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SEO für Wissenschaftler: Mach deine Website über Google auffindbar!

Du schreibst einen Blog oder hast als Wissenschaftler*in eine Website? Mit ein bisschen Suchmaschinenoptimierung (SEO) kannst du beides besser auffindbar machen. In diesem Artikel verrate ich dir die SEO-Grundlagen, die du leicht umsetzen kannst.

Wusstest du, dass auch für Forscher*innen Google das Recherchetool Nummer eins? 82 Prozent sagten bereits 2008 im Rahmen einer Studie, dass sie Google mehr als zehn Mal pro Monat nutzen. Für die Suche nach wissenschaftlicher Literatur.

Darüber hinaus suchen Journalist*innen oder Konferenzorganisator*innen mit bestimmten Keywords nach Expert*innen. Wie cool wäre es, wenn deine Website zu diesem Keyword auf der ersten Google-Seite anzeigt wird?

 

Der Google-Algorithmus entscheidet über die Sichtbarkeit

Die Google-Ergebnisse werden nicht zufällig angezeigt. Dahinter steckt ein geheimer Algorithmus, der ungefähr 250 Parameter einer Website analysiert.

Wie häufig wird auf dieser Seite etwas veröffentlicht? Wie lange bleiben die Besucher*innen? Wie oft kommen sie wieder? Welche anderen wichtigen Websites verlinken auf diese Seite? Wie schnell lädt die Seite, wenn man sie aufruft?

Je häufiger und länger eine Website besucht wird, je mehr anderen Seiten sie als gute Quelle verlinken und je schneller sie sich aufbaut, desto besser schneidet sie im Google-Ranking ab.

Natürlich kommen noch ungefähr 246 andere Kriterien dazu. Aber ich glaube, du verstehst, in welche Richtung das geht.

 

Dein eigener Name ist kein Keyword

Wenn ich in Workshops das Thema Google und Suchmaschinenoptimierung anspreche, fangen die meisten Teilnehmer*innen an, ihren eigenen Namen zu googeln.

Gut so! Ich empfehle jeder und jedem von Zeit zu Zeit zu überprüfen, was im Internet über die eigene Person steht. Aber dein Vor- und Nachname sind keine Keywords. Das heißt, so wird niemand auf dich aufmerksam, der dich noch nicht kennt.

Wenn Menschen nach einer Expertin oder einem Experten im Internet googeln, tun sie das themenspezifisch.

Nehmen wir zum Beispiel an, ich wäre Organisatorin einer Science Slam Veranstaltung. Und auf der Suche nach Wissenschaftler*innen, die Lust hätten, auf der Bühne etwas zu präsentieren. Jemand, der oder die sich mit Physik und im Speziellen mit Mikroskopie auskennt. Und vielleicht schon Erfahrung mit Science Slams hat.

Wenn ich nun die Keyword-Phrase „Mikroskopie Science Slam“ in die Google-Suche eingebe, bekomme ich viele Treffer – sogar Videos – angezeigt, die etwas mit André Lampe zu tun haben. André ist Physiker, Wissenschaftskommunikator und Moderator und stand schon mehrmals auf der Bühne.

Beim Thema Science Slam und Mikroskopie komme ich also an André nicht vorbei. Und ich würde ihm als Veranstaltungsorganisatorin höchstwahrscheinlich eine E-Mail schreiben. So funktioniert gutes SEO für Wissenschaftler!

 

Übersetze dein Forschungsthema in Keywords

Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, mit welchem Keyword andere Menschen nach deinem Fachgebiet oder deiner Expertise suchen? Vermutlich ist es allgemeiner und weniger fachspezifisch als du denkst.

Natürlich gibt es auch die Kolleg*innen, die „Biographieforschung“, „Binder Jetting“ oder „umweltbezogene Selbstwirksamkeit“ in das Suchfeld eingeben. Aber denk mal an Journalist*innen, die nicht so tief im Thema stecken. Welche Wörter und Begriffe nutzen sie?

Mein Tipp: Überleg dir, von wem du gefunden werden möchtest und versetze dich in diese Person hinein. Wie würde sie dein Thema umschreiben?

 

Nutze Recherche-Tools für gute Keywords

Google Autocomple, Suggest und Trends

Ideen für Keywords bekommst du auch über verschiedene Keyword-Tools. Google selbst verrät dir, wonach andere Menschen suchen.

