? Wie lange bleiben die Besucher*innen? Wie oft kommen sie wieder? Welche anderen wichtigen Websites verlinken auf diese Seite? Wie schnell lädt die Seite, wenn man sie aufruft?

Je häufiger und länger eine Website besucht wird, je mehr anderen Seiten sie als gute Quelle verlinken und je schneller sie sich aufbaut, desto besser schneidet sie im Google-Ranking ab.

Natürlich kommen noch ungefähr 246 andere Kriterien dazu. Aber ich glaube, du verstehst, in welche Richtung das geht.

 

Dein eigener Name ist kein Keyword

Wenn ich in Workshops das Thema Google und Suchmaschinenoptimierung anspreche, fangen die meisten Teilnehmer*innen an, ihren eigenen Namen zu googeln.

Gut so! Ich empfehle jeder und jedem von Zeit zu Zeit zu überprüfen, was im Internet über die eigene Person steht. Aber dein Vor- und Nachname sind keine Keywords. Das heißt, so wird niemand auf dich aufmerksam, der dich noch nicht kennt.

Wenn Menschen nach einer Expertin oder einem Experten im Internet googeln, tun sie das themenspezifisch.

Nehmen wir zum Beispiel an, ich wäre Organisatorin einer Science Slam Veranstaltung. Und auf der Suche nach Wissenschaftler*innen, die Lust hätten, auf der Bühne etwas zu präsentieren. Jemand, der oder die sich mit Physik und im Speziellen mit Mikroskopie auskennt. Und vielleicht schon Erfahrung mit Science Slams hat.

Wenn ich nun die Keyword-Phrase “Mikroskopie Science Slam” in die Google-Suche eingebe, bekomme ich viele Treffer – sogar Videos – angezeigt, die etwas mit André Lampe zu tun haben. André ist Physiker, Wissenschaftskommunikator und Moderator und stand schon mehrmals auf der Bühne.

Beim Thema Science Slam und Mikroskopie komme ich also an André nicht vorbei. Und ich würde ihm als Veranstaltungsorganisatorin höchstwahrscheinlich eine E-Mail schreiben. So funktioniert gutes SEO für Wissenschaftler!

 

Übersetze dein Forschungsthema in Keywords

Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, mit welchem Keyword andere Menschen nach deinem Fachgebiet oder deiner Expertise suchen? Vermutlich ist es allgemeiner und weniger fachspezifisch als du denkst.

Natürlich gibt es auch die Kolleg*innen, die “Biographieforschung”, “Binder Jetting” oder “umweltbezogene Selbstwirksamkeit” in das Suchfeld eingeben. Aber denk mal an Journalist*innen, die nicht so tief im Thema stecken. Welche Wörter und Begriffe nutzen sie?

Mein Tipp: Überleg dir, von wem du gefunden werden möchtest und versetze dich in diese Person hinein. Wie würde sie dein Thema umschreiben?

 

Nutze Recherche-Tools für gute Keywords

Google Autocomple, Suggest und Trends

Ideen für Keywords bekommst du auch über verschiedene Keyword-Tools. Google selbst verrät dir, wonach andere Menschen suchen.

Angenommen du forschst auf dem Gebiet der Inklusion. Wenn du “Inklusion” in die Suchzeile eingibst, klappt das Menü nach unten auf und Google vervollständigt deinen Suchbegriff automatisch. Du siehst weitere Begriffe, nach denen oft im Zusammenhang mit “Inklusion” gesucht wird.

 

SEO fuer Wissenschaftler Suchanfrage Inklusion Google Autocomplete

 

Schau zusätzlich ganz unten auf der Google-Seite unter “Ähnliche Suchanfragen”. Dort werden dir auch noch einmal Vorschläge angezeigt. Einiges überschneidet sich mit der automatischen Vervollständigung. Anderes ist neu.

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Unter Google Trends kannst du dir darüber hinaus anzeigen lassen, wie stark nach einem Keyword im Verlauf eines bestimmten Zeitraums gesucht wird. Zum Beispiel innerhalb des vergangenen Jahres oder in den letzten fünf Jahren.

Dadurch kannst du Rückschlüsse ziehen, wann es sich besonders lohnt zu einem Thema einen Blogpost oder ein Video zu veröffentlichen.

 

Ubersuggest

Das Tool Ubersuggest liefert dir ebenso Keyword-Ideen. Außerdem zeigt es dir die Seiten an, die zum Keyword am besten ranken. Im Fall des Beispiels „Inklusion“ ist das die Seite „10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten“ von Raul Krauthausen. So bekommt du mit, wer sich mit welchen Inhalten zu deinem Thema schon recht gut im Netz bewegt.

Du siehst nicht nur die geschätzten Aufrufe der Seite pro Monat, sondern auch die Anzahl der Backlinks. Also die anderen Websites, die auf die Seite von Raul Krauthausen verlinken.

 

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Answer the Public

Bei Answer the Public bekommst du auf Grundlage von Google und Bing eine Reihe von themenrelevanten Fragen und Aussagen zu deinem Thema. Die Fragen werden nach den klassischen W-Fragen sowie nach Präpositionen und Vergleichsbegriffen geclustert. Damit gibt das Tool einen Einblick in die Interessen und Suchintentionen deiner Zielgruppe.

