Kategorie-Archive: Social Media

Wissenschaftliches Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar

Brauchst du als Wissenschaftler*in eine ORCID ID (Open Researcher and Contributor ID)? Was bringt dir ein Google-Scholar-Profil für deine akademische Karriere? Kurz gesagt: Wie funktioniert Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar?

Wenn du dir diese Fragen stellst, findest du in diesem Blogartikel kurze, knackige Erklärungen dazu,

  • was eine ORCID ID ist und wozu du sie brauchst,
  • wozu Google Scholar gut ist und wie du dein eigenes Profil erstellst,
  • sowie meine persönliche Einschätzung dazu, wie du beides für dein wissenschaftliches Selbstmarketing am besten nutzt.

Also, lass uns gleich loslegen und als erstes einen Blick auf die lebenslange Wissenschaftler*innen-Nummer werfen.

Was ist ORCID?

ORCID ist die Abkürzung für Open Researcher and Contributor ID. Obwohl es doppelt gemoppelt ist, von der ORCID ID zu sprechen, hat es sich etabliert und ich behalte das ebenfalls in diesem Blogartikel so bei.

Es handelt sich um einen alphanumerischen Code, der dich als Wissenschaftler*in eindeutig identifizierbar und auffindbar machen soll. Unabhängig von Namensvarianten, Namenswechseln (durch Heirat) oder unterschiedlichen (internationalen) Schreibweisen.

Die 16 Zahlen sind in vier Blöcke unterteilt und durch Bindestriche voneinander getrennt, also z.B. 0000-0012-3456-1234. Deine ORCID ID kannst du ein Leben lang nutzen, denn sie ist unabhängig von Arbeitgebern und Forschungseinrichtungen.

ORCID existiert weltweit. Seit 2012 können sich Wissenschaftler*innen registrieren. Im Moment (Stand: 29.11.2022) existieren laut Statistik-Website von ORCID 15,5 Mio. Live ORCID IDs.

Wozu brauchst du eine ORCID ID?

Kurz gesagt brauchst du eine ORCID ID, um dir und den Verlagen das Leben leichter zu machen.

Deine Publikationen sind dir eindeutig zugeordnet. 37 verschiedene Publikationstypen (Bücher, Buchkapitel, Dissertationen, Poster, Konferenzbeiträge, etc.) können in deinem Profil hinterlegt werden.

Du kannst Publikationen selbstständig eintragen. Oder (und hier kommen wir zum Punkt, der dir das Leben leichter macht) deine Publikationsliste wird automatisch aktualisiert. Das minimiert den Verwaltungsaufwand für dich.

Voraussetzung dafür ist, dass du trusted parties wie Scopus, CrossRef und DataCite die automatische Aktualisierung erlaubst.

Viele Verlage verlangen bereits bei der Einreichung von Manuskripten die Angabe deiner ORCID ID.

In Deutschland engagiert sich das ORCID Deutschland Konsortium (DFG-Projekt) für die Implementierung von ORCID an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Laut Website gibt es aktuell 213.000 registrierte IDs in Deutschland. 84 Forschungseinrichtungen sind zurzeit Mitglied des Konsortiums. Darunter die Charité Berlin und die WWU Münster.

So nutzt du ORCID für dein wissenschaftliches Selbstmarketing

ORCID bietet dir die Möglichkeit, deine Publikationen online zu präsentieren, auch wenn du keine eigene Website hast. Und selbst wenn du eine Website hast, kannst du auf dein ORCID-Profil verlinken. Dort wird die Liste (teilweise) automatisch aktuell gehalten.

Das macht Eindruck und wirkt professionell. Immer mehr Wissenschaftler*innen und Forschungseinrichtungen nutzen ORCID. Sie schätzen daher deine ORCID-Seite als digitale Anlaufstelle, um einen Überblick über deine Publikationen zu bekommen.

Dabei bist du international sichtbar und auffindbar.

Interessant ist ORCID vor allem für CV-Wissenschaftler*innen und Akademische Networker*innen, denen es um das „online gefunden werden“ und die Präsentation ihres akademischen Werdegangs geht.

Wozu Google Scholar da ist

Google Scholar ist eine akademische Suchmaschine, parallel zum „normalen“ Google. Wissenschaftler*innen, Studierende und ähnliche Zielgruppen können mit Google Scholar gezielt wissenschaftliche Dokumente und Quellen recherchieren.

Die Suchergebnisse verweisen vorrangig auf Zeitschriftenartikel, aber auch auf Bücher, technische Berichte, Seminararbeiten, Präsentationen, Konferenzvorträge, Abstracts und Preprints. Nicht wenige Quellen sind frei zugänglich und im Volltext verfügbar. Andere führen zu kostenpflichtigen Angeboten von Verlagen und Fachgesellschaften.

Wenn du Google Scholar von einem Hochschul-Rechner aus nutzt oder einen VPN-Zugang hast, kannst du von Google Scholar aus sogar auf die Artikel der elektronischen Zeitschriften deiner Hochschul-Bibliothek zugreifen.

Das Ranking der Suchergebnisse basiert wie beim normalen Google auf Algorithmen. Die Relevanz wird also nicht von Expert*innen beurteilt, sondern anhand bestimmter Google-Scholar-Kriterien.

Dazu zählen

  • Verfügbarkeit des Volltextes
  • Quelle
  • Häufigkeit der Zitationen
  • Publikationsdatum

Eine Tatsache, die nicht selten für entsprechende Kritik sorgt.

So erstellst du dein Google-Scholar-Profil

Jetzt hast du einen groben Überblick, welche Informationen Google Scholar anzeigt. Die logische Frage ist, warum du ein eigenes Google-Scholar-Profil haben solltest.

Die kurze Antwort: mit einem Google-Scholar-Profil kannst du die Suchmaschine mit Daten zu deinen Publikationen füttern. Veröffentlichungen ergänzen. Metadaten korrigieren. (Vieles wird schon automatisch ausgelesen, aber eben nicht alles korrekt.)

Nicht zu vergessen: mit einem öffentlichen Google-Scholar-Profil kannst du deine Sichtbarkeit erhöhen.

Achja und du kannst mit deinem Profil verfolgen, wer dich wo zitiert und bekommst bei Interesse eine E-Mail-Benachrichtigung darüber.

 

Eine kurze Anleitung

Ein Google-Scholar-Profil kannst du leicht erstellen, wenn du einen Google-Account besitzt. Also solltest du entweder bereits in deinen bestehenden Google-Account eingeloggt sein oder dir einen neuen Account anlegen.

Anschließend rufst du Google Scholar auf und kannst unter „Mein Profil“ deine akademische Zugehörigkeit und deine Interessengebiete ergänzen.

Google Scholar Oberfläche

 

Das Feld „Interessengebiete“ ist laut dieses Blogartikels von Prof. Peter Baumgartner besonders wichtig. Hier solltest du die richtigen Schlagwörter (Deutsch und Englisch) eingeben, die dein Forschungsthema beschreiben. So kann Google Scholar erste Artikel zu deinem Profil zuordnen.

 

Google Scholar - Mein Profil

 

Das Feld „Interessengebiete“ ist laut dieses Blogartikels von Prof. Peter Baumgartner besonders wichtig. Hier solltest du die richtigen Schlagwörter (Deutsch und Englisch) eingeben, die dein Forschungsthema beschreiben. So kann Google Scholar erste Artikel zu deinem Profil zuordnen.

Die Anleitung von Prof. Baumgartner ist bereits von 2014 und daher in den Details vermutlich nicht mehr ganz zutreffend. Aber das Prinzip ist ähnlich geblieben.

Im zweiten Schritt geht es um die Zuordnung deiner Artikel zu deinem Profil. Im dritten Schritt kannst du noch ein paar abschließende Einstellungen vornehmen.

Welche Bedeutung hat Google Scholar für dein Selbstmarketing?

Ich gehe davon aus, dass Google Scholar momentan bekannter ist als ORCID. Insbesondere bei Nicht-Wissenschaftlerinnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Fachjournalist*innen auf der Suche nach Expert*innen Google Scholar nutzen.

Ein gut gepflegtes Google-Scholar-Profil könnte dir daher mehr Sichtbarkeit innerhalb der akademisch interessierten Öffentlichkeit bringen.

Für dein Selbstmarketing mag es auch nicht unerheblich sein, falsche Zuordnungen zu korrigieren oder fehlende Angaben zur korrekten Zitation deiner Artikel zu ergänzen. Denn Google Scholar wird ohne Zweifel viel genutzt.

Du hast sogar die Möglichkeit, durch gezielte akademische Suchmaschinenoptimierung (Academic Search Engine Optimization – kurz: ASEO) deine Artikel noch besser auffindbar zu machen. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Blogartikel.

Alles in allem würde ich dir als Wissenschaftler*in sowohl eine ORCID ID als auch ein Google-Scholar-Profil empfehlen. Einmal eingerichtet hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen.

Anders als bei Social-Media-Kanälen musst du hier nicht täglich oder wöchentlich zusätzlichen Content erstellen. Beide Plattformen sind dazu da, deinen wissenschaftlichen Werdegang und den damit verbundenen wissenschaftlichen Output zu dokumentieren und zugänglich zu machen.