Angenommen du forschst auf dem Gebiet der Inklusion. Wenn du „Inklusion“ in die Suchzeile eingibst, klappt das Menü nach unten auf und Google vervollständigt deinen Suchbegriff automatisch. Du siehst weitere Begriffe, nach denen oft im Zusammenhang mit „Inklusion“ gesucht wird.

 

 

Schau zusätzlich ganz unten auf der Google-Seite unter „Ähnliche Suchanfragen“. Dort werden dir auch noch einmal Vorschläge angezeigt. Einiges überschneidet sich mit der automatischen Vervollständigung. Anderes ist neu.

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Unter Google Trends kannst du dir darüber hinaus anzeigen lassen, wie stark nach einem Keyword im Verlauf eines bestimmten Zeitraums gesucht wird. Zum Beispiel innerhalb des vergangenen Jahres oder in den letzten fünf Jahren.

Dadurch kannst du Rückschlüsse ziehen, wann es sich besonders lohnt zu einem Thema einen Blogpost oder ein Video zu veröffentlichen.

 

Ubersuggest

Das Tool Ubersuggest liefert dir ebenso Keyword-Ideen. Außerdem zeigt es dir die Seiten an, die zum Keyword am besten ranken. Im Fall des Beispiels „Inklusion“ ist das die Seite „10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten“ von Raul Krauthausen. So bekommt du mit, wer sich mit welchen Inhalten zu deinem Thema schon recht gut im Netz bewegt.

Du siehst nicht nur die geschätzten Aufrufe der Seite pro Monat, sondern auch die Anzahl der Backlinks. Also die anderen Websites, die auf die Seite von Raul Krauthausen verlinken.

 

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Answer the Public

Bei Answer the Public bekommst du auf Grundlage von Google und Bing eine Reihe von themenrelevanten Fragen und Aussagen zu deinem Thema. Die Fragen werden nach den klassischen W-Fragen sowie nach Präpositionen und Vergleichsbegriffen geclustert. Damit gibt das Tool einen Einblick in die Interessen und Suchintentionen deiner Zielgruppe.

Bei Ubersuggest und Answer the Public hast du nur wenige Suchen pro Tag frei. Ein kostenpflichtiger Account ist aber in den meisten Fällen nicht notwendig. Überlege dir vorher genau, welche Wörter du checken möchtest. Ist das Tageslimit erreicht, setze deine Suche am nächsten Tag fort.

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Bringe in jedem Blogbeitrag ein neues Keyword unter

Du hast relevante Keywords identifiziert, für die du gefunden werden möchtest. Und nun? Jetzt musst du diese Keywords auf den Seiten deiner Website und in jedem deiner Blogbeiträge unterbringen. Pro Seite ein Keyword oder eine Keyword-Phrase.

Das Keyword sollte in Überschriften auftauchen. Web-Überschriften sind hierarchisch organisiert. Die Hauptüberschrift wird auch als H1-Überschrift bezeichnet. Diese gibt es nur einmal. Alle darunter liegenden Zwischenüberschriften werden als H2, H3 usw. klassifiziert.[

Integriere dein Keyword auch in den Text mehrere Male. In diesem Text soll das Keyword „SEO für Wissenschaftler“ aufgrund der Textlänge mindestens 4 Mal auftauchen. Das entspricht  einer Keyword-Dichte von 0,5 Prozent des Gesamttextes. Empfohlen werden häufig 1 bis 3 Prozent.

Lass dein Keyword auch in Bildunterschriften und in den Titel deiner Artikelbilder einfließen.

 

SEO für Wissenschaftler ist machbar

Wenn du deine Website oder deinen Blog mit WordPress betreibst, hilft dir das PlugIn Yoast dabei, Google mitzuteilen, für welches Keyword du die Seite optimiert hast. Yoast funktioniert nach einem Ampelsystem. Es lobt und „tadelt“ deine SEO-Aktivitäten und gibt wertvolle Hinweise, was du noch besser machen kannst.

 

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Mit Yoast kannst du auch das Vorschau-Snippet bearbeiten, das in den Google-Suchergebnissen für jede Website angezeigt wird. Bringe auch hier dein Keyword unter.

Hast du dich bereits mit SEO für Wissenschaftler auseinandergesetzt? Was fällt dir noch schwer? Lass uns in den Kommentaren darüber sprechen!