Bei Ubersuggest und Answer the Public hast du nur wenige Suchen pro Tag frei. Ein kostenpflichtiger Account ist aber in den meisten Fällen nicht notwendig. Überlege dir vorher genau, welche Wörter du checken möchtest. Ist das Tageslimit erreicht, setze deine Suche am nächsten Tag fort.

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Bringe in jedem Blogbeitrag ein neues Keyword unter

Du hast relevante Keywords identifiziert, für die du gefunden werden möchtest. Und nun? Jetzt musst du diese Keywords auf den Seiten deiner Website und in jedem deiner Blogbeiträge unterbringen. Pro Seite ein Keyword oder eine Keyword-Phrase.

Das Keyword sollte in Überschriften auftauchen. Web-Überschriften sind hierarchisch organisiert. Die Hauptüberschrift wird auch als H1-Überschrift bezeichnet. Diese gibt es nur einmal. Alle darunter liegenden Zwischenüberschriften werden als H2, H3 usw. klassifiziert.[

Integriere dein Keyword auch in den Text mehrere Male. In diesem Text soll das Keyword “SEO für Wissenschaftler” aufgrund der Textlänge mindestens 4 Mal auftauchen. Das entspricht  einer Keyword-Dichte von 0,5 Prozent des Gesamttextes. Empfohlen werden häufig 1 bis 3 Prozent.

Lass dein Keyword auch in Bildunterschriften und in den Titel deiner Artikelbilder einfließen.

 

SEO für Wissenschaftler ist machbar

Wenn du deine Website oder deinen Blog mit WordPress betreibst, hilft dir das PlugIn Yoast dabei, Google mitzuteilen, für welches Keyword du die Seite optimiert hast. Yoast funktioniert nach einem Ampelsystem. Es lobt und “tadelt” deine SEO-Aktivitäten und gibt wertvolle Hinweise, was du noch besser machen kannst.

 

SEO-für-Wissenschaftler-Yoast

 

Mit Yoast kannst du auch das Vorschau-Snippet bearbeiten, das in den Google-Suchergebnissen für jede Website angezeigt wird. Bringe auch hier dein Keyword unter.

Hast du dich bereits mit SEO für Wissenschaftler auseinandergesetzt? Was fällt dir noch schwer? Lass uns in den Kommentaren darüber sprechen!

 

Eine richtig gute Twitter-Biografie schreiben – Tipps, Ideen und Beispiele

Titelbild des Blogbeitrags "Eine richtig gute Twitter-Biografie schreiben – Tipps, Ideen und Beispiele"

Anhand deiner Twitter-Biografie entscheiden die meisten Menschen aus deiner Wissenschaftscommunity, ob sie dir folgen oder nicht. Dir stehen nur 160 Zeichen zur Verfügung. Damit musst du deinen Besucher*innen alles, was sie über dich wissen sollten, erzählen.

In der Wissenschaft ist der berühmte Elevator Pitch nicht gerade üblich. Im Gegenteil – Wissenschaftler*innen neigen bei Vorstellungsrunden zum Ausholen und Erklären. Insbesondere wenn es um ihr Forschungsthema geht.

In der Twitter-Biografie ist kein Platz für lange Erklärungen. Weil jedes Zeichen zählt, muss sie auf Anhieb überzeugend sein.

Die Worte und sogar die Reihenfolge, in welcher du die Worte für deine Twitter-Bio wählst, stimmen deine Follower darauf ein, was sie bei dir erwartet. Nicht nur auf deine Themen, auch auf deine Art von Humor und deinen Kommunikationsstil.

In diesem Artikel habe ich dir Tipps, Ideen und tolle Beispiele von wissenschaftlichen Twitter-Bios als Inspiration zusammengestellt. Los geht’s!

10 Tipps, wie du eine richtig gute Twitter-Bio schreibst

1. Stell dich vor und sag uns, was du machst

Nutze deine Bio, um anderen mitzuteilen, was genau du machst.[

Dabei geht es klar um deine Forschung. Aber versuche, deine Arbeit nicht ausschließlich durch Fachbegriffe wie „Binder Jetting“ zu beschreiben.

In deiner Wissenschaftscommunity mögen die Konzepte und Begriffe bekannt sein. Aber bei Twitter interessieren sich auch Journalist*innen, Politiker*innen, Stiftungen und Wissenschaftler*innen aus anderen Disziplinen für dich.

Mach es ihnen leicht, zu verstehen, was sie sich unter deiner Forschung vorstellen können. Und wie sie bestimmte Dinge besser macht oder voranbringt.

Tadaa! Kurz, prägnant und verständlich. Tobias R. Ortelt gelingt das beim Thema Ingenieurdidaktik.

 

Twitter Biografie Tobias R. Ortelt

2. Verwende Keywords in deiner Twitter-Biografie

Keywords in der Twitter-Bio sind sehr wichtig, da dein Profil über Google und die Twitter-Suche auffindbar ist.

Mach dir Gedanken darüber, wonach die Zielgruppe, mit der du in Kontakt kommen möchtest, sucht. Und verwende diese Keywords in deiner Bio.

Beschränke dich nicht nur auf Hashtags wie #Molekularbiologie oder #Mikroskopie. Beschreibe, was du genau machst. Hashtags können das manchmal nicht richtig transportieren.

Hier ein gutes Beispiel von Claudia C. Gatzka.

 

Twitter Biografie Claudia C. Gatzka

3. Nutze den Platz, den du hast

160 Zeichen sind sehr wenig, um all das zu sagen, was du sagen möchtest. Gerade ausreichend für einen Elevator Pitch. Verschenke den Platz nicht und nutze ihn strategisch!