Verrate mir doch gerne in den Kommentaren, ob du Selbstmarketing mit ORCID und Google Scholar machst und welche Vorteile sich für dich daraus ergeben.

Twittern auf Konferenzen – So twitterst du professionell bei jeder Tagung

Es ist Sommer. Und nach über zwei Jahren Pandemie finden hier und dort wieder wissenschaftliche Konferenzen und Tagungen statt.

Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie du das Twittern auf Konferenzen für dich nutzen kannst.

Spoiler an dieser Stelle: es gibt ein DAVOR, WÄHRENDDESSEN und DANACH.

In diesem Artikel erfährst du, wie du in jeder Phase deine Konferenzteilnahme optimal für deine Twitter-Aktivitäten nutzt. Los geht’s!

 

VOR der Konferenz – Recherche, Kaffee-Einladungen, Selbstmarketing

Also, das Gedanken machen beginnt idealerweise bereits ein paar Wochen vor der Konferenz.

]Deine erste Aufgabe besteht darin, den Konferenz-Hashtag zu recherchieren. Im besten Fall findest du den Hashtag leicht und schnell auf der Konferenz-Website.

Oder auf einem Flyer oder deiner Anmeldebestätigung. In diesem Fall: Hut ab für die Organisator*innen, die Twitter (und andere soziale Netzwerke) mitgedacht haben.

Ist an den genannten Stellen nichts zu finden, check Twitter selbst, um den Hashtag zu finden. Gib in die Twitter-Suche den Namen der Konferenz oder deren Akronym ein. Nicht selten ergänzt um die aktuelle Jahreszahl.

Du wirst teilnehmen – wer noch?

Kündige circa eine Woche bis drei Tage vorher deine Teilnahme an der Tagung über Twitter an. Nutze dabei den Konferenz-Hashtag. Frage in die Runde, wer von deinen Follower*innen auch dort sein wird.

Du kannst darüber hinaus offene oder ganz gezielte Einladungen zum Kaffee-Trinken aussprechen:

  • „Ich freue mich über Austausch in den Konferenz-Pausen. Wer hat Lust auf einen gemeinsamen Kaffee?“
  • Schön zu wissen @XYZ, dass du auch da sein wirst! Zeit für ein gemeinsames Mittagessen?

Dabei ist es nicht so wichtig, ob ihr euch bereits aus dem realen Leben kennt oder nicht. Im Grunde ist es die ideale Gelegenheit, gerade den Menschen zu einem persönlichen Treffen einzuladen, den du schon immer gerne kennenlernen wolltest.

Die freundliche Einladung wird kaum jemand schroff ablehnen. Außerdem nagelst du dein Gegenüber nicht fest. Sondern triffst eine lockere Verabredung, deren Details ihr noch einmal während der Konferenz klären könnt.

 

Ein wenig Selbstmarketing ist erlaubt

Wenn du auf der Konferenz einen Vortrag hältst, Teil einer Diskussionsrunde bist oder ein Poster präsentierst, kündige auch das über Twitter an.

Teile das Thema deines Beitrags und die Uhrzeit und den Raum. Erwähne, dass du dich über Zuhörer*innen freust und einen lebendigen Austausch.

Aber nenne nicht nur den Titel, sondern füttere deine Community durch kleine Happen (auch in mehreren Tweets) an, was sie im Vortrag erwartet. Welche spannende Frage wirst du beantworten? Welche Methode stellst du vor?

Oder frage deine Follower*innen vorab nach ihren Fragen zu deinem Thema. Die Fragen und Antworten kannst du mit in den Vortrag einbinden. So schaffst du Interaktion und Vorfreude.

 

Studiere das Programm und bereite Tweets vor

Während der Konferenz wirst du ziemlich beschäftigt sein. Wo bleibt da noch die Zeit, zu twittern?

[vc_column_text]Über bestimmte Erlebnisse und Eindrücke kannst du natürlich nur während der Veranstaltung twittern. Ein paar Posts lassen sich aber leicht vorbereiten und mit Hilfe von Social-Media-Tools automatisch veröffentlichen.

Schau ins Programm und plane ein paar Tweets vorab. Zum Beispiel darüber, bei welchen Vorträgen du im Publikum sitzen wirst.

Du kannst die Tweets auch im Entwurf-Modus speichern und dann live vor Ort noch einmal bearbeiten. Das hat den Vorteil, dass du Zeit beim Tippen sparst und eventuell schon den Twitter-Namen der*des Referent*in parat hast.

Glaub mir, es kann Gold wert sein, wenn vorne auf der Bühne geredet wird und du durch gute Vorbereitung schneller Tweets formulieren kannst.

 

WÄHREND der Konferenz – Statements, Zitate und Zwischenmenschliches

Sobald die Tagung stattfindet, besteht deine Aufgabe darin, live von der Veranstaltung zu berichten. Knackige Statements oder griffige Zitate aus Vorträgen in 280 Zeichen kommen häufig gut bei der Twitter-Community kann.

Hat ein*e Referent*in etwas besonders gut in einem Satz auf den Punkt gebracht, zitiere sie*ihn wortwörtlich.

Du kannst dich in einem Tweets auch bei der*dem Vortragenden für den wertvollen Input bedanken. Vor allem wirkungsvoll, wenn diese Person selbst bei Twitter ist. Ein Retweet ist dir so gut wie sicher.

 

Hashtag verfolgen, retweeten, kommentieren

Deine zweite Aufgabe für das Twittern auf Konferenzen lautet, selbst dem Konferenz-Hashtag zu folgen. Schau immer mal wieder, was andere Wissenschaftler*innen tweeten.

Der Vorteil daran: du wirst über spannende Sessions informiert, kannst gelungene Tweets retweeten. Und erfährst darüber, wer noch alles da ist.

Twittern auf Konferenzen bedeutet nicht nur, selbst zu tweeten, sondern sich auch in Diskussionen einzubringen. Also kommentiere ebenfalls fleißig Tweets der anderen anwesenden Forscher*innen.

 

Zwischenmenschliches, Kurioses, Erstaunliches, Sehenswertes tweeten

Neben den professionellen Inhalten eignet sich so eine Konferenz hervorragend dazu, ein bisschen Zwischenmenschliches in die Tweets einfließen zu lassen.

Wen hast du getroffen? Wie ist die Location? Bietet der Tagungsort einen Hammerausblick? Wie grandios war das Buffet? Wie sieht dein Abendprogramm aus? Was hat dich überrascht?

Lass deine Follower*innen am Drumherum teilhaben. So als wären sie selbst dort. Das kommt in den meisten Fällen gut an.

 

NACH der Konferenz – Highlights, Zusammenfassung, Dank

Die Tagung ist vorbei und du wieder zu Hause. Jetzt kannst du die Gelegenheit für eine kleine Nachlese nutzen.

Formuliere 3-4 Tweets oder einen Thread über die Highlights deiner Teilnahme. Welche Erkenntnisse hast du mitgenommen? Welche Begegnungen haben dich beeindruckt? Wie lief dein eigener Vortrag?

Wenn du Fotos gemacht hast, kannst du auch eine kleine Fotostrecke posten und kurze Erläuterungen dazu schreiben.

Wenn du möchtest (und das auch tatsächlich deiner Meinung entspricht) bedanke dich bei den Organisator*innen über Twitter.

Oder kommuniziere, dass du dich auf das Zusammentreffen im nächsten Jahr freust. Falls du bereits den Termin und den Ort kennst, teile dies als Service-Info mit deinen Follower*innen.

 

Studie: Männer twittern auf wissenschaftlichen Konferenzen anders, Frauen auch

Übrigens scheint es geschlechtsspezifische Unterschiede zu geben, worüber auf Tagungen getwittert wird.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 fand heraus: Männer verschicken häufiger Tweets mit Links und twittern häufiger über Konferenzbedingungen. Frauen hingegen twittern häufiger über Konferenzinhalte.

Im Fazit der Studie heißt es: „Männer und Frauen neh­men also während des wissenschaftlichen Twitterns unterschiedliche Rollen wahr und verfolgen mit ihren Tweets verschiedene Zielsetzungen (z. B. Frauen be­richten und Männer weisen auf eigene Texte hin).“

Daher lege ich vor allem den Wissenschaftlerinnen ans Herz, das Twittern auf Konferenzen auch bewusst dazu zu nutzen, auf eigene Paper aufmerksam zu machen.

Twittern auf Konferenzen: Offline vs. online

Abschließend noch ein paar Worte zu den Unterschieden zwischen Offline- und Online-Konferenzen. Meiner Wahrnehmung nach wird auf Online-Konferenzen weniger getwittert.

Da die Wissenschaftler*innen sich auf Online-Konferenzen sowieso im digitalen Raum bewegen, ist der Impuls sich noch einmal woanders digital zu äußern (also zu twittern) geringer.

Einige der im Artikel genannten Tipps fallen hier weg (Kaffee-Einladungen, Zwischenmenschliches…). Trotzdem kannst du auch digitale Konferenzen vertwittern.

Vorteil: du sitzt direkt am digitalen Endgerät, kannst schnell Twitter-Namen von Referent*innen recherchieren und bist weniger vom analogen Drumherum abgelenkt.