 

Diese 6 Seiten braucht deine Website als Wissenschaftler*in

Du bist Wissenschaftler*in und möchtest eine eigene Website erstellen? Wahrscheinlich weißt du gar nicht, was auf dieser Website über dich stehen soll. Eine Followerin bei Twitter antwortete auf meine Frage, was das größte Problem an einer eigenen Webpräsenz sei: „Ich komme nicht recht weiter, weil ich nicht weiß, was da genau drauf sein soll… unpersönliches gibt’s wenig – allzu persönlich wird’s peinlich.“

Auch in meinen Workshops an Hochschulen höre ich immer wieder: „Über mich gibt es nichts zu sagen.“ Und das besonders von Promovierenden, die noch am Anfang ihrer Promotion stehen. Ihre Überzeugung ist, ohne Veröffentlichungen gäbe es keine relevanten Inhalte für ihre Internetpräsenz.

Das dachte ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit Anfang 2016 auch. Im Artikel „Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler?“ berichte ich dir von meinem Weg zu einer eigenen Webpräsenz. Ich verrate dir 5 Gründe, die mich vom Nutzen einer Website überzeugt haben. Und die auch dir für deine Website als Wissenschaftler*in einleuchten werden.

 

Beschränke dich auf 6 Hauptseiten im Menü

Die erste Regel einer guten Website lautet: überfrachte die Seite nicht! Dazu gehört eine angemessene Zahl an einzelnen Webseiten, die verschiedene Zwecke erfüllen. Die Seiten sollten über das Menü am oberen Bildschirmrand erreichbar sein.

Damit deine Websitebesucher sich nicht erschlagen fühlen oder den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, beschränke dich auf maximal 6 Seiten, die du im Menü verlinkst. Rechtlich relevante Seiten zum Impressum und Datenschutz kannst du auch im Footer deiner Website platzieren.

Ergänzende Informationen kannst du auf Unterseiten unterbringen, die deine Besucher im zweiten Schritt über ein Submenü aufrufen können. Häufig braucht eine Website aber nicht mehr als 6 hoch informative Seiten.

 

Diese 6 Seiten sind die Basis deiner Websiten als Wissenschaftler*in

 

 

1. Startseite

Name: Start, Home,  wenn vorhanden eigenes Logo…

Nutze den wertvollen Platz auf der Startseite dazu, dich vorzustellen und die wichtigsten Stichwörter zu deinem Forschungsthema/deinem Expertenwissen auf einen Blick deutlich zu machen. Denk dran: im schlimmsten Fall wissen deine Website-Besucher*innen nichts über dich. Und wir alle haben wenig Zeit, erst mühselig nach Informationen zu suchen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Wer bist du und in welchem Forschungsbereich bist du aktiv?
  • An welchem Punkt in deiner Wissenschaftskarriere stehst du gerade?
  • Wo und mit wem forschst du aktuell?
  • Was erwartet deine Website-Besucher*innen auf deiner Seite?
  • Call to Action: Worüber möchtest du dich austauschen? Für welche Projekte kann man dich anfragen? Was soll der oder die Besucher*in im Anschluss tun?

 

2. Forschung & Lehre

Name: Forschung & Lehre, Forschung, Forschungsprojekte, Forschungsinteressen…

Hier ist Platz, um über deine aktuellen Forschungsprojekte, das Thema deiner Promotion und deine Lehrtätigkeit zu informieren. Konzentriere dich auf das Wesentliche und verlinke für vertiefende Informationen ggf. auf die entsprechenden Institutsseiten. Wenn du ein Profil bei ResearchGate, Academia oder Google Scholar hast, verweise darauf und ermuntere deine Besucher*innen dort vorbeizuschauen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Mit welchen Forschungsfragen setzt du dich auseinander und was fasziniert dich daran? (Kontrollfrage: Würde deine Oma deinen Text verstehen, wenn sie ihn lesen würde?)
  • Welche Forschungsmethoden nutzt du und was sind deine Forschungsziele?
  • In welche Forschungsprojekte bist du involviert?
  • Welche Kontakte und Kooperationen suchst du für aktuelle und zukünftige Projekte?
  • Was macht deine Lehr- und Dozierendentätigkeit aus? Welche Inhalte und Seminare liegen dir am Herzen und warum?

 

3. CV

Name: CV, Curriculum Vitae, Über mich…

Auf dieser Seite stellst du ausführliche Informationen über dich und deinen Werdegang zur Verfügung. Halte dich an die Grundstruktur eines tabellarischen Lebenslaufs, damit es übersichtlich bleibt. Du musst das ganze aber nicht zwingend in einer Tabelle darstellen. Sei ruhig etwas kreativ. Und schreib zur Einleitung ein paar sympathische Zeilen über dich, bevor die „harten Fakten“ kommen.