Aber denk daran: die perfekte Twitter-Bio gelingt kaum beim ersten Versuch. Es ist okay, sie drei, vier oder zehn Mal zu überarbeiten. Meine existiert aktuell in der fünften oder sechsten Version.

Wenn du noch Twitter-Anfänger*in bist, hilft dir meine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Das ist ein 7-Punkte-Plan für deinen erfolgreichen Start bei Twitter.

4. Erwähne den Namen deiner Hochschule oder deines Instituts

Das ist praktisch, wenn Leute nach deiner Uni oder Forschungseinrichtung suchen.

Wenn deine Bio das Twitter-Handle deines Arbeitgebers enthält, erscheinst du in den Suchergebnissen. Eine zusätzliche Möglichkeit, über deine Forschungseinrichtung sichtbar zu werden

Wenn du für eine angesehene Zeitschrift schreibst oder ein Projekt mit eigenem Twitter-Account verantwortest, warum erwähnst du nicht auch das?

So wie Lena Schwenker und Marie Heidenreich es tun.

Twitter Biografie Lena Schwenker
Twitter Biografie Marie Heidenreich

5. Sprich über besondere Leistungen und Erfolge

Was sind deine größten Erfolge?

Erwähne bedeutende Auszeichnungen, Stipendien oder Preise in deiner Twitter-Biografie – ohne es zu übertreiben.

Du kannst folgende Dinge nennen:

  • Auszeichnungen für Forschungsleistungen
  • Forschungspreise
  • Bücher, die du geschrieben hast
  • Stipendien und Förderprogramme, die du erhalten hast
  • etc.

]Hier ein Beispiel von Susann Kohout.

 

Twitter Biografie Susann Kohout

6. Sei humorvoll

Humor eignet sich super dazu, bei anderen im Gedächtnis zu bleiben.

Ich finde es immer sehr sympathisch, in wissenschaftlichen Profilen eine Prise Humor zu entdecken. Keine einfache Aufgabe! Aber es lohnt sich!

Inspiration gibt es bei Thora Schubert und Jens Notroff.

 

Twitter Biografie Thora Schubert
Twitter Biografie Jens Notroff

7. Bau einen Call to Action in deine Twitter-Biografie ein

Wenn du möchtest, dass deine Follower einen bestimmten Hashtag nutzen oder deinen Blog oder deine Website besuchen sollen, fordere sie in deiner Twitter-Biografie dazu auf.

Das ist ein so genannter Call to Action. Eine sehr gute Möglichkeit, neue Blog-Besucher*innen zu bekommen!

Alice und Marlene Heckl machen es vor.

 

Twitter Biografie Alice
Twitter Biografie Marlene Heckl

8. Nutze Hashtags sparsam

Ein Profil, das hauptsächlich aus Hashtags besteht, kann schnell „spammy“ aussehen.

Wähle ein bis maximal drei gute Hashtags aus. Das reicht vollkommen. Bonuspunkte gibt es dafür, wenn du sie in einem vollständigen Satz unterbringen kannst.

 

9. Unterstreiche etwas durch Emojis

Emojis und seriöse Wissenschaft? Wenn auch nicht auf den ersten Blick offensichtlich, kann das gut funktionieren.

Emojis können dir helfen, in dem begrenzten Raum von 160 Zeichen mehr Informationen rüberzubringen. Und sie lockern dein Profil optisch auf.

Stefan Lörcks zeigt, wie es gehen kann.

Twitter Biografie Stefan Loercks

10. Setze Disclaimer und Hinweise ans Ende

Wenn du rechtliche Hinweise oder Disclaimer wie „Retweet ≠ Zustimmung“ in dein Profil aufnehmen musst oder willst, beginne nicht damit![

Starte besser mit einem einprägsamen, humorvollen Satz, der die Leute abholt und sie dazu animiert, dir zu folgen.

 

Diese 6 Seiten braucht deine Website als Wissenschaftler*in

Diese 6 Seiten braucht deine Website als Wissenschaftler in 1

Du bist Wissenschaftler*in und möchtest eine eigene Website erstellen? Wahrscheinlich weißt du gar nicht, was auf dieser Website über dich stehen soll. Eine Followerin bei Twitter antwortete auf meine Frage, was das größte Problem an einer eigenen Webpräsenz sei: “Ich komme nicht recht weiter, weil ich nicht weiß, was da genau drauf sein soll… unpersönliches gibt’s wenig – allzu persönlich wird’s peinlich.”

Auch in meinen Workshops an Hochschulen höre ich immer wieder: “Über mich gibt es nichts zu sagen.” Und das besonders von Promovierenden, die noch am Anfang ihrer Promotion stehen. Ihre Überzeugung ist, ohne Veröffentlichungen gäbe es keine relevanten Inhalte für ihre Internetpräsenz.

Das dachte ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit Anfang 2016 auch. Im Artikel “Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler?” berichte ich dir von meinem Weg zu einer eigenen Webpräsenz. Ich verrate dir 5 Gründe, die mich vom Nutzen einer Website überzeugt haben. Und die auch dir für deine Website als Wissenschaftler*in einleuchten werden.

 

Beschränke dich auf 6 Hauptseiten im Menü

Die erste Regel einer guten Website lautet: überfrachte die Seite nicht! Dazu gehört eine angemessene Zahl an einzelnen Webseiten, die verschiedene Zwecke erfüllen. Die Seiten sollten über das Menü am oberen Bildschirmrand erreichbar sein.