Welche Konferenz steht bei dir als nächstes an? Und welche der genannten Tipps kannst du umsetzen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Die Twitter-Formel für mehr Interaktion

Tweets dürfen 280 Zeichen lang sein. Ist es nicht immer ein kleiner innerer Sieg, wenn dein Text genau in dieses Zeichenlimit passt? Ich hüpfe dann häufig kurz innerlich auf und ab.

Aber wie formulierst du deine Tweets? Hast du ein Konzept? Eine Art Formel, die immer gut funktioniert?

In diesem Blogartikel möchte ich dir meine ganz persönliche Twitter-Formel vorstellen. Im Grunde ist es eine Strategie, die dafür sorgt, dass Tweets mehr Aufmerksamkeit und mehr Reaktionen bekommen.

 

Brauchst du eine Text-Strategie?

Vielleicht fragst du dich, ob so eine Strategie überhaupt notwendig ist. Schließlich ist der Inhalt wichtig. Und wer sich nicht für deine Inhalte interessiert, soll weiterziehen.

Jedenfalls liegt es dir mehr als fern, den Text deines Tweets unter das Diktat von Likes und Retweets zu stellen.

Gute Argumente. Dazu hätte ich auch keine Lust. Aber wozu twittern wir denn alle? Doch gerade weil wir wahrgenommen werden möchten.

Dabei geht es nicht darum, deine Tweets bis zur Unkenntlichkeit umzuformulieren. Du sollst nicht das Gefühl haben „das bin nicht mehr ich, der*die hier twittert“.

Die Twitter-Formel kann dir allerdings ein Gerüst bieten, damit deine Tweets etwas mehr auf den Punkt formuliert sind. Hast du Lust, es auszuprobieren?

 

Deine Twitter-Formel: Aufmerksamkeit, Botschaft, Interaktion

 

1. Wie gewinnst du die Aufmerksamkeit deiner Follower*innen?

Im Prinzip ist es genau das, worum wir in den sozialen Netzwerken buhlen: Aufmerksamkeit!

Es gibt so viele Inhalte. Mach dir bewusst, wie viele Nachrichten und Tweets mit jedem Öffnen der Twitter-App auf deine Follower*innen einprasseln.

Starte deinen Tweet daher mit einem Problem, einer Frage oder einer Geschichte. Etwas, wozu deine Zielgruppe eine Verbindung herstellen kann, worin sie sich wiedererkennt. Oder etwas, das eine Emotion in deinen Follower*innen weckt.

 

2. Was ist deine Botschaft?

Der Mittelteil des Tweets ist für deine „eigentliche Botschaft“ reserviert. Warum schreibst du diesen Tweet? Was sollen deine Follower*innen erfahren?

Bring an dieser Stelle prägnant dein Thema oder dein Anliegen rüber. Natürlich sollte es eine sinnvolle Verbindung zum ersten Teil geben, in dem du ein Problem geschildert oder eine Frage gestellt hast.

 

3. Sorge für Interaktion!

Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass Twitter ein Networking-Tool ist. Es geht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Menschen kennen zu lernen. Zu diskutieren. Zu ermutigen. Zu fragen. Zu antworten.

Idealerweise schließt du deinen Tweet deshalb mit einer Frage an deine Community ab. Du kannst sie auch um ihre Meinung oder um Tipps zu einem Thema bitten.

Stell keine Pseudo-Fragen. Also wirklich nur Fragen, an deren Antwort du interessiert bist. Deine Art Fragen zu stellen, sollte außerdem zum Rest deines Kommunikationsstils passen.

Wenn du bisher keinen Fokus auf Interaktion gelegt hast, müssen deine Follower*innen sich erst daran gewöhnen. Sei deshalb nicht sofort entmutigt, wenn es eine Weile dauert, bis deine Follower*innen „sich trauen zu antworten“.

 

Twitter-Formel merken: A-B-I

Du möchtest dir die Twitter-Formel leicht merken? Dann präge dir die drei Anfangsbuchstaben A-B-I ein. Ich bezeichne die Twitter-Formel auch gerne als ABI-Formel.

A: Aufmerksamkeit!
B: Botschaft!
I: Interaktion!

Und damit wir nicht nur theoretisch bleiben, zeige ich dir im nächsten Abschnitt die praktische Anwendung der ABI-Formel anhand von ein paar Beispielen.

Praktische Beispiele für die Twitter-Formel

„Wie sieht eine gute Twitter-Biografie bei Wissenschaftler*innen aus? [Aufmerksamkeit] Ich habe Tipps und Ideen für euch gesammelt und ein paar nachahmenswerte Beispiele eingebaut. [Botschaft] Wer alles dabei ist, seht ihr im Thread.

„Ich bräuchte mal wieder eure Hilfe. [Aufmerksamkeit] Ich suche Blogs von Professorinnen. Als Best-Practice-Beispiele für einen Workshop mit Professorinnen. [Botschaft] Welche Blogs könnt ihr empfehlen? [Interaktion]

„Networking auf Twitter ist manchmal gar nicht so einfach oder? Wie vernetzt man sich mit anderen Wissenschaftler*innen? [Aufmerksamkeit] In der neuen Podcastfolge von @Coachingzonen sprechen Jutta und Wergen und ich genau darüber. [Botschaft] Welche Tipps habt ihr für die Vernetzung auf Twitter? 

Interaktion gefällt dem Algorithmus

Die Twitter-Formel musst du natürlich nicht in 100 Prozent der Fälle anwenden. Nicht jeder Inhalt eignet sich dafür. Aber gerade wenn es dir um Interaktion mit deinen Follower*innen geht, kannst du sie anwenden.

Mach dir Folgendes bewusst. Jede Antwort, jeder Retweet, jedes Like führt dazu, dass dein Tweet neuen potentiellen Follower*innen angezeigt wird. Denn wenn Follower*in XY dir auf einen Tweet antwortet, sehen das dessen*deren Follower*innen auf ihrer Timeline. Ein Domino-Effekt.

Du bekommst nicht nur Aufmerksamkeit bei Menschen, die dich bisher nicht kannten. Du sorgst auch dafür, dass die User*innen sich mit deinen Inhalten beschäftigen und länger auf der Plattform bleiben. Das wiederum gefällt dem Twitter-Algorithmus.

Und der Twitter-Algorithmus sorgt für noch mehr Sichtbarkeit deiner Tweets. Klingt doch gut oder?

Jetzt wünsche ich dir viel Erfolg beim Ausprobieren der Twitter-Formel! Falls du bereits eine eigene Text-Formel für Tweets entwickelt hast, teile sie mit uns in den Kommentaren.

 

Twittern als Team – Einen Team-Account organisieren (Teil 2)

Worauf musst du achten, wenn du gemeinsam mit einem Team einen Twitter-Account managst? Das beste Tool, mit dem du dieses Vorhaben umsetzt, habe ich dir im ersten Teil dieser Mini-Blogartikelserie vorgestellt.

In diesem Artikel gebe ich dir Tipps und Anregungen, wie du einen Team-Account organisieren kannst. Eine gute Struktur im Hintergrund ist meiner Erfahrung nach fast noch wichtiger als Technik.

Allerdings wirst du in diesem Text keine „One-fits-all-Lösung“ finden. Denn dazu sind Teams und ihre Voraussetzungen zu heterogen. Du bekommst viel mehr einen Leitfaden an die Hand. Und lernst, welche Fragen im Team geklärt werden müssen. Damit du und dein Team produktiv und mit Spaß gemeinsam twittern können.

 

Team-Account organisieren – Wie groß ist das Commitment?

Vielleicht hast du schon konkrete Vorstellungen davon, wer aus deinem Team alles mittwittern soll. Vermutlich möglichst viele, damit viel Content entsteht.

Oder dein Team ist eher klein. Aber diese eine Kollegin muss unbedingt dabei sein, denn sie verantwortet Bereich XY oder ist Expertin für Thema YZ in eurer Forschungsgruppe. Und genau dieses Thema MUSS bei Twitter auftauchen.

„Wer im Team hat richtig Lust auf Twitter?

Schön und gut. Alles nachvollziehbare Gründe. Aber bevor irgendwer zwangsverpflichtet wird, macht es in meinen Augen sehr viel Sinn, kurz zu überlegen: Wer hat richtig Bock auf Twitter?

Klar, bei manchen muss die Begeisterung erst noch geweckt werden, weil sie Twitter noch nicht richtig kennen und verstehen. Mach dir aber bereits jetzt (zumindest gedanklich) eine Notiz, wer von Anfang an von der Twitter-Sache überzeugt ist.[

Ich versichere dir, man merkt den Tweets an, ob und mit viel Herzblut und Begeisterung sie geschrieben sind. Und das ist für den Twitter-Erfolg manchmal ausschlaggebender als reine Zahlen, Daten, Fakten. (Die sollten natürlich trotzdem stimmen.)

 

Wer gehört zum Core-Team?

Egal wie groß oder klein dein Twitter-Team sein wird. Es existiert höchstwahrscheinlich immer ein Binnen-Team.