Beantworte folgende Fragen:

  • Welche Ausbildungen hast du bisher absolviert?
  • Welche beruflichen Stationen hast du hinter dir?
  • In welchen akademischen Ausschüssen, Gremien, Gesellschaften und Organisationen bist du Mitglied?
  • Welche Stipendien und Preise hast du erhalten?
  • Welche besondere Qualifikationen und Weiterbildungen sind noch für deine akademische Karriere relevant?

 

 

4. Publikationen

Name: Publikationen, Veröffentlichungen, Artikel…

Unter „Publikationen“ kannst du alle Artikel, Aufsätze, Buchkapitel, Bücher, Poster und Konferenzbeiträge, die du geschrieben hast, auflisten. Ordne sie den entsprechenden Kategorien zu und verlinke sie, wenn sie Open Access zur Verfügung stehen. Wenn du bereits viel veröffentlicht hast, hilf deinen Website-Besucher*innen mit einer kuratierten Auswahl von Veröffentlichungen. Stelle deine wichtigsten Artikel an den Anfang der Seite und erläutere kurz, warum sie deine Arbeit am besten widerspiegeln.

Beantworte folgende Fragen:

  • Welche Artikel (Peer-Reviewed) hast du bereits veröffentlicht?
  • An welchen Büchern und Buchkapiteln warst du beteiligt?
  • Welche Vorträge hast du auf Konferenzen gehalten?
  • Gibt es Interviews oder Videobeiträge mit dir, in denen du als Expert*in auftrittst?
  • Kannst du Poster, Vortragsfolien oder andere Zusatzmaterialien online stellen oder verlinken?

 

5. Blog

Name: Blog, Podcast, YouTube, je nachdem welches Content-Format du nutzt

Ein Blog ist der dynamische Teil deiner Website als Wissenschaftler*in. Hier sollte regelmäßig etwas passieren. Du kannst deinen Blog dazu nutzen, um über Erkenntnisse aus deiner Forschung zu bloggen, den Fortschritt deiner Doktorarbeit zu dokumentieren oder relevante Ergänzungen aus deine Lehrveranstaltung zu veröffentlichen. Mit jedem neuen Blogbeitrag erhöhst du die Chance, über die Suchmaschine Google gefunden zu werden. Aber nicht nur das. Über deinen Blog lernen dich deine Leser*innen besser kennen. Zeig neben deiner fachlichen Kompetenz auch ein Stück deiner Persönlichkeit. Wir interessieren uns immer auch für den Menschen hinter der Forschung.

Frage dich beim Bloggen:

  • Für wen schreibe ich und wer soll meine Beiträge lesen?
  • Was sollen meine Leser*innen aus meinen Beiträgen mitnehmen?
  • Passen Sprache und Tonalität zu meiner Zielgruppe?
  • Habe ich gute Überschriften formuliert, ausreichend Absätze eingebaut und relevante Keywords verwendet?

 

6. Kontakt

Name: Kontakt

Nein, deine E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf der Uni-Website allein reichen nicht aus. Mach es deinen Websitebesucher*innen so einfach wie möglich, Kontakt zu dir aufzunehmen. Gib verschiedene Kontaktmöglichkeiten an, manche Menschen schreiben lieber eine E-Mail, andere rufen lieber an. Ein Kontaktformular ist auch immer eine gute Idee. Vergiss außerdem nicht, deine Social-Media-Accounts zu verlinken.

Beantworte folgende Fragen:

  • Auf welchen Wegen kann man dich erreichen?
  • Welchen Kommunikationsweg bevorzugst du?
  • Gibt es Tage oder Uhrzeiten, an denen du besser erreichbar bist als an anderen?
  • Zu welchen Themen und Fragen freust du dich über Post?

 

Du möchtest weitere Tipps und Beispiel-Websites von echten Wissenschaftler*innen sehen? Dann schau am 10.4.2019 um 19 Uhr im Webinar „Deine Website als Wissenschaftler*in“ vorbei, das Teil des Programms „Frühjahrputz für deine Diss“ auf dem Blog Coachingzonen Wissenschaft ist.

 

Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler? – Diese 5 Gründe sprechen dafür

Januar 2016. Mein Job an der Uni ist vorbei und ich bin das erste Mal in meinem Leben offiziell arbeitslos. Ich fühle mich (be)frei(t) und möchte neue Wege gehen. Ich weiß, dass jetzt eine neue persönliche und berufliche Ära beginnt – und bin dennoch ziellos. Besuche bei der Arbeitsagentur, Jobbewerbungen, Vorstellungsgespräche, Frust über Absagen und endlose Gedanken: „Was kann ich?“ und „Wo will ich hin?“. Nach 28 Bewerbungen habe ich die Nase voll. Trotz Selbstzweifel entscheide ich mich, den Antrag auf Gründungszuschuss zu schreiben und mich selbstständig zu machen.