Damit deine Websitebesucher sich nicht erschlagen fühlen oder den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, beschränke dich auf maximal 6 Seiten, die du im Menü verlinkst. Rechtlich relevante Seiten zum Impressum und Datenschutz kannst du auch im Footer deiner Website platzieren.

Ergänzende Informationen kannst du auf Unterseiten unterbringen, die deine Besucher im zweiten Schritt über ein Submenü aufrufen können. Häufig braucht eine Website aber nicht mehr als 6 hoch informative Seiten.

 

Diese 6 Seiten sind die Basis deiner Websiten als Wissenschaftler*in

 

 

1. Startseite

Name: Start, Home,  wenn vorhanden eigenes Logo…

Nutze den wertvollen Platz auf der Startseite dazu, dich vorzustellen und die wichtigsten Stichwörter zu deinem Forschungsthema/deinem Expertenwissen auf einen Blick deutlich zu machen. Denk dran: im schlimmsten Fall wissen deine Website-Besucher*innen nichts über dich. Und wir alle haben wenig Zeit, erst mühselig nach Informationen zu suchen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Wer bist du und in welchem Forschungsbereich bist du aktiv?
  • An welchem Punkt in deiner Wissenschaftskarriere stehst du gerade?
  • Wo und mit wem forschst du aktuell?
  • Was erwartet deine Website-Besucher*innen auf deiner Seite?
  • Call to Action: Worüber möchtest du dich austauschen? Für welche Projekte kann man dich anfragen? Was soll der oder die Besucher*in im Anschluss tun?

 

2. Forschung & Lehre

Name: Forschung & Lehre, Forschung, Forschungsprojekte, Forschungsinteressen…

Hier ist Platz, um über deine aktuellen Forschungsprojekte, das Thema deiner Promotion und deine Lehrtätigkeit zu informieren. Konzentriere dich auf das Wesentliche und verlinke für vertiefende Informationen ggf. auf die entsprechenden Institutsseiten. Wenn du ein Profil bei ResearchGate, Academia oder Google Scholar hast, verweise darauf und ermuntere deine Besucher*innen dort vorbeizuschauen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Mit welchen Forschungsfragen setzt du dich auseinander und was fasziniert dich daran? (Kontrollfrage: Würde deine Oma deinen Text verstehen, wenn sie ihn lesen würde?)
  • Welche Forschungsmethoden nutzt du und was sind deine Forschungsziele?
  • In welche Forschungsprojekte bist du involviert?
  • Welche Kontakte und Kooperationen suchst du für aktuelle und zukünftige Projekte?
  • Was macht deine Lehr- und Dozierendentätigkeit aus? Welche Inhalte und Seminare liegen dir am Herzen und warum?

 

3. CV

Name: CV, Curriculum Vitae, Über mich…

Auf dieser Seite stellst du ausführliche Informationen über dich und deinen Werdegang zur Verfügung. Halte dich an die Grundstruktur eines tabellarischen Lebenslaufs, damit es übersichtlich bleibt. Du musst das ganze aber nicht zwingend in einer Tabelle darstellen. Sei ruhig etwas kreativ. Und schreib zur Einleitung ein paar sympathische Zeilen über dich, bevor die “harten Fakten” kommen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Welche Ausbildungen hast du bisher absolviert?
  • Welche beruflichen Stationen hast du hinter dir?
  • In welchen akademischen Ausschüssen, Gremien, Gesellschaften und Organisationen bist du Mitglied?
  • Welche Stipendien und Preise hast du erhalten?
  • Welche besondere Qualifikationen und Weiterbildungen sind noch für deine akademische Karriere relevant?

 

 

4. Publikationen

Name: Publikationen, Veröffentlichungen, Artikel…

Unter “Publikationen” kannst du alle Artikel, Aufsätze, Buchkapitel, Bücher, Poster und Konferenzbeiträge, die du geschrieben hast, auflisten. Ordne sie den entsprechenden Kategorien zu und verlinke sie, wenn sie Open Access zur Verfügung stehen. Wenn du bereits viel veröffentlicht hast, hilf deinen Website-Besucher*innen mit einer kuratierten Auswahl von Veröffentlichungen. Stelle deine wichtigsten Artikel an den Anfang der Seite und erläutere kurz, warum sie deine Arbeit am besten widerspiegeln.

Beantworte folgende Fragen:

  • Welche Artikel (Peer-Reviewed) hast du bereits veröffentlicht?
  • An welchen Büchern und Buchkapiteln warst du beteiligt?
  • Welche Vorträge hast du auf Konferenzen gehalten?
  • Gibt es Interviews oder Videobeiträge mit dir, in denen du als Expert*in auftrittst?
  • Kannst du Poster, Vortragsfolien oder andere Zusatzmaterialien online stellen oder verlinken?

 

5. Blog

Name: Blog, Podcast, YouTube, je nachdem welches Content-Format du nutzt

Ein Blog ist der dynamische Teil deiner Website als Wissenschaftler*in. Hier sollte regelmäßig etwas passieren. Du kannst deinen Blog dazu nutzen, um über Erkenntnisse aus deiner Forschung zu bloggen, den Fortschritt deiner Doktorarbeit zu dokumentieren oder relevante Ergänzungen aus deine Lehrveranstaltung zu veröffentlichen. Mit jedem neuen Blogbeitrag erhöhst du die Chance, über die Suchmaschine Google gefunden zu werden. Aber nicht nur das. Über deinen Blog lernen dich deine Leser*innen besser kennen. Zeig neben deiner fachlichen Kompetenz auch ein Stück deiner Persönlichkeit. Wir interessieren uns immer auch für den Menschen hinter der Forschung.