Das sind zwei bis vier Personen (manchmal auch nur eine Person), die ein bisschen mehr Verantwortung tragen als die anderen Teammitglieder. Das ergibt sich aus bestimmten Verantwortlichkeiten, Hierarchien oder Talenten.

Mach dir bewusst, wer zum Binnen-Team gehört und welche Aufgaben es koordiniert. Zum Beispiel die Verwaltung der Zugangsdaten für Twitter, das Einberufen von Teammeetings oder das Hinzufügen neuer Teammitglieder zum Team-Account.

 

Müssen Tweets oder Beiträge abgesegnet werden?

In einigen Konstellationen gibt es Chef*innen, die Tweets vorab freigeben möchten. Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar. Es soll schließlich nichts schief gehen.

Leider ist es wenig praktikabel. Twitter ist ein schnelllebiges und spontanes Medium. Tweets zu autorisieren dauert meistens (zu) lange. Außerdem könnte es bei den Mitarbeitenden ein Gefühl von mangelndem Vertrauen hervorrufen.

Zu Beginn einen gemeinsamen Weg zur Abstimmung finden, später Zügel locker lassen.

Nichtsdestotrotz können sensible Inhalte bei Bedarf vorher abgestimmt werden. Im Grunde reicht ein einfaches Excel-Dokument (am besten online-basiert, damit Änderungen sofort für alle sichtbar sind).

infach den ausformulierten Tweet mit Datum, Uhrzeit und Hashtags in die entsprechenden Spalten eintragen und das Go von oben holen. Wenn sich alle Beteiligten im Laufe der Zeit mit dem Medium Twitter wohler fühlen, können solche (etwas umständlichen) Sicherheitsnetze auch gelockert oder wieder abgeschafft werden.

 

Wie stimmen sich Gruppenmitglieder untereinander ab?

Bei Mitgliedern einer größeren Gruppe stellt sich manchmal die Frage, ob jeder Tweet oder Retweet (ganz basisdemokratisch) von allen abgesegnet werden muss. Auch das ist wenig praktikabel.

Der Grundsatz sollte lauten: Alle tweeten im besten Sinne für die Gruppe. Was man nicht öffentlich mit dem eigenen Namen an eine Litfaßsäule schreiben würde, hat auch bei Twitter keinen Platz. Der Rest ist gesunder Menschenverstand.

Erstelle darüber hinaus gemeinsam mit deinem Team eine Übersicht, welche Themen alle Teammitglieder bedenkenlos auf dem Twitter-Kanal spielen können. So existiert eine Basis, der*die Einzelne kann aber frei über seinen*ihren Tweet entscheiden.

 

Sicherheit schaffen mit Leitlinien

Sicherheit können auch Leitlinien schaffen, auf die sich dein Team einigt. Eine Art kleines Twitter-Manual oder Nachschlagewerk, in dem bestimmte „Regeln“ festgehalten werden. Zum Beispiel, ob Follower*innen generell geduzt oder gesiezt werden.

Wie nahbar, humorvoll oder persönlich getwittert werden darf. In welchen zeitlichen Abständen Tweets möglichst online gehen sollten. Oder ob dein Team und du Diskussionen anstoßen wollen.

Weitere Fragen, die du mit dem Team klären solltest: Welchen Accounts folgt der Team-Account? Wer entscheidet das? Welche Hashtags sollen deine Teammitglieder in ihren Tweets verwenden?

Du siehst, einen Team-Account organisieren, heißt, viele Absprachen zu treffen. Allerdings gehört auch eine große Portion Vertrauen in die Teammitglieder dazu. Und natürlich der Spaß am Twittern!

 

Twitter-Routine und Redaktionsplan

Twittern im Team bedeutet immer: Tweets selbst schreiben! Ich habe oft gehört, dass inhaltliche Zuarbeiten, aus denen andere dann den eigentlichen Tweet formulieren sollen, nicht gut funktionieren.

Für den Anfang kann auch eine Twitter-Routine und ein Redaktionsplan mit geplanten Tweets sinnvoll sein. Hier gibt es aber keine generelle Empfehlung von mir. Denn je größer das Team desto größer die Unverbindlichkeit einzelner Personen (zu twittern, an Meetings teilzunehmen, etc.). Das liegt (leider) in der Natur der Sache.

Twitter-Routine und Redaktionsplan eignen sich daher eher für kleine Teams oder ein Binnen-Team.

 

Schnelle Absprachen per Chatkanal

Zum Schluss noch ein Tool-Tipp für schnelle Absprachen zwischen den Teammitgliedern. Rocket.Chat ist eine Open-Source-Team-Chat-Plattform, die inzwischen von einigen Hochschulen für die Campus-Kommunikation genutzt wird.

Nutze daher einen Chatkanal, wenn du mit deinem Team schnell auf einen Tweet oder Kommentar bei Twitter reagieren möchtest. Und ihr vorab dazu noch etwas klären müsst.

Hast du weitere Tipps und Ideen, wie man einen Team-Account organisieren kann? Lass es mich in den Kommentaren oder bei Twitter wissen.

Twittern als Team – Der ultimative Tooltipp für Forschungsgruppen und Institutionen (Teil 1)

Twittern als Team? Wie geht das technisch? Wie organisieren wir uns? Und muss die Chef*innenetage vorher jeden Tweet absegnen?

Mich erreichen immer mehr Anfragen von Forschungsgruppen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die vor dieser Herausforderung stehen.

Deshalb gibt es an dieser Stelle Hilfe! Da das Thema Twittern als Team mehrere Dimensionen hat, teile ich das Ganze in zwei Blogartikel auf. Vielleicht auch drei.

Im ersten Teil zeige ich dir, mit welchem Tool Twittern als Team überhaupt möglich ist. Ohne das Twitter-Passwort miteinander zu teilen. Warum das sinnvoll ist, erkläre ich dir später. Lass uns zunächst mit der Einrichtung eines Team-Accounts beginnen.

 

Twittern als Team mit Tweetdeck

Zunächst einmal brauchst du einen Account, der von dir und deinem Team betreut werden soll. Also einen Forschungsgruppen- oder Instituts-Account. Falls dieser noch nicht existiert, registriere dich bei Twitter.

In einem früheren Blogartikel gebe ich dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger*innen. Diese bezieht sich zwar auf ein Personenprofil bei Twitter. Du kannst die Tipps aber leicht abwandeln, um einen institutionellen Account aufzubauen.

Dein Team-Account steht? Dann wird es Zeit, das Tool Tweetdeck kennen zu lernen. Du kennst Tweetdeck bereits? Perfekt! Aber vielleicht wusstest du noch nicht, dass du damit einen Twitter-Account von mehreren Personen betreuen lassen kannst.

Die vielen tollen Dinge, die Tweetdeck noch kann, habe ich hier für dich aufgeschrieben.

 

So fügst du andere Twitter-User als Team-Mitglieder hinzu

Gib die URL https://tweetdeck.twitter.com/ ein. Solltest du bereits in deinen Twitter-Account eingeloggt sein, siehst du direkt die Tweetdeck-Oberfläche deines Team-Accounts. Falls nicht, logge dich bei Tweetdeck mit deinen Twitter-Anmeldedaten ein.

Klick in der linken Menü-Spalte auf das Symbol, das zwei Personen repräsentiert. Dann öffnet sich die Spalte „Accounts“ und du siehst den Button „Manage team“.

 

Tweetdeck Manage Team Spalte

Wenn du auf „Manage team“ klickst, öffnet sich ein neues Fenster und du kannst unter „Add a team member“ den Twitter-Namen der Person eingeben, die mit dir gemeinsam den Team-Account betreuen soll.

Du kannst dieser Person die Rolle „Contributor“ oder „Admin“ zuweisen. Der Unterschied besteht darin, dass Admins ebenfalls das Team managen können. Also Teammitglieder hinzufügen oder entfernen können.

Hast du das Team-Mitglied hinzugefügt, erscheint der Account unter Team members. Denke daran, dass die Person eine Nachricht erhält, sobald du sie hinzugefügt hast. Es ist also sinnvoll, vorher miteinander abzusprechen, ob und mit welchem Twitter-Account die Person Teil deines Team werden soll.

So tweetet das Team-Mitglied im Namen des Team-Accounts

Schauen wir uns das Ganze nun aus der Perspektive des Team-Mitglieds an. Wenn dein Team-Mitglied im Namen der Forschungsgruppe oder der Institution twittern soll, kann er*sie das über das eigene Tweetdeck.

Einen Tweet kann dein Team-Mitglied ganz normal über das blaue Symbol mit der Feder verfassen. Oben kann er*sie auswählen, für welchen Account der Tweet bestimmt ist.

Sowohl die Tweets für den eigenen Account als auch für den Team-Account erscheinen in der Spalte „Scheduled“, wenn die Tweets im Voraus geplant werden. So behält man leicht den Überblick.

 

Direktnachrichten, Kommentare und Erwähnungen über das Tweetdeck managen

Twittern als Team bedeutet jedoch nicht nur, Tweets im Namen eines anderen Accounts zu verfassen. Sondern auch auf Direktnachrichten, Kommentare oder Erwähnungen zu reagieren.