Weil es einen Job, so wie ich ihn mir erhoffe, nicht gibt, schaffe ich ihn mir selbst.

Denn ich weiß, ich möchte in der Wissenschaft bleiben. Um mit all dem, was ich im Wissenschaftsmarketing-Studium gelernt habe, andere Menschen in der Wissenschaft zu unterstützen.

Der Plan steht. Das Problem: niemand außerhalb meiner alten Hochschule kennt mich. Geschweige denn meine Dienstleistungen. Mir dämmert langsam: ich brauche dringend eine richtig gute Website. Auch wenn mich offline nicht viele kennen, könnte meine Online-Präsenz mir vielleicht helfen, beruflich Fuß zu fassen.

]Mir war nur noch nicht klar, wie das genau funktioniert. Brauche ich wirklich eine WordPress-Seite? Muss ich bloggen? Wie werde ich über Google gefunden? Ist das nicht viel zu viel Arbeit?

Wenn es dir so wie mir geht, teile ich hier meine 5 Gründe mit dir, warum ich mich letztendlich für eine eigene Website entschieden habe. Und warum ich dir diesen Schritt empfehle, wenn du sichtbar sein und eigene Ziele erreichen möchtest.

 

Meine 5 wichtigsten Gründe für eine eigene Webpräsenz

 

Lohnt sich eine eigene Website als Forscher

 

1. Zeigen, wer man heute ist.

Digitales Zeitalter. Es gibt kaum jemanden, über den man nicht wenigstens ein paar Schnipsel im Internet findet. Ein alter Bericht in der Lokalzeitung, Foto und Textbeschreibung auf der Team-Seite des (ehemaligen) Arbeitgebers, das Xing-Profil oder der Link zu einem Interview von 2014. Während ich meine Schnipsel betrachtete, erkannte ich, dass niemand wusste, wer ich jetzt bin und wo ich hin will.

Dort gab es all diese losen Enden, die nicht zusammen kamen und kein gemeinsames Bild erschufen. Im Gegenteil – manche Infos waren so veraltet, dass ich innerlich fluchte, warum um Himmels willen sie immer noch auf der ersten Google-Seite zu finden waren. Sie zeigten ein früheres Ich, so wie es Familienalben tun.

Nostalgisch, ja. Die Wahrheit aber ist, niemand möchte in meinen alten Erinnerungen schwelgen, wenn er meinen Namen in die Suchmaschine eintippt.

Also beschloss ich, auf meiner Seite alle Infos zu bündeln, die die Fragen beantworten: „Wer bin ich?“, „Welchen Weg bin ich bis hierhin gegangen?“, „Was mache ich jetzt?“ und „Worin sehe ich meine Zukunft?“.

Der unglaubliche Vorteil daran ist, dass ich es den Menschen damit einfach mache, in kurzer Zeit wesentliche Dinge über mich zu erfahren. Ein Servicegedanke, der mir gefällt. Auch ich bin immer wieder dankbar dafür, wenn ich auf eine schön gestalteten Internetseite ruckzuck finde, was ich suche.

 

2. Sein eigener Chef(redakteur) sein.

An der Uni bestand ich immer darauf, selbst Redakteursrechte für die Website zu bekommen. Ich wäre unglücklich gewesen, hätte ich nur einer Studentischen Hilfskraft meinen Lebenslauf in die Hand drücken müssen. Nicht, dass ich kein Vertrauen in ihre oder seine Fähigkeiten gehabt hätte, mein Foto und meinen Werdegang online zu stellen. Im Gegenteil! Ich selbst habe als Studentische Mitarbeiterin viel Verantwortung übernommen. Mein Arbeitsgebiet entsprach zu großen Teilen bereits denen einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin.

Doch ich wollte es selbst in der Hand haben – im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten, die ein zentral verwaltetes Content-Management-System wie Typo3 bot.

Aber ganz ehrlich, welche Hoheit haben wir über eine Website, die nicht uns gehört? Nach dem Ende meines Unijobs war auch mein Mitarbeiterprofil wieder verschwunden. Auf meiner persönlichen Webpage bestimme ich seit über 2 Jahren, welche Inhalte wie lange online sind. Und kann mich ganz selbstbestimmt auch beim Layout kreativ auslassen.