Frage dich beim Bloggen:

  • Für wen schreibe ich und wer soll meine Beiträge lesen?
  • Was sollen meine Leser*innen aus meinen Beiträgen mitnehmen?
  • Passen Sprache und Tonalität zu meiner Zielgruppe?
  • Habe ich gute Überschriften formuliert, ausreichend Absätze eingebaut und relevante Keywords verwendet?

 

6. Kontakt

Name: Kontakt

Nein, deine E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf der Uni-Website allein reichen nicht aus. Mach es deinen Websitebesucher*innen so einfach wie möglich, Kontakt zu dir aufzunehmen. Gib verschiedene Kontaktmöglichkeiten an, manche Menschen schreiben lieber eine E-Mail, andere rufen lieber an. Ein Kontaktformular ist auch immer eine gute Idee. Vergiss außerdem nicht, deine Social-Media-Accounts zu verlinken.

Beantworte folgende Fragen:

  • Auf welchen Wegen kann man dich erreichen?
  • Welchen Kommunikationsweg bevorzugst du?
  • Gibt es Tage oder Uhrzeiten, an denen du besser erreichbar bist als an anderen?
  • Zu welchen Themen und Fragen freust du dich über Post?

 

Du möchtest weitere Tipps und Beispiel-Websites von echten Wissenschaftler*innen sehen? Dann schau am 10.4.2019 um 19 Uhr im Webinar “Deine Website als Wissenschaftler*in” vorbei, das Teil des Programms “Frühjahrputz für deine Diss” auf dem Blog Coachingzonen Wissenschaft ist.

 

Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler? – Diese 5 Gründe sprechen dafür

Lohnt sich eine eigene Website fuer dich als Wissenschaftler

Januar 2016. Mein Job an der Uni ist vorbei und ich bin das erste Mal in meinem Leben offiziell arbeitslos. Ich fühle mich (be)frei(t) und möchte neue Wege gehen. Ich weiß, dass jetzt eine neue persönliche und berufliche Ära beginnt – und bin dennoch ziellos. Besuche bei der Arbeitsagentur, Jobbewerbungen, Vorstellungsgespräche, Frust über Absagen und endlose Gedanken: “Was kann ich?” und “Wo will ich hin?”. Nach 28 Bewerbungen habe ich die Nase voll. Trotz Selbstzweifel entscheide ich mich, den Antrag auf Gründungszuschuss zu schreiben und mich selbstständig zu machen.

Weil es einen Job, so wie ich ihn mir erhoffe, nicht gibt, schaffe ich ihn mir selbst.

Denn ich weiß, ich möchte in der Wissenschaft bleiben. Um mit all dem, was ich im Wissenschaftsmarketing-Studium gelernt habe, andere Menschen in der Wissenschaft zu unterstützen.

Der Plan steht. Das Problem: niemand außerhalb meiner alten Hochschule kennt mich. Geschweige denn meine Dienstleistungen. Mir dämmert langsam: ich brauche dringend eine richtig gute Website. Auch wenn mich offline nicht viele kennen, könnte meine Online-Präsenz mir vielleicht helfen, beruflich Fuß zu fassen.

]Mir war nur noch nicht klar, wie das genau funktioniert. Brauche ich wirklich eine WordPress-Seite? Muss ich bloggen? Wie werde ich über Google gefunden? Ist das nicht viel zu viel Arbeit?

Wenn es dir so wie mir geht, teile ich hier meine 5 Gründe mit dir, warum ich mich letztendlich für eine eigene Website entschieden habe. Und warum ich dir diesen Schritt empfehle, wenn du sichtbar sein und eigene Ziele erreichen möchtest.

 

Meine 5 wichtigsten Gründe für eine eigene Webpräsenz

 

Lohnt sich eine eigene Website als Forscher

 

1. Zeigen, wer man heute ist.

Digitales Zeitalter. Es gibt kaum jemanden, über den man nicht wenigstens ein paar Schnipsel im Internet findet. Ein alter Bericht in der Lokalzeitung, Foto und Textbeschreibung auf der Team-Seite des (ehemaligen) Arbeitgebers, das Xing-Profil oder der Link zu einem Interview von 2014. Während ich meine Schnipsel betrachtete, erkannte ich, dass niemand wusste, wer ich jetzt bin und wo ich hin will.

Dort gab es all diese losen Enden, die nicht zusammen kamen und kein gemeinsames Bild erschufen. Im Gegenteil – manche Infos waren so veraltet, dass ich innerlich fluchte, warum um Himmels willen sie immer noch auf der ersten Google-Seite zu finden waren. Sie zeigten ein früheres Ich, so wie es Familienalben tun.

Nostalgisch, ja. Die Wahrheit aber ist, niemand möchte in meinen alten Erinnerungen schwelgen, wenn er meinen Namen in die Suchmaschine eintippt.

Also beschloss ich, auf meiner Seite alle Infos zu bündeln, die die Fragen beantworten: “Wer bin ich?”, “Welchen Weg bin ich bis hierhin gegangen?”, “Was mache ich jetzt?” und “Worin sehe ich meine Zukunft?”.