Dazu sollte dein Team-Mitglied über das blaue Plus-Symbol zwei wichtige Spalten hinzufügen. Zum einen „Messages (all accounts)“ und zum anderen „Mentions (all accounts)“. So gehst du sicher, dass ihr als Team alles mitbekommt, was bei Twitter passiert. Und auch entsprechend interagieren könnt.

Gemeinsame Hashtags, Websites und User für Spalten festlegen

Tweetdeck erlaubt es nicht, auch die Spalten für Hashtags oder User miteinander zu teilen. Wenn dein Team-Mitglied bei einem oder mehreren Hashtags auf dem Laufenden sein soll, um dies für Tweets im Namen des Team-Accounts zu nutzen. Oder um sich auf die Twitteraktivitäten eines anderen Users zu beziehen. Sprecht darüber![

Sobald ihr wichtige Hashtags und User festgelegt habt, sollte jede*r diese individuell im Tweetdeck anlegen.

 

Noch ein Wort zum Passwort teilen oder besser nicht teilen

Theoretisch kannst du einen Team-Account auch managen, indem jede*r das Passwort erhält. Dann ist das Hinzufügen von Team-Mitgliedern nicht notwendig. Die Weitergabe eines Passworts birgt aber generell Risiken.

Eventuell verlierst du irgendwann den Überblick, wer das Passwort alles bereits kennt. Mitarbeitende wechseln den Job und sind irgendwann nicht mehr für den Account zuständig, haben aber noch Zugriff.

Außerdem erhältst du per E-Mail generell eine Warnung, sobald sich jemand von einem anderen Computer/Standort in deinen Twitter-Account einloggt. Dieses Sicherheitsfeature ist natürlich sinnlos, wenn sich viele Mitarbeitende von unterschiedlichen Stellen einloggen.

Ich empfehle dir daher, die Team-Management-Funktion von Tweetdeck zu nutzen. Und so deinen Team-Account optimal zu schützen.

 

Wie geht’s weiter?

Im zweiten Teil dieser Mini-Serie wird es darum gehen, wie du dein Team am besten organisierst. Braucht ihr einen Redaktionsplan? Wer twittert wann und wie viel? Was sind eure Twitter-Themen?

Wie bekommt ihr ein gemeinsames Wording hin? Müssen Tweets abgesegnet werden? Du siehst, es gibt viel zu besprechen. Mehr dann im zweiten Teil „Twittern als Team“.

Grafik-Tool Canva: Visuelle Inhalte für die Wissenschaftskommunikation leicht selbst gestalten

Wenn du digital Wissenschaft kommunizierst, kennst du das Problem. Für Tweets und Posts brauchst du hier und da eine coole Grafik. Für Blogartikel ein Beitragsbild. Oder für dein Profil bei LinkedIn oder Twitter einen Hintergrund-Banner.

In diesem Blogartikel möchte ich dir das Grafik-Tool Canva vorstellen, das dir bei allen Szenarien eine große Hilfe sein kann.

Canva funktioniert webbasiert. Du musst also nichts downloaden. Sondern dir nur mit E-Mail-Adresse und Passwort ein Konto erstellen.

Wie bei fast allen Apps, Programmen oder Plattformen kannst du dich zwischen einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante entscheiden. So auch beim Grafik-Tool Canva. Für den Anfang reicht auf jeden Fall die kostenlose Option.

 

Was ist das Besondere am Grafik-Tool Canva?

Bevor ich Canva selbst ausprobiert habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich keine Grafik-Skills brauche, um es zu nutzen. Aber genau das ist das Tolle an Canva. Das Programm ist für Laien eine super gute Möglichkeit, hochwertige visuelle Inhalte zu erstellen.

Canva stellt dir unzählige Vorlagen zur Verfügung. Für Logos, Flyer, Präsentationen, Poster, Karten, Lebensläufe – und vor allem für Social-Media-Posts. Egal ob Instagram Story, LinkedIn-Banner, Twitter-Beitrag oder TikTok-Video.

 

Und das Beste daran: die Grafiken haben von vornherein die ideale Größe für das jeweilige Soziale Netzwerk. Du musst nichts zurechtschneiden oder dich mit Pixeln auskennen. In der Pro-Version kannst du darüber hinaus mit einem Klick zum Beispiel einen LinkedIn-Post in einen Instagram-Beitrag verwandeln.

Du kannst auch als Team gemeinsam an den Grafiken arbeiten. Oder deine Designs direkt aus Canva heraus im jeweiligen sozialen Netzwerk posten. Dazu musst du nur deine Social-Media-Account mit dem Grafik-Tool Canva verbinden.

 

Tipps und Beispiele für visuelle Inhalte in der Wissenschaftskommunikation

Damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, zeige ich dir im Folgenden einige Beispiele. Ich nutze Canva regelmäßig für Blogbeitragsbilder, Instagram-Posts, Profil-Banner oder Info-Grafiken. Lass dich gerne inspirieren!

Blogbeitragsbild

Für jeden Blogbeitrag brauchst du ein Bild. Nicht nur, damit es über dem Artikel erscheint, wenn man ihn anklickt. Sondern auch für diverse Teaser und Vorschauen in den sozialen Netzwerken.

Oft macht ein einfaches Foto als Blogbeitragsbild nicht so viel her. Mit Canva kannst du zum Beispiel noch Text in das Bild, Overlays oder ergänzende kleine Grafiken passend zu deinem Blogthema einfügen.

Warum du Bilder für deine wissenschaftlichen Blogartikel brauchst und wo du findest habe ich dir in zwei anderen Artikeln hier auf meinem Blog noch einmal ausführlich erklärt.

 

Instagram-Post

Das Idealmaß eines Instagram-Posts hat 1080 x 1080 Pixel. Das musst du allerdings nicht wissen, denn Canva stellt dir von vornherein das richtige Format zur Verfügung.

Wie bei allen anderen Vorlagen kannst du auch beim Instagram-Post alles nach deinen Wünschen anpassen. Und zum Beispiel aus einer unendlichen Farbpalette die Farbe für deinen Text wählen.

In der Bezahl-Version merkt sich das Tool deine Markenfarben. Schon praktisch. Aber wenn man mit Canva anfängt nicht unbedingt notwendig. Du kannst stattdessen auch Farbcodes eingeben und so deine Farbe (wieder)finden.

 

LinkedIn-Banner

Im LinkedIn- und auch im Twitter-Profil hast du die Möglichkeit, einen Hintergrund-Banner einzufügen.

Statt eines schlichten Fotos kannst du den Banner mit Hilfe des Grafik-Tools Canva dazu nutzen, einen Slogan oder eine Art Botschaft unterzubringen. Oder einfach Infos, die in der Textbeschreibung des Profils keinen Platz mehr gefunden haben.

Auch hier bietet dir Canva hilfreiche Vorlagen. Ein professioneller Banner wertet dein gesamtes Profil augenblicklich auf.

Info-Grafik

Um wissenschaftliche Zusammenhänge zu erklären, können Info-Grafiken hilfreich sein. Solltest du sie selbst von Grund auf allein designen, wärst du vermutlich (wie ich) ziemlich überfordert.

Canva ist auch in diesem Fall ein Gamechanger. Du kannst Vorlagen unter den Stichwörtern „Bildungsinfografik“, „vergleichende Infografik“, „Daten-Infografiken“, „Prozess-Infografik“ und vielen weiteren Begriffen suchen.

Anschließend kannst du sie in Blogbeiträgen, in Social-Media-Posts (oder vielleicht sogar auf einem wissenschaftlichen Poster?) verwenden. Canva unterstützt dich auch dabei, dein Design in der richtigen Größe und Auflösung drucken lassen zu können.[

Grafik-Tool Canva: Perfekt für kommunizierende Wissenschaftler*innen

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Einblick in die Möglichkeiten des Tools geben. Ich habe den Eindruck, dass noch nicht viele Forschende mit Canva arbeiten, um ihre Kommunikation mit visuellen Inhalten zu unterstützen. Dabei ist es genau dafür perfekt.

Wenn du Canva jetzt ausprobierst, teile deine Ergebnisse doch gerne mit mir bei Twitter, Instagram oder LinkedIn. Ich würde mich sehr freuen! 🙂

 

Schreiben für Social Media – 8 Tipps für Wissenschaftler*innen

Texte schreiben für Social Media – eine der größten Herausforderungen für Wissenschaftler*innen, wenn sie digital kommunizieren. Für dich auch?

Du hast bestimmt schon festgestellt, Texte in sozialen Netzwerken funktionieren anders als Blogartikel, Website-Texte oder wissenschaftliche Paper.

Aber wie gelingt es dir nun, über deine Forschung in Social Media so zu schreiben, dass du Interesse bei Kolleg*innen und Journalist*innen weckst?

Gleichgültig, wo du unterwegs bist – bei Twitter, Instagram oder LinkedIn – es geht darum, deine Community neugierig zu machen und zum Klicken, Teilen oder Kommentieren zu animieren.

In diesem Artikel verrate ich dir, worauf es beim Schreiben für Social Media ankommt. Und wie du mit deinen Texten größere Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken bekommst.

8 Tipps, die dir das Schreiben für Social Media leichter machen

1. Kenne dein Ziel und deine Zielgruppe

Am Anfang steht die Frage nach dem Ziel, das du mit deinem Beitrag erreichen möchtest.