Übrigens, wenn ResearchGate, XING, LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram morgen ihre Seiten schließen, passiert das Gleiche – alle Inhalte verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Auf deiner eigenen Website aber bist du Chefredakeur*in, Webmaster*in und Geschäftsführer*in!

 

3. Keine Angst vor Technik haben.

Ich und Technik waren nie besonders gute Freunde. Ich konnte früher weder den Videorekorder programmieren noch das Betriebssystem auf meinem Computer neu installieren. Wie groß war damit die Chance, mir ein neues Hosting-Paket für meine Website zu suchen und im Backend von WordPress meine neue Seite zu gestalten?

Wie so oft im Leben wächst man mit seinen Herausforderungen. 2016 war das Jahr, in dem ich stundenlang Anleitungen und Demo-Videos schaute, die mir erklärten, wie ich ein Textelement oder ein Bild einbaue.

Ich googelte das Wort Plugin, weil ich nicht verstand, dass Plugins kleine „Zusatzprogramme“ sind, die extrem hilfreich sein können. Und fragte mich, warum allen Ernstes in der Blogosphäre immer wieder behauptet wird, mit WordPress könne jede*r spielend leicht Webseiten aufsetzen.

Die Wahrheit ist: Der Anfang ist schwer. Doch Durchbeißen lohnt sich! Ich bin inzwischen stolz auf meine neuen Fähigkeiten. Und du schaffst das auch! Es gibt so viel Hilfe da draußen im Netz. Oder du suchst dir von Anfang an einen WordPress-Profi, der deine Seite erstellt. Viele haben daraus ihr Business gemacht. Sie unterstützen dich gerne auf deinem Weg.

 

4. Den Blog als persönliches Sprachrohr nutzen.

Ich sehe deine erschrockenen Augen schon vor mir. Neben der Arbeit, die eine Website macht, auch noch bloggen? Das dachte ich auch. Aber wer schaut schon gerne regelmäßig auf einer Seite vorbei, auf der nichts Neues passiert?

Bloggen ist stark von der eigenen Motivation abhängig. Sieh es nicht als Zwang, sondern als Möglichkeit, genau über das zu schreiben, was dich bewegt. Nutze es als Sprachrohr für dich. Zeig, womit du dich beschäftigst und was dir gerade durch den Kopf geht. Denn es ist quasi ein Naturgesetz, dass du damit Menschen anziehst, die ähnlich ticken. Und auf neue Kontakte triffst, die du im Büro oder Labor nie getroffen hättest.

 

5. Durch Suchmaschinenoptimierung als Experte sichtbar sein.

Das war für mich das allerwichtigste Argument. Selbst wenn niemand direkt meinen Namen googeln würde (weil er oder sie mich noch nicht kennt), könnte ich durch die richtigen Keywords zu bestimmten Themen im Netz auftauchen.

Suchmaschinenoptimierung ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Überleg dir für jede einzelne Unterseite, für welchen Suchbegriff sie bei Google als Ergebnis auftauchen soll. Pack das Stichwort am besten in die Überschrift, in eine der Zwischenüberschriften, in den Titel des Bildes und in die URL.

Achte darüber hinaus auf eine gute Textlänge von ca. 800 Wörtern. Schreib kurze, verständliche Sätze, gliedere deinen Text in kleine Absätze und verwende Bilder und Zwischenüberschriften. Das Plugin Yoast zeigt dir anhand eines Ampelsystem, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Und es ermöglicht dir, dein Keyword zu definieren. Auch das Snippet (dieser kleine Vorschautext, den du bei der Google-Suche angezeigt bekommst) kannst du mit Yoast bearbeiten.

Wenn du diese Tipps umsetzt, hat deine Website sehr gute Chancen, gefunden zu werden. Denn mit jeder neuen Seite kannst du ein neues Keyword verknüpfen. Das ist übrigens einer der Gründe, warum Blogs so beliebt sind.

 

Leseempfehlung:

Fragst du dich, wie das Bloggen dir in deiner Wissenschaftskarriere helfen könnte? Dann ist dieser Artikel vielleicht eine Hilfe für dich: Bloggen für die Wissenschaftskarriere: Warum es sich lohnt. Ich zeige dir 5 Vorteile und gebe dir eine kleine Anleitung, wie du deinen Blog starten kannst.

Hast du bereit über eine eigene Website nachgedacht? Wenn ja, was hindert dich an der Umsetzung?