Der unglaubliche Vorteil daran ist, dass ich es den Menschen damit einfach mache, in kurzer Zeit wesentliche Dinge über mich zu erfahren. Ein Servicegedanke, der mir gefällt. Auch ich bin immer wieder dankbar dafür, wenn ich auf eine schön gestalteten Internetseite ruckzuck finde, was ich suche.

 

2. Sein eigener Chef(redakteur) sein.

An der Uni bestand ich immer darauf, selbst Redakteursrechte für die Website zu bekommen. Ich wäre unglücklich gewesen, hätte ich nur einer Studentischen Hilfskraft meinen Lebenslauf in die Hand drücken müssen. Nicht, dass ich kein Vertrauen in ihre oder seine Fähigkeiten gehabt hätte, mein Foto und meinen Werdegang online zu stellen. Im Gegenteil! Ich selbst habe als Studentische Mitarbeiterin viel Verantwortung übernommen. Mein Arbeitsgebiet entsprach zu großen Teilen bereits denen einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin.

Doch ich wollte es selbst in der Hand haben – im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten, die ein zentral verwaltetes Content-Management-System wie Typo3 bot.

Aber ganz ehrlich, welche Hoheit haben wir über eine Website, die nicht uns gehört? Nach dem Ende meines Unijobs war auch mein Mitarbeiterprofil wieder verschwunden. Auf meiner persönlichen Webpage bestimme ich seit über 2 Jahren, welche Inhalte wie lange online sind. Und kann mich ganz selbstbestimmt auch beim Layout kreativ auslassen.

Übrigens, wenn ResearchGate, XING, LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram morgen ihre Seiten schließen, passiert das Gleiche – alle Inhalte verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Auf deiner eigenen Website aber bist du Chefredakeur*in, Webmaster*in und Geschäftsführer*in!

 

3. Keine Angst vor Technik haben.

Ich und Technik waren nie besonders gute Freunde. Ich konnte früher weder den Videorekorder programmieren noch das Betriebssystem auf meinem Computer neu installieren. Wie groß war damit die Chance, mir ein neues Hosting-Paket für meine Website zu suchen und im Backend von WordPress meine neue Seite zu gestalten?

Wie so oft im Leben wächst man mit seinen Herausforderungen. 2016 war das Jahr, in dem ich stundenlang Anleitungen und Demo-Videos schaute, die mir erklärten, wie ich ein Textelement oder ein Bild einbaue.

Ich googelte das Wort Plugin, weil ich nicht verstand, dass Plugins kleine “Zusatzprogramme” sind, die extrem hilfreich sein können. Und fragte mich, warum allen Ernstes in der Blogosphäre immer wieder behauptet wird, mit WordPress könne jede*r spielend leicht Webseiten aufsetzen.

Die Wahrheit ist: Der Anfang ist schwer. Doch Durchbeißen lohnt sich! Ich bin inzwischen stolz auf meine neuen Fähigkeiten. Und du schaffst das auch! Es gibt so viel Hilfe da draußen im Netz. Oder du suchst dir von Anfang an einen WordPress-Profi, der deine Seite erstellt. Viele haben daraus ihr Business gemacht. Sie unterstützen dich gerne auf deinem Weg.

 

4. Den Blog als persönliches Sprachrohr nutzen.

Ich sehe deine erschrockenen Augen schon vor mir. Neben der Arbeit, die eine Website macht, auch noch bloggen? Das dachte ich auch. Aber wer schaut schon gerne regelmäßig auf einer Seite vorbei, auf der nichts Neues passiert?

Bloggen ist stark von der eigenen Motivation abhängig. Sieh es nicht als Zwang, sondern als Möglichkeit, genau über das zu schreiben, was dich bewegt. Nutze es als Sprachrohr für dich. Zeig, womit du dich beschäftigst und was dir gerade durch den Kopf geht. Denn es ist quasi ein Naturgesetz, dass du damit Menschen anziehst, die ähnlich ticken. Und auf neue Kontakte triffst, die du im Büro oder Labor nie getroffen hättest.

 

5. Durch Suchmaschinenoptimierung als Experte sichtbar sein.

Das war für mich das allerwichtigste Argument. Selbst wenn niemand direkt meinen Namen googeln würde (weil er oder sie mich noch nicht kennt), könnte ich durch die richtigen Keywords zu bestimmten Themen im Netz auftauchen.

Suchmaschinenoptimierung ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Überleg dir für jede einzelne Unterseite, für welchen Suchbegriff sie bei Google als Ergebnis auftauchen soll. Pack das Stichwort am besten in die Überschrift, in eine der Zwischenüberschriften, in den Titel des Bildes und in die URL.

Achte darüber hinaus auf eine gute Textlänge von ca. 800 Wörtern. Schreib kurze, verständliche Sätze, gliedere deinen Text in kleine Absätze und verwende Bilder und Zwischenüberschriften. Das Plugin Yoast zeigt dir anhand eines Ampelsystem, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Und es ermöglicht dir, dein Keyword zu definieren. Auch das Snippet (dieser kleine Vorschautext, den du bei der Google-Suche angezeigt bekommst) kannst du mit Yoast bearbeiten.

Wenn du diese Tipps umsetzt, hat deine Website sehr gute Chancen, gefunden zu werden. Denn mit jeder neuen Seite kannst du ein neues Keyword verknüpfen. Das ist übrigens einer der Gründe, warum Blogs so beliebt sind.