  • Willst du in erster Linie Aufmerksamkeit für einen neuen wissenschaftlichen Artikel bekommen?
  • Soll der Beitrag deine Leser*innen dazu bringen, auf einen Link zu klicken, zum Beispiel zu einem Blogartikel, einem Anmeldeformular für eine Konferenz oder einer Videoaufzeichnung eines Vortrags?
  • Willst du eine Diskussion anstoßen und hoffst auf möglichst viele Kommentare zu deiner Frage/deinem Statement?

 

„Stimme deinen Text auf dein Ziel und deine Zielgruppe ab.“

Je besser du weißt, welches Ziel du verfolgst, desto leichter kannst du deinen Text darauf abstimmen.

Mach dir gleichzeitig bewusst, für wen du schreibst. Welches Vorwissen kannst du bei deinen Leser*innen voraussetzen? Wie „ticken“ sie? Welche Inhalte sind für sie besonders interessant?

Schreiben für Social Media heißt vor allem auch für eine bestimmte Zielgruppe schreiben.

 

2. Schreibe persönlich – egal ob als Individuum oder Institution

Mach dir bewusst, in welcher Rolle du deinen Text verfasst. Ich sehe nicht selten Personenaccounts (besonders bei Twitter), die schreiben als wären sie ihre eigene Pressestelle.

Das heißt, die Texte funktionieren nicht, weil sie nicht persönlich genug geschrieben sind. Sondern aus einer Distanz heraus, die in den sozialen Netzwerken nicht üblich ist.

Schreib am besten so, wie du sprichst. Und benutze das Wörtchen „ich“. Vielen Wissenschaftler*innen fällt gerade das sehr schwer, weil es in wissenschaftlichen Publikationen ein No-Go ist. Beim Schreiben für Social Media musst du daher umdenken.

Schreib persönlich – nicht wie deine eigene Pressestelle.“

Projektaccounts oder institutionelle Accounts können logischerweise nicht ganz so persönlich und individuell schreiben. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, die Distanz zum Publikum durch die Sprache zu verringern

Statt „ich“ passt hier vielleicht ein „wir“. Leser*innen oder Follower*innen kann man immer mit „du/dich“ oder „ihr/euch“ einbeziehen. Unabhängig davon ob die Texte von einem Personenaccount oder einem Projektaccount stammen.

 

3. Formuliere kurz und prägnant

Komm gleich zu Anfang deines Textes auf den Punkt. Verzichte auf eine klassische Einleitung. In sozialen Netzwerken ist kein Platz für komplexe Formulierungen.

Außerdem haben deine Leser*innen keine Zeit. Sie entscheiden (und müssen das sogar angesichts der Flut an Informationen) in wenigen Sekunden über lesen oder nicht-lesen.

Durchsuche deinen Text nach unnötigen Füllwörtern („übrigens“, „etwas“, „grundsätzlich“) und streiche sie. Verwende nicht zu viele Wörter in einem Satz. Am besten bleibst du unter 14 Wörtern.

Die Herausforderung dabei ist, sprachlich trotzdem abwechslungsreich zu schreiben. Also variiere die Satzlänge. Und nutze am besten aktive Sprache. Die klingt immer lebendiger als Passivkonstruktionen.

 

4. Baue deine Texte nach der ABI-Formel auf

Häufig sind erfolgreiche Texte in Social Media nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut. Sie folgen dem Dreischritt: Aufmerksamkeit schaffen – Botschaft rüberbringen  – Interaktion anregen.

  • Aufmerksamkeit: Das muss der erste Satz schaffen. Schildere ein Problem, eine Frage, eine Geschichte, wozu deine Zielgruppe eine Verbindung herstellen kann und die im besten Fall Emotionen weckt.
  • Botschaft: Im nächsten Schritt kannst du dein Anliegen/dein Thema rüberbringen. Warum schreibst du diesen Post? Was ist der Anlass?
  • Interaktion: Stell abschließend eine Frage an deine Community, bitte sie um ihre Meinung oder frage nach ihren Erfahrungen. Du kannst auch eine Aufforderung (Call to Action) formulieren, was deine Leser*innen als nächstes tun können (zum Beispiel Link anklicken für weitere Infos oder zum Download des Papers).

Hier mal ein Twitter-Beispiel von mir

 

 

5. Hab einen Themen-Plan

Einfach so darauf los zu schreiben kann ziemlich schwierig sein. Besonders wenn du gar nicht weißt, worüber du jetzt schreiben könntest. Damit diese Situation so gar nicht eintritt, hilft es, einen Themenplan zu haben. Oder bestimmte Text-Kategorien, die dir immer neue Ideen liefern.

Das können zum Beispiel regelmäßige Formate sein wie:[

  • Vorbereitung/Ergebnisse/Erkenntnisse aus der Lehre
  • Literaturtipps
  • Meilensteine der Promotion
  • Einblicke in Forschungsprozess/Forschungsmethoden
  • Blick hinter die akademischen Kulissen (z. B. auch mit Fotos)
  • Empfehlung von Blogartikeln/redaktionellen Beiträgen

 

Oder Ideen, die eher zu bestimmten Terminen Sinn machen, wie:

  • Berichte über Wissenschaftsevents und Konferenzen
  • „Wissenschaftliche Feiertage“ (11.02.: International Day of Women and Girls in Science, 14.03.: Pi Day)
  • spontane Neuigkeiten: Förderzusagen, Jobzusagen etc.

 

6. Schreibe emotional

Schreiben für Social Media heißt auch emotional schreiben. Wobei emotional schreiben nicht automatisch bedeutet, Wissenschaft in rührselige Geschichten zu verpacken oder deinen Leser*innen die Tränen in die Augen zu treiben.

Es geht eher um den Ansatz, auch mal persönliche Stories und persönliche Ansichten zu teilen. Etwas, womit sich deine Follower*innen und Kontakte identifizieren können. Etwas, das sie direkt anspricht. Weil wir alle Menschen sind und vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Welche alltäglichen Momente oder Probleme könntest du aufgreifen, die deine Leser*innen garantiert auch kennen? Den Antragswahnsinn für Fördermittel? Den Frust über Befristungen? Die Schreibblockade, wenn man als Wissenschaftler*in vor dem leeren Word-Dokument sitzt?

 

7. Schreibe deine Texte mit Mehrwert

Mehrwert klingt im ersten Moment vielleicht sperrig. Aber im Grunde ist es unter allen Tipps der wichtigste Punkt. Wenn du Texte für Social Media schreibst, sollte der Beitrag deine Leser*innen informieren oder unterhalten.

Versuche die Perspektive zu wechseln und frage dich, was deine Leser*innen für sich aus diesem Beitrag ziehen können. Stell genau das in den Vordergrund. Und formuliere den Mehrwert explizit, wenn es passt.

Zum Beispiel:

  • „Ich möchte euch auf folgendes Event hinweisen…“
  • „Diese Erfahrung habe ich im Seminar mit meinen Studierenden gemacht. Vielleicht ist sie auch für euch hilfreich…“
  • „Bei der Literatursuche bin ich auf XY gestoßen. Diese Entdeckung gebe ich gerne weiter…“

 

8. Behalte deinen Kommunikationstil bei

Was du vielleicht nicht wusstest: Menschen lesen dich auch aufgrund dessen, WIE du schreibst. Ihnen gefallen nicht nur deine Themen, sondern ebenso die Wahl deiner Worte. Außerdem sind Menschen Gewohnheitstiere. Etabliere und pflege daher einen konsistenten Schreibstil.

 

Bonus-Tipp: Schreibe einfach

Die große Angst unter Wissenschaftler*innen ist oft, in Social Media nicht professionell genug zu klingen. Denn Social Media verlangt aufgrund der (oft) begrenzten Zeichenzahl und des aufmerksamkeitsheischenden Charakters, in einfachen Schlagworten zu texten.

„Einfach schreiben erfordert besonders viel Arbeit.“

Aber ganz ehrlich: Einfach und schlicht klingende Texte sind meistens die, in die besonders viel Arbeit geflossen ist. Sich hinter Phrasen, Schachtelsätzen und Fachbegriffen zu verstecken, kann „leichter“ sein, als Dinge einfach auf den Punkt zu bringen.

Auch wenn einfach schreiben gar nicht so einfach ist. Es lohnt sich. Verständlich geschriebene Posts werden häufiger geteilt und gelikt.

 

5 Schreibtipps für einen richtig guten Twitter-Thread

Threads sind bei Twitter eine beliebte Form, Forschungsergebnisse oder Statements in mehr als 280 Zeichen unterzubringen. Doch wie schreibt man einen guten Thread?

Solltest du dabei bestimmte Regeln beachten? Sind manche Threads besser als andere? Und wenn ja, warum?

In diesem Artikel teile ich mit dir meine ganz persönlichen Schreibtipps für einen richtig guten Twitter-Thread!

 

No. 1 Mit dem ersten Satz Aufmerksamkeit generieren

Beginne den Thread mit einer These, einem Statement, einem knackigen Zitat oder einer Frage. Es geht darum, die Aufmerksamkeit deiner Leser*innen zu gewinnen.