 

Leseempfehlung:

Fragst du dich, wie das Bloggen dir in deiner Wissenschaftskarriere helfen könnte? Dann ist dieser Artikel vielleicht eine Hilfe für dich: Bloggen für die Wissenschaftskarriere: Warum es sich lohnt. Ich zeige dir 5 Vorteile und gebe dir eine kleine Anleitung, wie du deinen Blog starten kannst.

Hast du bereit über eine eigene Website nachgedacht? Wenn ja, was hindert dich an der Umsetzung?

 

#DigitalScientist N°3 Interview mit Stefan Gotthold – Astro Blogger

DigitalScientist Interview Stefan Gotthold

Stefan twittert und schreibst Postings, wenn er vom Planetarium in die Sternwarte fährt und umgekehrt. Sein Herz schlägt ganz für die Astronomie und das, obwohl er etwas völlig Anderes studiert hat. Seine Botschaft an alle Wissenschaftler*innen: Wissenschaftskommunikation funktioniert nur mit Begeisterung – und dann richtig gut!

Das erste Mal getroffen haben wir uns auf einem der zahlreichen Barcamps, die es rund um das Thema Wissenschaftskommunikation gibt. Vielleicht beim Fast Forward Science Barcamp? Ich weiß es nicht mehr genau. Wahrscheinlich weil man mit Stefan – egal wo – schnell ins Gespräch kommt…

 

Lieber Stefan, was ist dein Fachgebiet und was machst du beruflich?

Liebe Susanne, vielen Dank erst einmal für diese Interviewgelegenheit. Ich bin Diplom-Ingenieur (FH) und habe Technische Informatik im Maschinenbau studiert.

Mein Fachgebiet liegt aber woanders. Ich habe mich 2014 selbstständig gemacht. Zum einen betreibe ich einen großen astronomischen Blog und zum anderen habe ich mich auf Social-Media-Beratung im Wissenschaftsbereich spezialisiert. Mein Herz schlägt für die Astronomie und das zeigt mein Blog auch recht gut.

2017 habe ich die Gelegenheit bekommen, in einer der größten astronomischen Organisationen Deutschlands mitzuarbeiten. Die Stiftung Planetarium Berlin wurde 2016 gegründet und ich bin mittlerweile fest in dem Team der Bildung integriert und darf hier an einer tollen Sache mitwirken.

Spannend! Wo finden wir dich online? Und mit wem und worüber kommunizierst du im Netz?

Überall lautet wohl die beste Antwort. Mich findet man auf Twitter, Facebook, Snapchat, WhatsApp, im Blog, bei Youtube und alles was heute so für Kommunikation benutzt wird.

Ich kommuniziere vornehmlich bei Twitter und Facebook und das mit Menschen, die meine Interessen teilen oder spannende Geschichten erzählen können. Ich bin leicht zu faszinieren und daher folge und rede ich mit jedem, der diese Faszination bei mir auslösen kann oder meine Begeisterung teilt.

Mein Vorteil ist, dass ich online genauso kommuniziere wie im Offline-Leben. Ich rede viel und gern. Ich habe keine Scheu, andere anzusprechen und mich mit ihnen zwei Stunden zu unterhalten. Es kommt auf das Thema und die Begeisterung an. Dann fängt man mich sowohl im echten wie auch im digitalen Leben.

Für mich bist du auf jeden Fall ein #DigitalScientist. – Was braucht es deiner Meinung nach, um Wissenschaft erfolgreich online zu kommunizieren?

Hier wird es schon etwas kompliziert. Ich weiß gar nicht, ob ich ein Scientist bin. Trotzdem danke für die Bezeichnung. Digital gebe ich gern zu und Wissenschaftskommunikation betreibe ich auch (sagen André Lampe und andere zumindest), aber im Inneren bezeichne ich mich nicht als Wissenschaftler. Das spielt aber für die Kommunikation und deine Frage keine Rolle.

Um in der Wissenschaft erfolgreich zu kommunizieren, bedarf es nur zwei Dinge – den Willen überhaupt zu kommunizieren und die Begeisterung für das eigene Thema. Mehr ist meiner Meinung nach nicht notwendig.

Schreibe ich z.B. darüber, dass ein Asteroid (astronomisch gesehen) “nahe” an der Erde vorbeifliegt und hinterher herauskommt, dass dieser auch noch einen Trabanten hatte, könnte ich ausflippen. Das ist für mich ein Mega-Ereignis! Denn das finden wir mit unseren beschränkten Mitteln von der Erde über tausende von Kilometern heraus. Meine Aufregung merkt man auch an meinen Posts oder Tweets und damit scheine ich die Leute anzustecken.

Wir alle kennen Lehrer*innen, Professor*innen oder Kollegen*innen, die an ihrem Job keine Freude haben. Wenn jemand nur forscht oder arbeitet, um Geld zu verdienen, aber keine Begeisterung für sein Fach hat, merken das die Leute schnell. In diesem Fall nutzt das Kommunizieren nichts.

Zum einen habe ich sehr spannende Leute kennengelernt, die spannende Themen zu erzählen haben. Zum anderen baue ich damit mein Netzwerk an privaten und beruflichen Kontakten aus. So durfte ich als Blogger und Kommunikator zur ESA oder auch schon mal zu einer Pressekonferenz mit Alexander Gerst (ohne eine Akkreditierung zu besitzen).