Deine Leser*innen sehen ja schon, was auf sie zukommt. Nämlich eine längere Abhandlung. Ein Thread lässt sich nicht mal eben überfliegen, so wie normale Tweets.

Daher muss der erste Satz sitzen. Du hast nur Millisekunden zur Verfügung, sie davon zu überzeugen: Schau dir diesen Thread an, es lohnt sich!

 

No. 2 Den ersten Tweet als Executive Summary formulieren

Der erste Tweet eines Threads ist eine Art Executive Summary oder Elevator Pitch. Eine Mini-Zusammenfassung davon, worum es im Thread (also in allen nachfolgenden Tweets) gehen wird.

Kündige an, was du genau im Thread erläutern wirst. Beantwortest du eine bestimmte (wissenschaftliche) Frage? Beziehst du eine Gegenposition?

Worauf müssen sich deine Leser*innen einstellen, wenn sie den Twitter-Thread öffnen?

 

No. 3 Den Thread ankündigen

Auch wenn es vermutlich bereits ersichtlich ist. Kündige den Thread an. Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten.

In den meisten Fällen macht es Sinn, das am Ende des ersten Tweets zu tun. Ungefähr so:

  • „Ein Thread.“
  • „Kurze Analyse.“
  • „Kurzer Thread.“
  • „Ein Thread über XY“.
  • Pfeil-Emoji/Hand-Emoji, das nach unten deutet.

Idealerweise nennst du die Zahl der Tweets, aus denen dein Thread besteht. Also zum Beispiel 1/9 oder 1/13. Dann sind deine Follower*innen auf die Textmenge gut vorbereitet.

 

No. 4 Für Struktur sorgen

Struktur ist das A und O bei einem Thread. Denn je übersichtlicher dein Twitter-Thread gestaltet ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, deine Leser*innen bis zum Schluss mit deinem Text zu fesseln.

Baue Absätze ein. Und arbeite – wenn möglich – mit Aufzählungen. Die einzelnen Elemente lassen sich so leichter erfassen. Besonders im ersten Tweet eines Threads ist das wichtig, damit die Leser*innen mit ihren Augen an deinem Post hängen bleiben.

Nummeriere die nachfolgenden Tweets mit (1/10), (2/10), (3/10) usw. So können deine Follower*innen sicher sein, deinen Thread in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

 

No. 5 Eine Idee pro Tweet erläutern

Formuliere innerhalb deines Twitter-Threads pro Tweet eine Idee, ein Argument oder eine Geschichte.

Das zwingt erstens dich, deine Inhalte klar und verständlich zu formulieren. Und gibt zweitens deinen Follower*innen die Möglichkeit, nach jedem Tweet das Gelesene zu verdauen. Und eine gedankliche Pause einzulegen.

Diese Vorgehensweise hat aber noch einen anderen Vorteil. Die einzelnen Tweets deines Threads werden besser tweetbar.

Das heißt, jeder einzelne Tweet sollte nicht nur ein Fragment des großen Ganzen sein. Im Idealfall kann er für sich selbst stehen. So können einzelne Argumente und Ausführungen von dir besser retweetet werden.

 

Noch mehr Inspiration für Twitter-Threads gesucht?

Dann schau doch mal direkt bei Twitter vorbei und gib in die Twitter-Suche das Schlagwort „Thread“ ein.

Kombiniere es auch mit anderen Stichwörtern wie Wisskomm, Nachhaltigkeit, Politikwissenschaft, Neuroscience oder anderen Themen, die dich interessieren.

So siehst du, welche Threads dich selbst am meisten ansprechen. Und kannst von weiteren Beispielen lernen.

 

Regelmäßig twittern? Warum du eine Twitter-Routine brauchst

Die geringe „Lebensdauer“ eines Tweets hält noch immer sehr viele Wissenschaftler:innen davon ab, Twitter auszuprobieren. Mehrere Male täglich etwas posten, um gesehen zu werden? Unvorstellbar!

Selbst wenn du bereits bei Twitter bist. Hand aufs Herz. Wie regelmäßig twitterst du? Einmal die Woche? Alle drei Tage?[

Wer bei Twitter Reichweite aufbauen möchte, sollte regelmäßig twittern. Was dir dabei helfen kann, ist eine Twitter-Routine!

Welche Gründe für eine Twitter-Routine sprechen und wie so eine Twitter-Routine aussehen kann, teile ich mit dir in diesem Blogartikel.

 

Deine Vorteile einer Twitter-Routine

Zeitersparnis

Eine Twitter-Routine bedeutet erstmal, dir bewusst Zeit für deine Tweets zu nehmen. Du überlässt es nicht dem Zufall, ob du diese Woche twitterst. Einmal eine Stunde pro Woche oder zehn Minuten pro Tag planst und schreibst du deine Tweets.

Damit sparst du jede Menge Zeit. Denn du musst dich nur einmal in deine Twitter-Botschaften eindenken. Und nicht jedes Mal von vorne anfangen, wenn du den Browser oder die App öffnest.

 

Grundrauschen

Wenn du deine Tweets am Wochenanfang oder morgens planst, ist dein Grundrauschen bei Twitter gesichert. Das Grundrauschen ist die Basis deiner wöchentlichen Twitter-Aktivität. Glaub mir, es gibt dir ein Gefühl der Zufriedenheit, so gut vorausgeplant zu haben.

Ein Tweet pro Tag (wenn man das Wochenende auslässt, sind es fünf für die Woche) reicht für das Grundrauschen aus. Am besten eignet sich Evergreen-Content. Das Grundrauschen kannst du flexibel mit tages- oder stundenaktuellen Tweets ergänzen.

Besonders am Anfang fällt das Twittern oft hinten runter, weil es noch keine Gewohnheit ist. Das passiert dir mit dieser Methode dann nicht mehr!

 

Glaubwürdigkeit

Regelmäßige Tweets verschaffen dir eine hohe Glaubwürdigkeit bei deinen Follower:innen. Ganz nach dem Motto: „Da nimmt jemand die Sache wirklich ernst.“

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mit tagesaktuellen Tweets auf deinem Profil neue Follower:innen anzuziehen. Du würdest doch auch eher bei jemanden auf „Folgen“ klicken, wenn die letzten Posts nur wenige Stunden oder Tage alt sind (als bei jemandem, der_die seit 4 Wochen schweigt) oder?

 

Schreibroutine

Vielleicht trifft es eher das Wort „Formulierungsroutine“? Es ist gar nicht so leicht, einen pointierten Tweet in 280 Zeichen unterzubringen. Übung macht hier den_die Meister:in!

Je regelmäßiger du twitterst, umso leichter fallen dir die Formulierungen deiner Themen und Botschaften. Twittern ist ein tolles Schreibtraining! Denn wissenschaftliche Zusammenhänge in kurze knackige Sätze zu packen, die den Kern der Sache treffen… ist ganz großes Wisskomm-Kino!

 

Themenschwerpunkte

Eine Twitter-Routine erlaubt dir, strategische Überlegungen anzustellen. Was steht in der nächsten Woche bei dir an? Worauf möchtest du die Aufmerksamkeit deiner Follower:innen lenken? Was könnte dein Wochenthema bei Twitter sein?

Du kannst ganz gezielt Themenschwerpunkte setzen, die du dir zunächst als grobe Ideen notierst. Anschließend kannst du dein Wochen- oder Tagesthema in einzelne Tweets aufteilen. Und diese Tweets in einem Rutsch durchformulieren.

Gibt es das Wort „durchformulieren“ eigentlich? Egal. Ich mag es.

 

Nachdenken

In der Schule war ich immer die, die sich kaum bis nie mündlich am Unterricht beteiligt hat. Bei Twitter ging es mir ähnlich. Ich brauchte einfach länger dafür, mir Gedanken zu machen, zu formulieren und mich schließlich zu äußern. Besonders am Anfang.

Eine Twitter-Routine erlaubt vor allem Anfänger:innen und Introvertierten, sich Zeit zu nehmen. Zeit, um einen Plan zu machen, Zeit zum nachdenken, recherchieren und formulieren.

 

So schaffst du dir eine Twitter-Routine

1. Schritt

Vereinbare einen Termin mit dir selbst. Trag dir in deinen Kalender an einem festen Tag in der Woche zur immer gleichen Uhrzeit eine Stunde „Twitter-Routine“ ein. Lass den Termin automatisch wiederholen, wenn du einen digitalen Kalender nutzt.

2. Schritt

Überprüfe deine ToDo-Liste und deinen Kalender. Was steht in der kommenden Woche an? Über welche Events kannst du berichten? Welche Seminarvorbereitung musst du machen?

Schreibst du an einem wissenschaftlichen Paper? Was ist auf deiner persönlichen Wissenschaftler:innenagenda? Sammle auf diese Weise Notizen und Ideen für deine Tweets.

3. Schritt

Rufe Tweetdeck auf und mach eine Nachlese der vergangenen Tage. Was wurde in den letzten drei bis fünf Tagen zu „deinen“ Hashtags getwittert? Willst du davon etwas kommentieren oder aufgreifen? Retweeten?