Im Paul-Löbe-Haus saß ich mit Frau Zypries zusammen – diese Einladung kam per Twitter. Als Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt diskutierte ich mit ihr neue Projekte zu Astronomie für Blinde und vieles mehr.

Einige spannende Projekten habe ich umsonst begleitet, weil mich das Thema fesselte. Andere wurden gut bezahlt. Digitale Wissenschaftskommunikation ist wie das wahre Leben. Nur wer gibt, bekommt auch etwas. Ich kommuniziere über verschiedenste Kanäle und bekomme unendlich viel zurück. Es ist sehr schade, dass viele Menschen das noch nicht verstanden haben.

Wie sieht dein Social-Media-Alltag aus, wie organisierst du deine Aktivitäten im Netz?

Mittlerweile hat sich dies durch meinen neuen Job geändert.  Während meiner Selbstständigkeit ging es morgens mit News lesen, Twitter anschauen, Facebook prüfen, Blog checken los. Kontakte pflegen und neue Kontakte knüpfen. Dafür konnten schon mal zwei bis drei Stunden draufgehen.

]Anschließend ging es ans Bloggen oder Kundenaufträge abarbeiten. Danach ging es abends oft zu Kommunikationsstammtischen oder anderen Veranstaltungen, bei denen man sich sehen lassen musste. 13 bis 14 Stunden als Selbstständiger waren keine Seltenheit.

Heute sieht es entspannter aus. Ich nutze die Fahrtwege zwischen den Planetarien und Sternwarten, um meine Accounts zu prüfen oder auf Nachrichten zu antworten oder auch mal einen kleinen Post abzusetzen.

Ich bin neugierig. Was ist dein nächstes großes Ziel als Wissenschaftler im Netz?

Ich bin ja eher der Wolowitz (Big Bang Theorie) unter den Wissenschaftler*innen. Trotzdem sind meine Ziele groß und die Zeit diese umzusetzen viel zu gering. Ein größeres Projekt ist, meinen Twitterbot (@werabot – einen Welt-Raum-Bot) endlich auszuwerten und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Als Social-Media-Manager habe ich Firmen und Organisationen beraten und irgendwann kam mir der Gedanke, ob nicht alle Social-Media-Manager falsch liegen. Daraufhin habe ich meine Social-Media-Tipps auf einige einfache Regeln reduziert und mit einem Automatismus einen Bot entwickelt. Mein Informatikstudium kam mir dabei zugute. Dieser Roboter läuft seit einem Jahr und hat auf seinem Kanal über 1.200 Follower gesammelt.

Diesen Bot möchte ich auswerten und anderen zur Verfügung stellen. Wissenschaftskommunikation kann viel Arbeit bedeuten. Das hält viele davon ab, zu twittern oder zu posten. Man kann sich das Social-Media-Leben aber um einiges vereinfachen und dafür steht der Bot. Alles geht damit natürlich nicht.

Ansonsten müsste ich meinen Blog mal wieder intensiver befüllen. Zum Glück gibt es hier mehr als 1000 Artikel im Archiv und daher läuft er, auch ohne dass ich viel Neues bloggen muss.

 

Fertig! Jetzt braucht er nur noch einen Namen. Vorschläge??? #followerpower #RTpls #Astronomie #Raumfahrt pic.twitter.com/0je2fglnQz

— Stefan Gotthold (@gottie29) May 6, 2018

 

Zum Abschluss noch eine indiskrete Frage: Gerade bei den ersten Schritten mit Social Media macht man ja oft mal komische Dinge oder läuft etwas schief. Über welche Geschichte aus deiner digitalen Jugend musst du immer noch schmunzeln?

Ich habe gleich zwei Geschichten. Eine ist zum Schmunzeln, die andere eher nicht.

Das Treffen mit Frau Zypries im Paul-Löbe-Haus wurde nur über Twitter abgesprochen. Ich war sehr aufgeregt. Da ich weiß, dass manche Politiker*innen oder VIPs ihre Twitteraccounts von Ghostwritern befüllen lassen, stand ich vor dem Gebäude und dachte: Da oben steht bestimmt eine Horde von Praktikant*innen, die sich halb tot lachen über den Idioten, der da unten wartet. Zum Glück war es nicht so, aber ein komisches Gefühl war es schon.

Bei der traurigen Geschichte handelte es sich um ein Fakebild, das ich geteilt habe. Ich bin darauf reingefallen. Es sollte das erste Bild der Raumsonde Rosetta und dessen Lander Philae vom Kometen “Tschuri” sein. Für mich sah es echt aus und ich habe es geteilt. Die Quelle kam mir nicht komisch vor, da es eine andere astronomische Organisation war. Aber auch die Leute dort sind darauf reingefallen.

Es hat meiner Reputation zum Glück nicht geschadet, aber es hätte anders kommen können. Ich habe mir dann vorgenommen, die Sachen doch genauer zu prüfen. Man sollte sich der Gefahren bewusst sein, aber diese auch nicht überbewerten. Schaut man mit offenen Augen hin und denkt ein wenig darüber nach, kann nicht wirklich viel schief gehen in den sozialen Medien.

Du bist Wissenschaftler*in und möchtest mir erzählen, warum du ein #DigitalScientist bist und welche Tipps du guten Gewissens an deine Forscherkolleg*innen weitergeben kannst? Dann schreib mir gerne eine Mail. Ich melde mich umgehend bei dir zurück!”

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