Check auch Erwähnungen deiner Website, deines Blogs, deines Projekts. Möchtest du darauf reagieren? Wie du die Erwähnung einer Website bei Tweetdeck verfolgen kannst, habe ich in diesem Blogartikel erklärt.

4. Schritt

Bring deine Twitter-Ideen in eine grobe Reihenfolge. Überlege dir, wann welcher Tweet am meisten Sinn macht. Das kannst du im Kopf machen oder handschriftlich festhalten.

5. Schritt

Letzter Schritt. Formuliere deine Tweets und schreib sie direkt in ein Social-Media-Tool, damit deine Tweets über die Woche oder den Tag verteilt automatisch gepostet werden. Lege dazu das Datum und die Uhrzeit fest. Voilà, fertig!

 

10 Twitter-Hacks, die du unbedingt kennen solltest

Egal ob du schon länger twitterst oder dir gerade erst ein Twitter-Profil erstellt hast. Diese 10 Twitter-Hacks solltest du kennen, damit dir das Twittern noch leichter fällt. Und du Twitter ganz nach deinen Bedürfnissen nutzen und anpassen kannst.

 

10 Twitter-Hacks für Wissenschaftler:innen

1. Twitter Card Validator

Mit dem Twitter Card Validator kannst du vorab checken, wie das Vorschaubild deines Links aussehen wird, den du in einen Tweet einfügen möchtest.

Das ist praktisch, denn Tweets mit Bildern (und dazu zähle ich auch Vorschaubilder von Websites) bekommen 150 Prozent mehr Retweets als Tweets ohne Bild.

 

card validator

Wenn du die URL vor dem Absenden des Tweets schnell in den Card Validator eingibst, erlebst du keine „bösen Überraschungen“ mehr. Besonders am Anfang meiner Twitter-Laufbahn habe ich viele Artikel getwittert. Sie waren inhaltlich toll und sahen auch auf der Website ansprechend aus.

Im veröffentlichten Tweet folgte dann die große Enttäuschung. Kein Vorschaubild. Nur ein winziger Textschnipsel. Die Aufmerksamkeit auf der Timeline dafür bei nahezu null.

Die schlechte Nachricht ist: du kannst die Anzeige nicht beeinflussen. Wenn in den Metadaten der Website kein Vorschaubild hinterlegt ist, dann ist das leider so.

Ich behelfe mir manchmal mit einem Screenshot der Website. Schau, ob es in deinem Fall Sinn macht. Oder tweete den Link ganz bewusst in dem Wissen, dass er unauffällig bleiben wird.

 

2. Direktnachrichten

Networking funktioniert über Twitter richtig gut. Nicht selten ergeben sich super interessante Diskussionen, wenn du auf einen Tweet antwortest. Du wirst vielleicht auf Kolleg:innen aus deinem Forschungsbereich aufmerksam, die du bisher noch nicht kanntest.

Oder jemand wird auf dich aufmerksam. Und würde dich gerne kontaktieren. Aber nicht öffentlich per Tweet. Dafür gibt es die Direktnachrichten – ein privater Chat zwischen zwei Personen.

Allerdings kann eine Person, der du selbst nicht folgst, dir nur dann eine Direktnachricht schicken, wenn du dies in deinen Einstellungen erlaubt hast.

Meine Empfehlung: öffne deine Direktnachrichten! Gehe dazu im Menü auf „Mehr“, dann auf „Einstellungen und Datenschutz“ --> „Datenschutz und Sicherheit“ --> „Direktnachrichten“.

Setz das Häkchen bei „Nachrichtenanfragen von allen erlauben“. Um Spam zu filtern setz auch den Haken bei „Nachrichten geringer Qualität ausfiltern“.

 

 

3. Tweets mit Erwähnungen

Hast du schon einmal einen Tweet gepostet, der mit einem @Nutzername begann und dich gewundert, warum er nicht auf deiner Timeline erschienen ist?

Ganz einfach. Der Tweet wird von Twitter nicht als „richtiger Tweet“ gewertet. Sondern als Teil einer Konversation mit diesem Profil.

Wenn du einen Tweet postest, der mit einem Nutzernamen beginnt, sehen nur Personen, die sowohl dir als auch dem von dir erwähnten Account folgen, den Tweet in ihrer Timeline auf der Startseite.

]Möchtest du einen Tweet mit einem Nutzernamen beginnen und ihn später sowohl auf deiner Timeline wiederfinden, als auch an alle deine Follower:innen ausspielen lassen, verwende folgenden Trick.

Starte den Tweet mit einem Punkt. Das würde in etwa so aussehen:

@Nutzername hat einen tollen Artikel über das Thema XY geschrieben. Schaut unbedingt mal rein!

 

4. Twitter-Name

Was viele nicht wissen, du kannst deinen Twitter-Namen nachträglich ändern. Nicht nur deinen Anzeigenamen – auch dein Twitter-Handle. Also der Name nach dem @-Zeichen.

Gründe dafür kann es viele geben. Vielleicht möchtest du von einem Pseudonym auf deinen Klarnamen wechseln. Voraussetzung dafür ist natürlich, dein neuer Name ist bei Twitter noch frei.

 

  • Klicke in der Navigationsleiste auf den Button Mehr .
  • Dann auf Einstellungen und Datenschutz.
  • Anschließend auf Dein Account.
  • Und auf Accountinformationen.
  • Du wirst zur Eingabe deines Twitter Account-Passworts aufgefordert, um zu bestätigen, dass es sich um dich handelt.
  • Ändere unter Accountinformationen den Nutzernamen, der derzeit im Feld Nutzername steht.
  • Klicke auf den Button Speichern.

 

 

5. Stummschalten

Du kannst Accounts, Wörter und Hashtags stummschalten, von denen du auf deiner Timeline und in deinen Mitteilungen lieber nichts lesen möchtest. Ich habe zum Beispiel mal in einem Workshop von jemandem gehört, dass er einem anderen Wissenschaftler gerne folgt, aber seine Tweets über Fußball unerträglich findet.

Meines Wissens nach kannst du einzelne Wörter nicht für einzelne Personen stummschalten. Sondern das Wort generell von jedem stummschalten oder von Personen, denen du nicht folgst.

Ganz praktisch ist es dennoch. Der Weg dorthin führt dich wieder über „Mehr“ --> „Einstellungen und Datenschutz“ --> „Datenschutz und Sicherheit“ --> „Stummschalten und Blockieren“.

Wörter, die du stummschalten möchtest, fügst du mit dem blauen Plus-Symbol hinzu. Du kannst die Stummschaltung für einen bestimmten Zeitraum oder für immer wählen.

 

 

6. Barrierefreie Hashtags

Dieser Tipp ist auch für mich relativ neu. Aber ich bin sehr dankbar, dass mich neulich eine Workshop-Teilnehmerin darauf aufmerksam gemacht hat. Achte darauf, Hashtags barrierefrei zu verwenden.

Vorleseprogramme können Hashtags, die aus mehreren Wörtern bestehen, nur dann korrekt entziffern, wenn die einzelnen Elemente durch Großbuchstaben getrennt sind.

Also zum Beispiel #MeinTwitterJubiläum statt #meintwitterjubiläum. Weitere interessante Hinweise zum barrierefreien Twittern kannst du im Blogartikel „11 Tipps für barrierefreies Twittern“ nachlesen.

 

7. Lesezeichen

Die Lesezeichen-Funktion gibt es schon lange. Und du findest sie sehr offensichtlich in der Navigationsleiste. Ich habe den Eindruck, sie wird dennoch kaum wahrgenommen und genutzt.

Hier findest du Tweets wieder, die du dir für später merken möchtest.

Wenn du einen Tweet zu deiner Lesezeichen-Liste hinzufügen möchtest, klicke auf das Teilen-Symbol ganz rechts unter jedem beliebigen Tweet und wähle „Tweet zu Lesezeichen hinzufügen“ aus.

 

8. Personen in Bildern taggen

Wusstest du, dass du Personen in Bildern taggen kannst?

Das macht nicht nur Sinn, wenn die Personen auf dem Bild zu sehen sind, sondern auch, wenn du sie auf deinen Tweet aufmerksam machen möchtest.

So sparst du Platz im Tweet selbst und das Taggen der Personen ist weniger auffällig.

Sie bekommen trotzdem eine Benachrichtigung darüber. Das Taggen funktioniert allerdings nur, wenn sie es in ihren Einstellungen zugelassen haben.

 

9. Tastaturkürzel

Shortcuts für Twitter? Ja, genau! Wenn du Twitter im Browser nutzt, kannst du mit unterschiedlichen Tastaturkürzeln auf Kurzbefehle zugreifen.

Die Übersicht über die Tastaturkürzel findest du in der Navigation unter „Mehr“ --> „Tastaturkürzel“ und hier als Screenshot. Probier es doch einfach mal aus.

 

 

10.  Bildschirmansicht anpassen

Schriftgröße, Farbe oder Hintergrund von hell zu dunkel ändern? Auch dieses Feature versteckt sich hinter „Mehr“ --> „Bildschirm“.

Welchen der 10 Twitter-Hacks verwendest du? Du hast einen Tipp, der hier nicht zu finden war? Dann schreib ihn gerne in die Kommentare!